Ein Backup ist für Fotografen genauso wichtig wie die Kamera und das Stativ. Schließlich steckt in meinen Landschaftsfotos oft deutlich mehr Arbeit als nur der Moment, in dem ich auf den Auslöser drücke. Manchmal plane ich eine Aufnahme über Wochen, fahre mehrere Stunden zum Fotospot und verbringe anschließend viel Zeit mit der Bildbearbeitung. All diese Arbeit möchte ich nicht verlieren, nur weil eine Festplatte plötzlich den Geist aufgibt.
Deshalb habe ich mir über die Jahre einen eigenen Backup-Workflow aufgebaut, mit dem ich meine RAW-Dateien und den Lightroom-Katalog mehrfach sichere. Die Datensicherung beginnt bereits in der Kamera mit zwei Speicherkarten, geht über eine externe SSD und ein NAS bis hin zu einer zusätzlichen Festplatte außerhalb meiner Wohnung. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich privat in den Bergen fotografiere oder für einen Kunden unterwegs bin.
In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich meine Fotos sichere, welche Festplatten und Programme ich dafür verwende und warum ich mich für bestimmte Lösungen entschieden habe. Mein System ist sicherlich nicht die einzige Möglichkeit, seine Bilder zu schützen. Es hat sich in meinem Alltag aber seit Jahren bewährt und mich tatsächlich schon mehrfach vor dem Verlust meiner Fotos bewahrt.
Warum ein zuverlässiges Backup für Fotografen so wichtig ist
Stell dir vor, du kommst nach einer mehrtägigen Fotoreise nach Hause und möchtest deine Bilder bearbeiten, doch plötzlich wird die Speicherkarte nicht mehr erkannt. Oder deine externe Festplatte, auf der sämtliche RAW-Dateien der letzten Jahre gespeichert sind, funktioniert plötzlich nicht mehr. Solche Situationen können jedem Fotografen passieren. Besonders ärgerlich ist, dass sich viele Fotos nicht einfach wiederholen lassen.
Gerade in der Landschaftsfotografie hängt vieles von Bedingungen ab, die wir nicht beeinflussen können. Vielleicht hast du mehrere Anläufe gebraucht, bis Licht, Wetter und Bildkomposition endlich zusammengepasst haben. Wenn diese Aufnahme durch einen technischen Defekt verloren geht, ist nicht nur eine Datei verschwunden, sondern auch die gesamte Zeit, die du investiert hast.
Deshalb verlasse ich mich bei der Datensicherung meiner Fotos schon lange nicht mehr auf eine einzelne Festplatte. Ich versuche, meine Bilder möglichst früh auf mehreren Datenträgern zu sichern und die Kopien teilweise auch räumlich voneinander zu trennen. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Festplatten anzusammeln, sondern einen Ablauf zu haben, den ich nach jedem Shooting zuverlässig umsetzen kann.

Wichtig ist außerdem, dass ein Backup nicht nur die RAW-Dateien schützt. Auch mein Lightroom-Katalog mit den Bildbearbeitungen muss gesichert werden. Denn selbst wenn die Originalaufnahmen noch vorhanden sind, möchte ich nicht mehrere Stunden oder sogar Tage damit verbringen, bereits bearbeitete Fotos erneut zu entwickeln.
Backup für Fotografen: Meine Strategie mit mehreren Kopien
Bei meiner Datensicherung verfolge ich ein einfaches Prinzip: Meine Fotos sollen niemals nur auf einem einzigen Datenträger gespeichert sein. Deshalb erstelle ich von meinen RAW-Dateien möglichst früh drei Kopien. Bereits während des Fotografierens werden die Bilder auf zwei Speicherkarten geschrieben. Später kommen mein MacBook, die externe SSD und weitere Sicherungen hinzu.
