Polarlichter Lofoten – diese Reise im Januar, die vom 14. bis 21. Januar stattfand, war für mich mehr als nur eine weitere geführte Fotoreise. Es war meine dritte Reise als Reiseleiter und bereits meine fünfte Reise auf die Lofoten. Und trotzdem begleitet mich vor jeder Tour eine gewisse Unsicherheit. Man weiß nie, was einen erwartet. Im Winter sind sieben Tage Regen, Sturm oder dichter Schneefall keine Seltenheit. Genau das macht solche Reisen so ehrlich und intensiv. Auch die Teilnehmer hatten anfangs ihre Zweifel, doch schon nach den ersten gemeinsamen Tagen war klar: Diese Reise würde etwas Besonderes werden.

Was folgte, übertraf sogar meine eigenen hohen Erwartungen. Wir erlebten fünf von sieben Nächten mit Polarlichtern, jagten Wolkenlücken, passten unsere Pläne immer wieder spontan an und standen mehrfach an dem Punkt, an dem man denkt, dass es eigentlich nicht besser werden kann. Und dann kam es doch anders. Der stärkste Sonnensturm der letzten zehn Jahre, unerwartete Herausforderungen, wie eine gesperrte Tunnelverbindung, und kleine Anekdoten, die solche Reisen unvergesslich machen, waren mit dabei.

Dieser Rückblick ist kein klassischer Reisebericht mit Tagesplan. Es ist eine persönliche Zusammenfassung einer außergewöhnlichen Woche auf den Lofoten, die von intensiven Polarlichtern, einer kleinen, eingeschworenen Gruppe und unplanbaren Momenten geprägt war.

Zwischen Vorfreude und Zweifel

Auch nach mehreren Reisen in den Norden ist jede Tour zu den Polarlichtern auf den Lofoten mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Es war meine fünfte Fotoreise auf die Lofoten, davon die dritte mit Guide, trotzdem lassen sich Zweifel im Vorfeld nie ganz ausschalten. Im Januar kann es auf den Lofoten tagelang schneien oder stürmen. Wolken können sich hartnäckig halten. Selbst starke Polarlichtaktivität nützt nichts, wenn der Himmel geschlossen bleibt. Genau diese Unberechenbarkeit gehört jedoch auch zum Reiz dieser Region.

Nicht nur ich, sondern auch die Teilnehmer hatten vor der Anreise gemischte Gefühle. Die Frage, ob man Polarlichter auf den Lofoten zu Gesicht bekommt, schwingt bei jeder Winterreise mit. Besonders, wenn man gezielt wegen der Polarlichter die Lofoten bucht, ist die Erwartungshaltung hoch. Deshalb war es mir von Anfang an wichtig, den Druck herauszunehmen. Ich habe offen kommuniziert, dass wir nichts erzwingen können, aber alles dafür tun werden, jede Chance zu nutzen.

Aus Erfahrung wusste ich, dass Flexibilität der Schlüssel ist. Deshalb setze ich bei meinen Reisen auf grobe Planungen und entscheide vieles spontan vor Ort. Wetter, Wolkensituation und Sonnenaktivität bestimmen den Ablauf. Diese Herangehensweise hat sich auch dieses Mal bewährt und sollte im Laufe der Woche noch mehrfach entscheidend sein.

Rückblickend waren die anfänglichen Zweifel unbegründet. Keiner der Teilnehmer bereute die Entscheidung für diese Reise. Im Gegenteil: Die Mischung aus realistischer Erwartungshaltung und der Bereitschaft, sich voll auf die Bedingungen einzulassen, legte den Grundstein für eine der intensivsten Wochen, die ich bisher auf den Lofoten erleben durfte.

Die Anreise auf die Lofoten und ein Koffer, der eigene Wege ging

Die Anreise zu den Polarlichtern auf den Lofoten verlief zunächst reibungslos. Es ging mit dem Flugzeug nach Oslo, dann mit dem Umstieg nach Bodø und von dort weiter nach Leknes. Ich habe mir angewöhnt, bei solchen Reisen immer einen AirTag im Koffer zu haben. Das gibt mir ein Gefühl der Sicherheit und hat mir schon öfter geholfen. In Oslo kam mein Koffer an, alles war in Ordnung. Doch beim Weiterflug nach Bodø beschlich mich ein ungutes Gefühl. Ein kurzer Blick aufs Handy bestätigte es. Mein Koffer war noch in Oslo.

