Filter in der Landschaftsfotografie. Es gibt viele Filter, die eure Fotos verbessern können, oder meist sogar zwingend notwendig sind, um eine bestimmte Effekte zu erreichen. Allerdings gibt es auch sehr viele Filter, die eure Bilder nicht verbessern, sondern das Gegenteil bewirken und eure Aufnahmen massiv verschlechtern. Diese Filter versuchen euch Verkäufer leider viel zu oft aufzuschwatzen. In diesem Artikel möchte ich euch zeigen, welche Filter für die Landschaftsfotografie wirklich sinnvoll sind, für welche Anwendungszwecke man diese braucht und von welchen man besser die Finger lässt. Zusätzlich gehen ich auch noch auf die Unterschiede zwischen den „gewöhnlichen“ Schraubfiltern und im Vergleich dazu den Steckfiltersystemen ein.

Filter in der Landschaftsfotografie

Das bringen UV-Filter, ND-Filter, Polfilter & Co.

Nutzlose Filter

Auf dieses Thema wollen wir gleich als erstes eingehen. Zum Verständnis ist wichtig: Jeder Filter, der vor ein Objektiv geschraubt wird, hat zunächst einen negativen Einfluss auf die optische Leistung des Objektivs. Warum ist dies so? Wir wollen mit unseren Kameras Licht einfangen und jedes Glaselement, welches hinzukommt „schluckt“ wieder ein bißchen Licht. Ein viel größeres Problem sind jedoch schlecht oder gar nicht vergütete Filter. Ist die Sonne (oder eine andere Punktlichtquelle, bspw. Straßenlaternen) im Bild, so können in erheblichem Maße ungewünschte Reflexionen entstehen.

Gibt man in der Amazon-Suchfunktiuon das Stichwort ‘Verlaufsfilter’ ein bekommt man in den ersten drei Ergebnissen nur Schrott angezeigt! Mit diesen “Verlaufsfiltern” für 30-50€ ist nichts anzufangen da die Filter sehr schnell zerkratzen, farbstichig und nicht vergütet sind.

1. Polfilter

Unter allen hier vorgestellten Filtern genießt der Polfilter eine Sonderstellung, da seine Wirkung nicht anderweitig, insbesondere nicht bei der Nachbearbeitung, erreicht werden kann.

Was macht ein Polfilter? Ein Polfilter besitzt die Möglichkeit, polarisiertes Licht zu verstärken oder auch vollständig zu blockieren. Die klassische Anwendung ist „den Himmel blauer“ oder „Farben satter“ machen. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die Wirkung winkelabhängig ist (hält man einen Polfilter direkt in Richtung der Sonne, so ist dessen Einfluss auf den Himmel quasi null). Gerade bei Ultraweitwinkelobjektiven für diese „Winkelabhängigkeit“ der Wirkung jedoch dazu, dass der Himmel ungleichmäßig seine Helligkeit verändert (hier ist dann ein Grauverlaufsfilter sinnvoller, siehe weiter unten).

Der Anwendungszweck „blauer Himmel“ ist aus meiner Sicht jedoch der uninteressanteste, den ein Polfilter mit sich bringt. Bei Regenbögen handelt es sich zum Beispiel um polarisiertes Licht, diese lassen sich also mit einem Polfilter auch verstärken. Gerade im Wald, bei Bachläufen und Wasserfällen, lassen sich störende Reflexionen auf nassen Steinen und nassem Laub eleminieren.

 

2. Graufilter / ND-Filter

Graufilter, meist als ND-Filter (ND = neutral density = Neutraldichte) bezeichnet sorgen im Endeffekt dafür, dass (erheblich) weniger Licht den Kamerasensor erreicht. In der Landschaftsfotografie ist dies ein gewünschter Effekt, wenn man beispielsweise Wasserfälle oder eine Küste fotografieren möchte und auf dem Bild sehr weiche, fast nebelartige Wasserverläufe haben möchte.

Bei der Arbeit mit so starken ND-Filtern sind noch ein paar Punkte zu beachten:

  • Sobald der Filter auf das Objektiv geschraubt wurde kann man weder durch den Sucher noch per LiveView etwas erkennen und der Autofokus funktioniert auch nicht mehr. Man sollte also seine Bildkomposition schon erledigt haben, bevor man den Filter aufs Objektiv schraubt und den Fokus am besten ebenfalls ohne Filter einstellen und den Autofokus dann abschalten.
  • Unbedingt in RAW fotografieren! Mnache Filter haben einen leichten Einfluss auf den Weißabgleich, welcher im Nachhinein angepasst werden muss.
  • Bei Spiegelreflexkameras mit optischem Sucher kann Licht durchs Okular eindringen, das Okular also unbedingt verschließen oder abdecken.

 

3. Grauverlaufsfilter / GND-Filter

Dies sind die meistgenutzten Filter in der Landschaftsfotografie. Grauverlaufsfilter, meist als GND-Filter (GND = graduated neutral density = abgestufter Neutraldichte) bezeichnet, sind Filter, die im Gegensatz zu einem ND-Filter nicht komplett durchgefärbt sind, sondern einen Verlauf besitzen, also an einigen Stellen mehr Licht durchlassen als an anderen. Auch wenn der Dynamikumfang, der mit einer Belichtung eingefangen werden kann, der Kamerasensoren in der letzten Jahren stark zugenommen hat, so gibt es immernoch Situationen, wo der Kontrast zwischen hell und dunkel so groß ist, dass dieser eben nicht mehr vollständig eingefangen werden kann. Die GND-Filter sind nur sinnvoll, wenn sie als Stecksystem gekauft werden.

Denn einen GND-Filter muss je nach Bildausschnitt verschoben und angepasst werden. Das ist bei Verlaufsfilter zum Schrauebn nicht möglich.

Eine Alternative zu Grauverlaufsfiltern stellt der HDR-Modus dar, bei dem mehrere Aufnahmen gemacht und dann verrechnet werden. Dies ist jedoch nicht bei allen Motiven möglich und führt insbesondere dann zu Probleme, wenn sich irgendetwas im Bild bewegt.

 

Was soll ich nun kaufen?

Zu Beginn stellen sich viele die Frage welche Filter soll ich nun kaufen soll? Bevor Ihr euch ein Filterset für 50€ kauft sollte man besser einmal ordentlich investieren. Deshalb empfehle ich euch das 100mm (oder 150mm-System bei Objektiven ohne Filtergewinde) Filtersystem von Haida oder NiSi. Seit 2018 nutze ich die Filter von NiSi und kann dieser nur weiterempfehlen. Den Filterhalter könnt Ihr über einen Adapterring an das Objektiv anbringen. Um den Filterhalter an verschiedenen Objektiven zu verwenden, können weitere Adapterringe bis 82mm erworben werden. Es gibt viele Obejektive (überwiegen bei Vollformat) bei denen das 100mm System nicht angebracht werden kann. Dafür benötigt Ihr das 150mm System bei welchem die Filter und Filterhalter des 100mm-System nicht genutzt werden können.

 

Ein Sache ist mir zu Abschluss noch sehr wichtig:

Die wichtigste Regel für den Gebrauch von Filtern: Nur dann einen Filter verwenden, wenn es einen triftigen Grund dafür gibt.

4 Idee über “Filter in der Landschaftsfotografie

  1. Pingback: 5 Tipps zur Langzeitbelichtung - Florian Orth Photography

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*