Dabei unterscheide ich zwischen den Laufwerken, mit denen ich täglich arbeite, und den Festplatten, die ausschließlich zur Datensicherung dienen. Die SanDisk 4TB SSD* ist beispielsweise mein Arbeitslaufwerk. Dort liegen meine Landschaftsfotos und mein Lightroom-Katalog. Zusätzlich sichere ich die Daten täglich auf einer externen HDD (LaCie 5TB HDD*), meinem Synology-NAS* und einmal im Monat auf einer Festplatte, die ich außerhalb meiner Wohnung aufbewahre.
Die 3-2-1-Backup-Regel für Fotografen
Eine bewährte Grundlage für ein zuverlässiges Backup für Fotografen ist die 3-2-1-Backup-Regel. Demnach sollten wichtige Daten mindestens dreimal vorhanden sein: das Original und zwei zusätzliche Kopien. Diese sollten auf mindestens zwei unterschiedlichen Speichermedien bzw. Speichersystemen liegen. Eine Kopie sollte sich außerdem an einem anderen Standort befinden.
Mein Workflow orientiert sich an diesem Prinzip, geht an einigen Stellen aber noch darüber hinaus. Solange ich unterwegs bin, befinden sich meine Fotos beispielsweise auf beiden Speicherkarten der Kamera sowie auf meinem MacBook und meiner externen SSD. Zu Hause kommen weitere Sicherungen hinzu. Besonders wichtig ist mir dabei die monatliche Kopie, die ich außerhalb meiner Wohnung lagere. Denn mehrere Festplatten auf demselben Schreibtisch bieten nur bedingten Schutz, beispielsweise bei Brand oder Diebstahl.
Warum RAID 1 allein noch kein Backup ist
Für meine regelmäßigen Sicherungen verwende ich ein Synology-NAS mit vier Festplatteneinschüben. Darin sind zwei 8-TB-Festplatten für meine Fotos sowie zwei 12-TB-Festplatten für meine Video- und Zeitrafferdateien installiert. Beide Festplattenpaare sind jeweils als RAID 1 eingerichtet. Das bedeutet, dass die Daten innerhalb eines Paares auf beiden Festplatten gespiegelt werden.
Fällt eine der Festplatten aus, sind die Daten auf der zweiten weiterhin vorhanden. Das ist praktisch, sollte aber nicht mit einem vollständigen Backup verwechselt werden. Wenn ich eine Datei versehentlich lösche oder sie beschädige, kann sich dieser Fehler ebenfalls auf die gespiegelten Daten auswirken. Auch ein Defekt des gesamten NAS oder ein Schaden am Standort lässt sich durch RAID 1 allein nicht abfangen.
Deshalb ist mein NAS nur ein Bestandteil meiner Backup-Strategie. Zusätzlich sichere ich meine Fotos auf einer separaten HDD und einmal im Monat auf einem Datenträger außerhalb meiner Wohnung. So bin ich nicht von einem Gerät oder einem Standort abhängig.
Mein Backup-Workflow nach dem Fotografieren
Meine Datensicherung beginnt nicht erst zu Hause am Schreibtisch, sondern bereits beim Fotografieren. Ich habe mir über die Jahre einen festen Ablauf angewöhnt, den ich unabhängig davon nutze, ob ich für einen Kunden fotografiere oder privat in den Bergen unterwegs bin. Je nachdem, wie wichtig mir die Aufnahmen sind, sichere ich sie direkt nach dem Shooting oder spätestens am Abend.

Bereits in der Kamera sichere ich doppelt
Ich fotografiere mit meiner Nikon Z8 grundsätzlich auf zwei Speicherkarten mit jeweils 512 GB. Die Kamera ist so eingestellt, dass jedes Foto gleichzeitig auf beiden Karten gespeichert wird. Wenn ich auf den Auslöser drücke, existieren also direkt zwei Kopien meiner Aufnahme.
Das ist meine erste Absicherung, falls eine Speicherkarte plötzlich nicht mehr funktioniert. Natürlich schützt mich das nicht davor, dass die gesamte Kamera verloren geht oder gestohlen wird. Trotzdem bin ich beim Fotografieren deutlich entspannter als noch vor einigen Jahren, als ich teilweise nur eine Speicherkarte verwendet habe.