Das war in diesem Moment alles andere als ideal. In meinem Gepäck befanden sich meine komplette Winterkleidung und mein Stativ. Dinge, auf die man im Januar auf den Lofoten nur sehr ungern verzichtet. Die Situation blieb jedoch überraschend ruhig. Am Flughafen in Leknes wurde uns mitgeteilt, dass der Koffer mit der letzten Maschine des Tages nachkommen würde. Gegen 23:30 Uhr fuhren wir erneut zum Flughafen von Leknes, wo mein Gepäck tatsächlich bereitstand.

Diese Erfahrung war für mich sinnbildlich für Norwegen. Dort funktionieren Dinge oft leise, zuverlässig und ohne großes Drama. Anstatt endloser Telefonate oder Formulare reichte ein kurzer Hinweis. Für die Gruppe war das ein entspannter Start, und auch mir fiel ein Stein vom Herzen. Ohne diese Ausrüstung wäre die fotografische Arbeit rund um die Polarlichter auf den Lofoten deutlich komplizierter geworden.

Nach der Ankunft in der Unterkunft blieb nicht mehr viel Zeit. Zunächst ging es darum, anzukommen, auszupacken, einen ersten Blick auf den Himmel zu werfen und die Prognosen zu checken. Noch war alles ruhig. Es gab noch keine spektakuläre Aktivität, aber erste kleine Hoffnungsschimmer. Wir alle wussten, dass die kommenden Tage entscheidend sein würden und dass Geduld ebenso wichtig war wie Vorbereitung.

Damit hatte die Reise ihren Anfang genommen. Es gab keine großen Highlights am ersten Abend, aber wir hatten das gute Gefühl, dass jetzt alles bereit war. Kamera, Stativ, warme Kleidung und vor allem eine motivierte Gruppe waren vorhanden. Die Grundlage für das, was noch kommen sollte, war gelegt.

Die ersten Polarlichter auf den Lofoten

Am ersten Tag fotografierten wir die ersten dramatischen Stimmungen am Skagsanden Beach und bei Ramberg. Wir schauten uns die Motive an und fotografierten oft zur blauen Stunde. Am Abend ging es nach dem gemeinsamen Abendessen auf Polarlichtjagd. Schon in den ersten Nächten zeigte sich, wie wichtig Flexibilität bei einer solchen Reise ist. Wir hatten keine starren Pläne, sondern lediglich grobe Vorstellungen davon, welche Strände, Buchten oder Bergkulissen sich anbieten könnten. Genau das hat sich erneut bewährt. Anstatt uns an einen festen Ablauf zu klammern, haben wir konsequent auf Wolkenlücken, Aktivität und unser Bauchgefühl geachtet.

In den ersten Tagen mussten wir regelrecht auf Jagd gehen. Immer wieder zogen Wolken durch, öffneten kurz den Himmel und schlossen ihn wenige Minuten später wieder. Also sind wir ins Auto gestiegen, haben den Standort gewechselt, sind stehen geblieben, haben aufgebaut und fotografiert. Diese Dynamik gehört für mich untrennbar zu den Polarlichtern der Lofoten dazu. Es ist selten so, dass man an einem Ort bleibt und alles perfekt passt. Oft sind es kurze Zeitfenster, die man nutzen muss.

Trotzdem wurden wir belohnt. Bereits in den ersten Nächten konnten wir klare Strukturen im Polarlicht erkennen. Grüne Bögen, tanzende Vorhänge und immer wieder diese Momente, in denen plötzlich Bewegung in den Himmel kam und alle Gespräche verstummten. Eine dieser Situationen erlebten wir besonders am Haukland Beach. Der Himmel öffnete sich gerade weit genug, um starke Formen zu zeigen, während das Meer im Vordergrund ruhig dalag.

Mir ist es wichtig, möglichst früh auf dieser Reise Polarlichter auf den Lofoten zu fotografieren. Niemand weiß, was in den kommenden Tagen passiert. Genau deshalb haben wir jede Chance genutzt, auch wenn das bedeutete, spät ins Bett zu gehen oder noch einmal eine längere Strecke zu fahren. Die Teilnehmer waren sich dessen von Anfang an bewusst, und genau diese Bereitschaft hat die Reise geprägt.

Mit jeder Nacht wuchs das Vertrauen in die Situation. Die Gruppe wurde sicherer, Abläufe griffen besser ineinander und jeder wusste, worauf es ankommt. Auch wenn wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten, was uns am Ende der Reise erwarten würde, war bereits klar: Diese Tour würde fotografisch etwas Besonderes werden.

