Zeitrafferfotografie liegt derzeit voll im Trend. Dies kann daran liegen, dass Videos im Allgemeinen bei Standfotografen immer beliebter werden. Vielleicht suchen Fotografen nach neuen Wegen, um ihre Arbeit auf die nächste Stufe zu heben, und Zeitraffer ist ein Weg, genau das zu tun. Zeitraffer fotografieren ist ein sehr großes Thema, zu dem man 2-3 Bücher schreiben kann. In diesem Blog möchte ich euch meine besten Tipps mitgeben damit Ihr auch atemberaubende Timelapse-Aufnahmen fotografieren könnt. Noch vor eingen Jahren war die Zeitraffer-Fotografie sehr aufwendig. Die Nachbearbeitung dauerte mehrere Stunden und eine gute Rechenleistung des Computer war nötig. Heutzutage können selbst die günstigsten Smartphones schöne Zeitraffer aufnehmen. Es spielt keine Rolle, ob Du die neueste und beste Kamera und Objektive oder Einstiegsausrüstung verwendest. Es spielt auch keine Rolle, ob du für ein sehr einfaches Zeitraffervideo oder etwas sehr Komplexes aufnimmst.

Tipp 1: Nutze ein Stativ!

Das Stativ ist bei der Aufnahme eines Zeitraffer essentiel. Viele stellen die Kamera auf z.B. eine Mauer und lassen die Kamera laufen. Doch bei der Intervallaufnahme darf die Kamera und das Objektiv keinen Millimeter verwackeln. In der Nachbearbeitung lassen sich Verwacklungen minimieren, jedoch nur mit Qualitätsverlust. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Bildaufbau bei Stativen mit Kugelkopf oder 3-Wege-Neiger individuell angepasst werden kann.

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Tipp 2: Volle Akkus nutzen

Das haben wir alle schon durchgemacht. Man ist vor Ort, richten alles für die Aufnahme ein und stellt dann fest, dass die Akkus nicht geladen sind. Die meisten Akkus der DSLR-Kamera (Spiegelreflexkameras) halten bei voller Ladung ziemlich lange. Spiegellose Kameras (z.B. Sony A7 oder Nikon Z6) nicht so sehr. Unabhängig davon, welche Kamera verwendet wird, stelle sicher, dass der Akku vor dem Aufnehmen vollständig aufgeladen ist.

Ich habe immer vier zusätzliche Akkus für meine Nikon D800 sowie Nikon Z7 dabei. Dies gilt auch für externe Intervalltimer oder andere Geräte, für die Batterien erforderlich sind. Stelle sicher, dass alles voll aufgeladen ist und lasse immer Ersatzakkus und Batterien im Fotorucksack.

Tipp 3: Intervall der Situation anpassen

Eine Frage, die im Zusammenhang mit der Zeitrafferfotografie häufig gestellt wird, ist, wie lange das Intervall zwischen den Bildaufnahmen sein sollte. Das kann je nach Umfang und Geschwindigkeit der Bewegung in der Szene stark variieren. Bei sich schnell bewegenden Objekten (z.B. Stadtverkehr oder schnellziehende Wolken) sollten die Intervalle zwischen den Aufnahmen bei 2-3 Sekunden sein. Wenn das Intervall zu lang ist, sieht das endgültige Video abgehackt aus, da sich die Objekte zwischen den Aufnahmen zu weit bewegen. Bei extrem langsamen Szenen wie einem Sonnenuntergang oder einer Baustelle können die Intervalle bei 4-10 Sekunden liegen. In der Nacht fotografiere ich mit einem Intervall von 21 Sekunden. Das liegt daran, dass die Kamera aufgrund der Dunkelheit 20 Sekunden belichten muss.

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Tipp 4: Zweitkamera nutzen

Selbstverständlich besitzt nicht jeder eine Zweitkamera. Irgenwann kommt der Zeitpunkt für ein Upgrade seiner Kamera. Bevor du deine alte Kamera weiterverkauft nutzte sie als Back-Up Kamera falls deine Hauptkamera den Geist aufgibt. Grundsätzlich kann mit jeder Spiegelreflexkamera oder Systemkamera ein Zeitraffer fotografiert werden. Eine Ausnahme könnte sein, wenn Du nachts mit hohen ISO-Werten fotografierst. Ein weiterer Vorteil der Verwendung des Backups besteht darin, dass Du den Verschluss der Hauptkamera verschonst.

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Tipp 5: Manueller Modus nutzen

Flimmern ist der Fluch der Zeitrafferfotografie. Selbst kleine Änderungen der Belichtung von Bild zu Bild können dazu führen ein ansonsten großartiges Zeitraffer zu ruinieren. Eine Möglichkeit, dies zu minimieren, besteht darin, die Belichtung durch manuelles Aufnehmen im manuellen Modus konstant zu halten. Dies bedeutet, dass Verschlusszeit, Blende und ISO während der gesamten Sequenz gleich bleiben. Dies funktioniert hervorragend, solange sich die Umgebungslichtbedingungen nicht wesentlich ändern.

Zudem kannst du tagsüber oder nachts ohne große Probleme fotografieren. Von Tag zu Nacht oder umgekehrt ist eine ganz andere Geschichte. Diese Technik ist als „Heiliger Gral“ bekannt und erfordert, dass die Belichtung während des gesamten Shooting angepasst wird, wenn sich das Licht ändert. Die Belichtungseinstellungen können manuell oder mithilfe des Smartphone vorgenommen werden, das die Änderungen automatisch vornimmt. Das dies  eine fortgeschrittene Technik ist, werde ich diese in dem Artikel nicht behandeln.

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Tipp 6: Fotografiere im RAW-Format

Zeitraffer fordern viele GB Speicherplatz ein. Deshalb fotografieren viele in JPEG, um Platz auf der Speicherkarte und der Festplatte zu sparen. Wenn wir in JPEG fotografieren, überlassen wir die Bearbeitung der einzelnen Bildern der Kamera. RAW-Aufnahmen sind in 90% der Fällen besser. Im RAW-Format haben wir viel mehr Spielraum für die Nachbearbeitung der Bilder.

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