Fotos von der Speicherkarte auf das MacBook kopieren
Nach einem Shooting stecke ich die Speicherkarte in mein MacBook und kopiere die Aufnahmen zunächst in einen temporären Ordner namens „Backup“. Dafür nutze ich ganz normal den Finder. Eine spezielle Backup-Software benötige ich für diesen Schritt nicht.
Wenn ich meine externe SSD dabei habe, kopiere ich die Bilder zusätzlich direkt auf dieses Laufwerk. Damit liegen meine Fotos auf den beiden Speicherkarten, dem MacBook und der SSD. Die Speicherkarte formatiere ich bewusst noch nicht. Sie bleibt als zusätzliche Sicherung erhalten, bis ich meine monatliche Datensicherung erledigt habe.
Auf mehrtägigen Fototouren erledige ich diesen Schritt meistens abends im Hotel. Wenn ich allerdings einen besonders guten Sonnenaufgang fotografiert habe und mir die Bilder entsprechend wichtig sind, sichere ich sie manchmal direkt im Anschluss. Wie schnell man seine Fotos zusätzlich sichern möchte, muss letztendlich jeder selbst entscheiden.
Meine 4-TB-SSD als Arbeitslaufwerk
Für die tägliche Arbeit nutze ich eine SanDisk 4TB SSD*. Auf ihr befinden sich meine Landschaftsfotos sowie mein Lightroom-Katalog. Die SSD ist somit mein zentrales Arbeitslaufwerk, von dem aus ich meine Bilder auswähle und bearbeite.
Natürlich könnte ich meine Fotos auch auf der internen SSD meines MacBooks speichern. Allerdings wird zusätzlicher interner Speicher bei einem neuen MacBook schnell teuer. Mit einer externen SSD bekomme ich deutlich mehr Speicherplatz für mein Geld und kann mein gesamtes Fotoarchiv unabhängig vom Computer verwalten.
Wichtig ist dabei: Die SSD ist mein Arbeitslaufwerk und kein eigenständiges Backup. Würde sie ausfallen, müsste ich meine Daten aus einer der anderen Sicherungen wiederherstellen können. Genau deshalb folgen weitere Schritte.
Tägliches Backup auf meine 5-TB-LaCie-Festplatte
Wenn ich mehrere Stunden in Lightroom gearbeitet habe, sichere ich meine Daten anschließend auf meiner LaCie 5TB HDD*, die direkt auf meinem Schreibtisch liegt. Spätestens am Ende eines Arbeitstages aktualisiere ich diese Sicherung.
Dabei geht es mir nicht nur um die RAW-Dateien. Besonders wichtig ist mir der Lightroom-Katalog, denn darin stecken meine Bildauswahl, Bewertungen und Bearbeitungen. Wenn ich zwei Stunden an einem Foto gearbeitet habe, möchte ich diese Arbeit nicht wegen eines Festplattendefekts wiederholen müssen.
Bevor ich den Katalog sichere, beende ich Lightroom. So stelle ich sicher, dass während des Kopiervorgangs keine Änderungen mehr am Katalog vorgenommen werden. Auf Reisen verzichte ich normalerweise auf diese zusätzliche HDD. Dort nutze ich meinen mobilen Backup-Workflow, auf den ich später noch genauer eingehe.
Wöchentliches Backup auf mein Synology-NAS
Einmal pro Woche sichere ich die Daten meiner SanDisk 4TB SSD* zusätzlich auf meinem Synology-NAS. Für meine Fotos stehen dort zwei 8-TB-Festplatten zur Verfügung, die im RAID 1 betrieben werden.
Dafür nutze ich die kostenlose Software FreeFileSync. Damit gleiche ich die Dateien und Ordner meiner Arbeits-SSD mit dem entsprechenden Verzeichnis auf dem NAS ab. So werden auch Änderungen am Lightroom-Katalog übernommen.