Der Sonnensturm und die intensivste Polarlichtnacht der Reise

Am dritten Tag der Reise verdichteten sich die Hinweise, dass etwas Außergewöhnliches bevorstand. Meldungen über eine starke Eruption auf der Sonne machten die Runde und schnell wurde klar, dass die geladenen Teilchen in Richtung Erde unterwegs waren. Für mich war das einer dieser Momente, in denen Erfahrung und Vorfreude gleichzeitig einsetzen. Ich sagte den Teilnehmern offen, dass es besser werden könnte als alles, was ich bisher bei Polarlichtern auf den Lofoten erlebt hatte. Ob es wirklich so kommen würde, wusste natürlich niemand.

Wir passten den gesamten Tag an diese Prognose an. Wir schauten uns tagsüber Locations an, legten Kompositionen fest und sparten bewusst Energie. Da die Sonne im Januar ohnehin tief steht, konnten wir bereits am Nachmittag starkes Licht für Landschaftsaufnahmen nutzen. Am Abend verzichteten wir auf ein Restaurant und deckten uns im Supermarkt ein. Ab etwa 16 Uhr wurde das Polarlicht sichtbar und ab diesem Moment war klar, dass die Zeit ein entscheidender Faktor sein würde.

Hinzu kam die Sperrung des Tunnels bei Leknes. Die wichtigste Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Inselgruppe war nachts nur im Konvoi passierbar. Wir entschieden uns bewusst dafür, im Norden zu bleiben, um maximal flexibel zu sein. Diese Entscheidung sollte sich auszahlen. Wir konnten frei fahren, spontan anhalten und immer wieder neue Motive ansteuern, ohne auf Uhrzeiten achten zu müssen.

Eintreffen des Sonnensturms

Bereits am frühen Abend war zu spüren, dass etwas Besonderes in der Luft lag. Die Polarlichter auf den Lofoten begannen ungewöhnlich früh und wirkten von Anfang an äußerst kraftvoll. Grüne Bögen spannten sich über den Himmel, breiteten sich rasend schnell aus und veränderten ihre Form im Sekundentakt. Es war kein ruhiges, tänzelndes Polarlicht, sondern ein regelrechter Lichtsturm.

Wir entschieden uns bewusst dafür, im Norden der Inselgruppe zu bleiben. Durch die nächtliche Tunnelsperrung hätten wir sonst ständig auf Zeitfenster achten müssen. So konnten wir spontan reagieren, immer wieder anhalten, Stative aufbauen und weiterfahren, sobald sich das Licht verlagerte. Diese Freiheit war in dieser Nacht entscheidend. Die Polarlichter auf den Lofoten zogen so weit nach Süden, dass wir stellenweise nur noch die Rückseite der Strukturen sahen. Ich hatte so etwas noch nie erlebt.

Die Farben waren intensiv und klar sichtbar. Neben dem dominanten Grün tauchten rote und blaue Anteile auf, die selbst mit bloßem Auge deutlich zu erkennen waren. Trotz der unglaublichen Dynamik herrschte eine fast ehrfürchtige Stille. Niemand sprach, alle waren vollkommen im Moment. Fotografisch war diese Nacht sehr herausfordernd, da sich das Licht ständig veränderte. Genau das machte sie jedoch so überwältigend. Chaos im besten Sinne, das sich durch Unberechenbarkeit und Emotionalität auszeichnet.

Nach dieser Nacht sagte ich, dass es eigentlich nicht mehr besser werden könne. Doch genau darin liegt der Zauber dieser Reisen. Die Natur hält sich nicht an Erwartungen. Manchmal übertrifft sie sie sogar.

Die zweite Nacht nach dem Sonnensturm

Die zweite Nacht des Sonnensturms war etwas weniger hektisch als die erste, dafür aber in vielerlei Hinsicht noch beeindruckender. Die Polarlichter auf den Lofoten tanzten weiterhin aktiv über den Himmel, doch diesmal mit klareren Strukturen, ruhigeren Bewegungen und einer Ästhetik, die das Fotografieren deutlich einfacher machte. Es war kein wildes Chaos mehr, sondern ein kraftvolles Zusammenspiel aus Formen, Farben und Rhythmen.

