Der Unleashed von Foolography im Test. Vor über 4 Jahren sah ich einen Zeitraffer-Film von Martin Heck und befasste mich zum ersten Mal mit der Zeitraffer-Fotografie. Die Möglichkeit, einen großen Zeitabschnitt in wenigen Sekunden zusammenzufassen hat mich besonders fasziniert. Nach meinen ersten Gehversuchen mit Stativ und einem einfachem Intervallometer fotografierte ich meine ersten Zeitraffer.

Der Unleashed im Test

Eine besondere Technik ist der “Heiligen Gral” der Timelapse-Fotografie – genauer gesagt der Übergang von Tag zu Nacht. Durch Gunther Wegner wurde ich auf das qDSLRDashbord aufmerksam. Dies ist eine App, mit dieser man die Kamera über WLAN fernsteuern kann. Aufgrund von ständigen Verbindungsabbrüchen mit meinem iPhone fiel diese Option weg. Bis vor einem Jahr nutze ich die Halbautomatik meiner Nikon D800 bzw. Z7 um die Übergange zu realisieren, doch in der Nachbearbeitung mit LRTimelapse liefert dies oft keine 100% sauberen Ergebnisse.

Im Januar 2021 googelte ich nach neuen Lösungsvorschlägen in verschiedenen sozialen Netzwerken und Foren. Auf Instagram erhielt ich den Tipp, mit den Unleashed von Foolography anzusehen. Keine 10 Minunten später bestellte ich den kleinen Unleashed um ihn an meiner Nikon Z7 für Zeitraffer zu testen.

In diesem Testbericht werde ich nur auf die Nutzung für Timelapse eingehen. Jedoch sind die Unterschiede zur normalen Fotografie gering und die Kritikpunkte gleich.

unleashed review

Der erste Eindruck:

Der Unleashed wurde bestellt, um bessere Zeitraffer-Aufnahmen mit Übergang in die Nacht zu fertigen. Nachdem ich das Paket öffnete, war ich leicht überrascht. Ich wusste dass der Fernauslöser nicht groß ist, aber so klein? Nach 6 Monten stellt sich dies als Vor- und Nachteil heraus. Warum? Dazu später mehr 🙂 Der Unleashed ist mit verschiedenen Anschlüssen für Nikon und Canon erhältlich. Mithilfe des USB-C Kabels wird der Fernauslöser direkt mit Strom der Kamera versorgt und benötigt keine Batterien.

Vorteile

  • Unleashed speichert die Einstellungen (Intervall, Auto-Ramp etc), falls Smartphone nicht mehr verbunden ist
  • Automatische Wiederverbindung wenn Kamera in Reichweite ist*
  • Auto-Ramping von Tag zu Nacht
  • Kompakte Maße
  • Keine Batterien notwenig
  • Keine Installation auf Kamera notwenig
  • Geotagging

Nachteile

  • Kompakte Maße (kann ggf. leicht verloren gehen)
  • Wiederverbinden mit Kamera funktioniert gelegentlich nicht. Tpp: App schließen und neu öffnen.
  • Blockiert für 1-3 Sekunden die Kamera, da das Signal für den Autofokus an die Kamera gesendet wird, obwohl mit manuellem Fokus fotografiert wird. Dadurch fehlen wichtige Sekunden bei einer Day-To-Night Timelapse.
  • Kein Intervall von 0,5 Sekunde möglich

Unleashed draußen nutzen

Der kleine Fernauslöser lässt sich wie ein gewöhnlicher Fernauslöser an die Kamera montieren. Anschließend noch das USB-C Kabel mit dem Anschluss verbinden und der Unleashed ist mit Strom versorgt. Dannach muss zunächst das Smartphone via Bluetooth mit dem Unleashed verbunden werden.

In der App werden dem Fotografen vier verschiedene Optionen angezeigt. Neben Timelapse und Autoramp sind auch Photo und Video verfügbar. Im Timelapse-Tab kann der Intervall, die Länge sowie die gewünschte Framerate eingestellt werden. Die länge des fertigen Clips wird direkt umgerechnet und angezeigt.

Ein großer Vorteil ist, dass die Kameraeinstellungen (ISO, Blende oder Verschlusszeit) auch während einer Zeitraffer-Aufnahme justiert werden können. Im Autoramp-Mode geht das nicht, da die Kameraeinstellungen je nach Dunkelheit automatisch geändert werden. Die maximale ISO, Blende oder Verschlusszeit im “Auto-Ramping-Mode” kann im Tab Day oder Night eingestellt werden.

Bei Übergang von Tag zu Nacht müssen die Einstellungen für die Nacht definiert werden. Bei “Tag zu Nacht” müssen diese in “Night” und bei “Nacht zu Tag” in “Day” eingestellt werden. Anschließend wird die Dauer der Aufnahme (Duration) sowie der Algorithmus auswählt. Dieser kann auf Sunset oder Sunrise gestellt werden.

Läuft die Kamera, wird bei Sonnenuntergang zuerst die Belichtungszeit, dann die Blende und zum Schluss die ISO nach oben geregelt. Bei Sonnenaufgang ist es genau andersherum. Damit wird möglichst kurz mit hohen ISO-Werten fotografiert um eine bessere Qualität mit weniger Rauschen erhalten.

Bei einer Timelapse mit Übergang wähle ich schon zuvor den passenden Intervall, um in der Nacht genügend Belichtungszeit zu haben. Meistens stelle ich den Intervall auf 18 und die Belichtungszeit auf 15 Sekunden. Der Unleashed benötigt mindestens 2-3 Sekunden zwischen maximaler Belichtungszeit und Intervall um die Signale an die Kamera zu senden.

Fazit

Der Unleashed schnitt im Test gut ab. Seit über 6 Monaten nutze ich nun den Unleashed in verschiednen Situationen. Während ich diesen Testbericht schreibe sitze ich auf La Palma und habe das nächste Zeitraffer-Projekt erfolgreich abgeschlossen. Mit dabei war auch der Unleashed um die Übergänge in die Nacht zu fotografieren. Meiner Meinung nach ein unverzichtbares Tool um ohne großen Aufwand die Übergange zu realisieren.

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