Die Dämmerung ist besonders in der Landschaftsfotografie präsent. Immer wenn ich an eine schöne Location fotografiere, sehe ich oft, dass keine 5 Minuten nach Sonnenuntergang die Meschen einpacken und zurückgehen. Viele Jahre lang war ich Teil dieser Bewegung, da ich glaubte, dass das beste Licht weg war, sobald die Sonne unterging. In diesen Jahren verpasste ich die Magie der Dämmerungsstunde, um atemberaubende Landschaftsfotos aufzunehmen. Jetzt sehe ich den Sonnenuntergang nicht als das Ende meiner Fotosessions, sondern als den Anfang.

Es gibt drei Stufen der Dämmerung – zivile Dämmerung, nautische Dämmerung und die astronomische Dämmerung. Jede dieser Phasen dauert ungefähr 30 Minuten, kann jedoch je nach Location und Jahreszeit länger oder kürzer sein. Die genauen Zeiten können auf verschiedenen Webseiten oder Apps (z.B. PhotoPills) eingesehen werden.

Dämmerung in der Landschaftsfotografie

Landschaftsfotografie während der zivilen Dämmerung

Die erste Phase der Dämmerung nach Sonnenuntergang und die letzte Phase vor Sonnenaufgang wird als zivile Dämmerung bezeichnet. Sie tritt während der Zeit auf, in der die Sonne zwischen 0 und 6 Grad unter dem Horizont steht. Während dieser Zeit kann es häufig zu leuchtenden Farben am Himmel kommen, da viel Sonnenlicht von der Atmosphäre gestreut und gebrochen wird. Bei optimalen Bedingungen kann ein Abend- oder Morgenrot entstehen. Neben dem Abendrot ist auch der Erdschattens ein schönes Himmelsmotiv. Dieser Schatten erscheint normalerweise mit einem hellrosa Himmelsstreifen gegenüber des Sonnenuntergangs/Sonnenaufgangs.

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Die zivile Dämmerung ist eine gute Zeit, um Landschaftsfotos mit dem Mond und einigen der ersten hellsten Sterne aufzunehmen.

Die Zeit, in der die Sterne gerade noch sichtbar sind oder erst sichtbar werden, wird oft als „Blaue Stunde“ bezeichnet. Während dieser Zeit werden blaue Wellenlängen des Sonnenlichts von der Atmosphäre leichter zurück auf das Land gebrochen, wodurch die Szene blauer als normal erscheint. Dieser Effekt ist während der Zeit am stärksten ausgeprägt, in der sich die Sonne etwa 4 bis 6 Grad unter dem Horizont befindet.

In der Dämmerung ist es normalerweise hell genug, um mit dem Belichtungsmesser der Kamera noch gute Fotos zu erzielen. Alternativ kannst du das Histogramm deiner Kamera auch in der Live-Ansicht verwenden, um das Landschaftsfoto während dieser Stunde richtig zu belichten. Wenn deine Kamera keine Live-Ansicht hat, solltest Du, wie bei jedem Foto, das Histogramm nach der Aufnahme überprüfen.

Nautische und astronomische Dämmerung

Obwohl die zivile Dämmerung eine großartige Zeit ist, um Landschaftsfotos aufzunehmen, endet die Magie der Dämmerung hier nicht. Die nautische Dämmerung und die astronomische Dämmerung bieten auch einige unglaubliche Möglichkeiten für die Landschaftsfotografie. Diese Dämmerungsphase tritt ab dem Zeitpunkt auf, an dem die Sonne 6 bis 12 Grad unter dem Horizont steht. Diese Fotos vermitteln den kurzen Moment zwischen der Dunkelheit der Nacht und dem Licht des Tages.

Deine Kamera kann in der nautischen Dämmerung bereits die ersten Sterne erfassen. Es wird jedoch nicht dunkel genug sein, um ein Bild der Milchstraße für die Nachtfotografie aufzunehmen.

Nach der Astronomischen Dämmerung beginnt die Nacht. Ab diesem Zeitpunkt kann, wenn der Mond nicht hell genug ist, die Milchstraße fotografiert werden.

Fazit – Besonders die Dämmerung ist eine schöne Zeit, um vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang die schöne Stimmung festzuhalten. Ist die Sonne untergegangen, bleib noch 20-30 Minuten und folge nicht den Massen zum Parkplatz 🙂

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