Besonders die Farbintensität war außergewöhnlich. Das Grün wirkte satter und tiefer als am Vorabend und wurde durch feine rote und violette Nuancen ergänzt, die sich deutlich vom Himmel absetzten. Eine solche Farbkombination hatte ich in dieser Klarheit zuvor noch nie gesehen. Die Polarlichter formten Bögen, Vorhänge und Wellen, die sich langsam veränderten und immer wieder neue Kompositionen ermöglichten.

lofoten polarlichter
nordlichter lofoten

Besonders überrascht hat mich in dieser Nacht die enorme Helligkeit der Polarlichter. Ich konnte mit Blende 7,1, ISO 2000 und einer Belichtungszeit von nur zwei Sekunden fotografieren, um mehr Schärfentiefe im Bild zu erhalten. Das ist bei Polarlichtern absolut ungewöhnlich und zeigt die Kraft dieses Sonnensturms. Normalerweise muss man eine deutlich offenere Blende oder längere Belichtungszeiten in Kauf nehmen. In dieser Nacht war genau das Gegenteil der Fall.

Während wir dort standen und fotografierten, musste ich an eine Frage denken, die mir Jörg gleich zu Beginn der Reise gestellt hatte. Er hatte mich gefragt, ob man Polarlichter wirklich in grüner Farbe sehen könne oder ob das nur auf Fotos so wirke. Ich hatte ihm erklärt, dass dies möglich ist, jedoch stark von der Intensität und Aktivität abhängt. In dieser zweiten Nacht war die Antwort klarer als jede Erklärung. Die Polarlichter über den Lofoten leuchteten so intensiv, dass das Grün mit bloßem Auge deutlich sichtbar war. Spätestens in diesem Moment war seine Frage endgültig beantwortet.

polarlichter lofoten
lofoten fotospots

Gerade diese Mischung aus Ruhe, Klarheit und Intensität machte die zweite Nacht aus fotografischer Sicht so wertvoll. Wir konnten bewusst Vordergründe einbauen, Bildausschnitte verfeinern und uns Zeit für jede Aufnahme nehmen. In dieser Nacht entstand eines meiner stärksten Polarlichtfotos überhaupt. Ein Bild, bei dem alles zusammenpasste: Struktur, Farbe, Landschaft und Timing.

Rückblickend ergänzen sich beide Nächte perfekt. Die erste Nacht war überwältigend und emotional, die zweite intensiver, ästhetischer und fotografisch auf einem Niveau, das ich so noch nie erlebt habe. Genau diese Kontraste machen Polarlichter auf den Lofoten so besonders – und genau deshalb bleibt diese Reise allen Beteiligten unvergesslich.

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Eine kleine Gruppe mit großer Wirkung

Ein entscheidender Faktor für diese Reise war die bewusst klein gehaltene Teilnehmerzahl. Mit Jörg, Christian und Dagmar unterwegs zu sein, bedeutete maximale Flexibilität und eine sehr persönliche Atmosphäre. Genau das hat sich bei den Polarlichtern auf den Lofoten mehrfach ausgezahlt. Wir konnten spontan entscheiden, länger an einem Ort zu bleiben, früher loszufahren oder auch einmal auszuschlafen, wenn die Nacht lang gewesen war. In größeren Gruppen ist das oft nicht möglich.

Ein Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Geschichte mit Christians Stativ. Nach einer langen Nacht am Strand stellte er in der Unterkunft fest, dass ein Stativbein fehlte. Anstatt am nächsten Morgen einfach zum nächsten Programmpunkt überzugehen, beschlossen wir, zurückzufahren und danach zu suchen. Nach einem kurzen Abstecher in einen Elektronikladen und etwas Geduld fanden wir das verlorene Teil tatsächlich wieder. In einer großen Gruppe wäre ein solcher Umweg kaum denkbar gewesen. Hier war er selbstverständlich.

Auch nachts hat sich die kleine Gruppe bezahlt gemacht. Bei Polarlichtern auf den Lofoten ist gegenseitige Rücksicht enorm wichtig. Niemand möchte, dass plötzlich eine Kopflampe ins Bild leuchtet oder ein Stativ im falschen Moment umgestellt wird. Durch kurze Absprachen funktionierte das perfekt. Jeder hatte Raum für seine eigene Komposition und gleichzeitig das Gefühl, Teil eines gemeinsamen Erlebnisses zu sein.

Besonders schön war für mich auch der Moment mit Jörg. Zu Beginn der Reise hatte er mich gefragt, ob Polarlichter wirklich grün sind oder ob das nur auf Fotos so wirkt. Als wir in der letzten Nacht unter einem explodierenden Himmel standen und die Farben klar mit bloßem Auge sichtbar waren, stellte ich ihm diese Frage ironisch zurück. Spätestens da war klar, dass diese Reise für alle etwas ganz Besonderes war.

