Neben der gewöhnlichen Landschaftsfotografie jage ich gelegentlich auch den Gewittern in Deutschland, Frankreich und BeNeLux (Belgien, Niederlande, Luxemburg) hinterher. Wer das Gewitter jagen und atemberaubende Gewitterzellen auf seiner Kamera festhalten möchte, sollte einige wichtige Dinge beachten. Eins sei von Anfang an gesagt, nichts ist so beständig wie die Veränderung.

1. Die Vorhersage

Einer der schwierigsten Parts des Fotografieren ist die Wettervorhersage. Damit die Gewitterzellen mit einer schönen Struktur entstehen können, sind einige Grundvoraussetzungen erforderlich. Diese zu erklären, würde viele Bücher füllen. Zur einfachen Vorhersage nutze ich meist von kachelmannwetter.com das SuperHD Wettermodell. Dort einfach auf den Parameter “Signifikantes Wetter” klicken, Bundesland auswählen und anschließend die Uhrzeit. Meist behalte ich die Ansicht auf gesamt Deutschland, da ich dadurch einfacher die Zugrichtung sowie mögliche Geschwindigkeit der Gewitterzelle sehen kann.

Es gibt unzählige Wettermodelle verschiedenster Wetterdienste in dieser Welt. Seit 2 Jahren beschäftige ich mich mit der Wettervorhersage und denoch ist es schwierig die Zusammanhänge der unterschiedlichsten Parameter zu kennen. Zu Beginn der Gewitterfotografie ist kachelmannwetter eine gute Option um ohne großes Wissen die Gewitter vorherzusagen.

Nachdem die Region ungefähr feststeht, plane ich den Ausgangpunkt. Wichtig ist hierbei, dass man (am besten) in der Nähe eines Autobahnkreuz wartet um rechtzeitig reagieren zu können. Zieht die Gewitterzelle z.B. von Süd nach Nord, besteht dadruch die Möglichkeit, etwas näher heranzufahren oder vor dem Gewitter in Zugrichtung zu flüchten.

2. Das Gewitter verfolgen

Alleine die Gewitter zu jagen ist sehr schwierig. Während der Fahrt müssen die Wettermodelle und aktuellen Radarbilder angesehen werden sowie Standpunkte zum Fotografieren gesucht werden. Deshalb ist es optimal, wenn man sich als Team mit 1-3 Personen die Aufgaben teilen kann. Nach der Ankunft am Ausgangpunkt muss auf das Auslösen der Gewitterzelle gewartet werden. Hierfür nutze ich den Stormtracker von Kachelmannwetter, die Blitzortung von Blitzortung.org sowie das Wetterradar von WetterOnline.

Der Stormtracker von Kachelmannwetter ist einer der zuverlässigsten Tracker um die Zellen online zu verfolgen. Wie auf dem Bild zu sehen, würde die Zelle die Stadt Köln in ca. 40 Minuten erreichen. Die schönste Struktur lässt sich meistens an der Vorderseite eines Gewitters fotografieren. Mithilfe des Stormtracker kann einfach die Zugrichtung und die Geschwindigkeit abgelesen werden und dementsprechend gefahren werden. Mittels Google Maps suche ich nun einen Standort mit einem guten Blick zur Front. Der Standort sollte in der Nähe einer Schnellstraße/Autobahn ist, damit keine Zeit beim Durchfahren der Dörfer verloren geht. Auch während des Fotografieren sollte das Wetterradar im Auge behalten werden und rechtzeitig von der Gewitterzelle flüchten.

3. Das Gewitter fotografieren

Das Fotografieren des Gewitters ist kein Hexenwerk. In der gewöhnlichen Landschaftsfotografie nutze ich zu 99 Prozent ein Stativ. Doch bei der Gewitterjagd ist das meistens nicht möglich. Deshalb nutze ich das Stativ nur ab einer Belichtungszeit ab 1/30 Sekunde. Meist fotografiere ich im manuellen Modus. Dadurch kann ich die Verschlusszeit, Blende sowie die ISO individuell einstellen und werde nach dem Gewitter von unschönen Bildern überrascht. Zunächst wähle ich eine Blende zwischen 5.6 und 10. Dadurch ist das Bild ausreichend von Vorne bis zur Gewitterzelle scharfgestellt. Die ISO setzte ich auf 100 oder bei Dämmerrung zwischen 280 und 400. Da Gewitter meist sehr schnell ziehen, sollte eine Verschlusszeit/Belichtungszeit von 1/30 oder niedriger (1/50, 1/100 etc) gewählt werden.

Kurz vor Sonnenuntergang und in der Dämmerung belichte ich gelegentlich auch mit ISO 50, Verschlusszeit von 2-4 Sekunden und eine Blende 16. Dadurch können auch Blitze eingefangen werden.

Fazit

Zum Jagen und fotografieren von Gewittern gehört oft eine Portion Glück. Die Gewitter können sich plötzlich auflösen oder aus den Nichts entstehen. An einigen Tagen fährt man hunderte Kilometer, ohne mit einem guten Foto nach Hause zu kommen. An solchen Tagen hinterfrage ich oft den Sinn dahinter. Doch dann gibt es Tage, da scheint alles Perfekt zu sein. Das Thema Stornmchasen und dessen Vorhersage würde viele Bücher füllen. Eins davon schrieb Bastian Werner. Über 400 Seiten mit geballtem Wissen über die Wetterfotografie.

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