Wenn Planung auf Realität trifft

So gut man eine Reise auch vorbereitet, am Ende entscheiden auf den Lofoten immer das Wetter, die Wolken und das Polarlicht selbst. Genau das macht sie so faszinierend, aber auch so unberechenbar. Deshalb ist es für mich bei geführten Reisen eines der wichtigsten Prinzipien, den Plan nie als starres Gerüst zu sehen. Er ist eine Richtung, mehr nicht. Das hat sich während dieser Woche erneut bestätigt.

Ein gutes Beispiel war die Tunnelsperrung bei Leknes. Dieser Tunnel ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen dem Norden und Süden der Inselgruppe. Nachts war der Tunnel komplett gesperrt und zwischendurch gab es nur Konvois zu festen Zeiten. Das hätte unsere Möglichkeiten stark eingeschränkt. Am Abend des starken Sonnensturms entschieden wir uns deshalb bewusst, im Norden zu bleiben. So konnten wir flexibel reagieren, jederzeit anhalten und den Himmel beobachten, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Gerade bei Polarlichtern auf den Lofoten ist diese Freiheit Gold wert, denn ihre Aktivität kann innerhalb von Minuten explodieren oder wieder verschwinden.

Auch tagsüber passten wir unser Programm immer wieder an. Anstatt jeden Tag von Spot zu Spot zu hetzen, nahmen wir uns bewusst Zeit. Wir schauten uns Motive für die Nacht an, suchten Kompositionen und merkten uns Standorte, an denen wir später nur noch das Stativ aufstellen mussten. Diese Ruhe übertrug sich auch auf die Gruppe. Niemand hatte das Gefühl, etwas zu verpassen. Im Gegenteil: Jeder wusste, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein würden.

Rückblickend war es genau diese Mischung aus Erfahrung, Flexibilität und Vertrauen, die es uns ermöglichte, an fünf von sieben Nächten Polarlichter auf den Lofoten zu fotografieren. Nicht, weil wir Glück hatten, sondern weil wir immer bereit waren, unseren Plan loszulassen und uns voll und ganz auf das einzulassen, was die Natur uns in diesem Moment bot.

Flexibilität statt starrer Ablauf

Diese Reise hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, Planung nicht mit einem festen Ablauf zu verwechseln. Natürlich gab es im Vorfeld Ideen und mögliche Locations, doch vor Ort bestimmten Wetter, Wolken und Polarlicht den Rhythmus. Wer zu sehr an einem Plan festhält, verpasst oft genau diese besonderen Momente.

Ein gutes Beispiel dafür war die Tunnelsperrung zwischen Nord und Süd. Anstatt sie als Problem zu sehen, entschieden wir uns bewusst, im Norden zu bleiben. So hatten wir maximale Freiheit, spontan anzuhalten und auf Veränderungen am Himmel zu reagieren. Gerade für die Polarlichter auf den Lofoten war diese Flexibilität entscheidend.

Auch tagsüber arbeiteten wir ohne Druck. Wir scouteten Motive, legten Kompositionen fest und verschoben Entscheidungen bewusst. So waren wir in den Nächten perfekt vorbereitet und konnten uns voll und ganz auf das Polarlicht konzentrieren. Für die Teilnehmer war das eine wichtige Erkenntnis: Landschafts- und Polarlichtfotografie funktionieren nicht nach Checkliste, sondern erfordern Anpassungsfähigkeit.

Am Ende gewinnt nicht der perfekte Plan, sondern die Bereitschaft, ihn loszulassen. Diese Reise hat das eindrucksvoll bestätigt.

Fazit

Diese Reise auf die Lofoten war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Das lag nicht nur an den außergewöhnlich starken Polarlichtern, sondern auch an der kleinen Gruppe, der hohen Flexibilität und der gemeinsamen Leidenschaft für die Landschaftsfotografie. Die Polarlichter haben uns in dieser Woche mehrfach überrascht und uns in den letzten Nächten Momente geschenkt, die sich nicht planen lassen – selbst mit Erfahrung nicht.

Für mich persönlich war es eine der intensivsten und fotografisch erfolgreichsten Reisen, die ich bisher geleitet habe. Die Mischung aus Geduld, spontanen Entscheidungen und dem Vertrauen in das eigene Gespür für Wetter und Licht hat sich mehr als ausgezahlt. Genau diese Art zu reisen und zu fotografieren macht für mich den Unterschied.

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