Dabei ist es mir wichtig, dass die Ordnerstruktur auf beiden Laufwerken identisch bleibt. Deshalb verwende ich für diesen Abgleich die Spiegelungsfunktion. Wie FreeFileSync funktioniert und worauf du beim Spiegeln achten solltest, erkläre ich im nächsten Abschnitt.

Monatliches Backup außerhalb meiner Wohnung
Einmal im Monat erstelle ich eine weitere Sicherung auf einer externen 8-TB-Festplatte, die ich außerhalb meiner Wohnung aufbewahre. Dazu gleiche ich die Daten meines NAS mit der Festplatte ab.
Diese räumliche Trennung ist mir besonders wichtig. Denn selbst wenn meine Fotos auf mehreren Laufwerken zu Hause liegen, könnten bei einem Brand, Wasserschaden oder Einbruch mehrere Sicherungen gleichzeitig verloren gehen.
Erst wenn das monatliche Backup abgeschlossen ist, lösche ich den temporären Backup-Ordner auf meinem MacBook und gebe die Speicherkarten zum erneuten Formatieren frei. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich meine Fotos noch auf meiner Arbeits-SSD, der LaCie-HDD, dem NAS und der extern gelagerten Festplatte.
Dieser Ablauf mag auf den ersten Blick etwas aufwendig erscheinen. Da die einzelnen Schritte aber längst zu meiner Routine gehören, kostet mich die Datensicherung im Alltag nur wenig zusätzliche Zeit. Und da mir meine Backups schon mehrfach wichtige Dateien gerettet haben, möchte ich nicht mehr darauf verzichten.
FreeFileSync – so synchronisiere ich meine Backups
Um meine Fotos nicht jedes Mal manuell zwischen den verschiedenen Festplatten kopieren zu müssen, nutze ich die kostenlose Software „FreeFileSync”. Das Programm ist sowohl für macOS als auch für Windows erhältlich und ermöglicht den Abgleich von Ordnern und Dateien zwischen unterschiedlichen Laufwerken. In meinem Fall betrifft das hauptsächlich meine 4-TB-SanDisk-SSD, die 5-TB-LaCie-Festplatte und mein Synology-NAS.
Besonders praktisch finde ich, dass FreeFileSync vor dem Kopiervorgang die beiden Speicherorte vergleicht. Dadurch muss ich nicht jedes Mal mein gesamtes Fotoarchiv übertragen. Stattdessen erkennt die Software, welche Dateien neu hinzugekommen sind oder sich seit dem letzten Backup verändert haben. Gerade bei mehreren Terabyte an RAW-Dateien spart das viel Zeit. Gerade bei meinem Backup für Fotografen ist das besonders hilfreich, weil ich regelmäßig neue Aufnahmen und Änderungen an meinem Lightroom-Katalog sichern muss.
Spiegeln oder Aktualisieren – wo liegt der Unterschied?
FreeFileSync bietet verschiedene Möglichkeiten, um Dateien zwischen zwei Laufwerken zu synchronisieren. Für meinen Backup-Workflow sind vor allem zwei davon interessant.
Beim Spiegeln wird der Zielordner an den Quellordner angepasst. Dabei werden neue und veränderte Dateien übertragen, während Dateien, die an der Quelle nicht mehr vorhanden sind, auch am Ziel gelöscht werden. Dadurch besitzen beide Ordner anschließend dieselbe Struktur und denselben Dateibestand.
Genau diese Funktion verwende ich, wenn ich meine 4-TB-SanDisk-SSD mit meinem NAS abgleiche. So liegen dort nicht nur dieselben RAW-Dateien, sondern auch die aktuelle Version meines Lightroom-Katalogs. Wenn ich beispielsweise neue Fotos importiert oder bestehende Aufnahmen bearbeitet habe, werden die entsprechenden Änderungen beim nächsten Abgleich übernommen.
Eine weitere Möglichkeit ist das Aktualisieren. Dabei werden neue und veränderte Dateien von der Quelle zum Ziel übertragen, ohne dass Dateien am Ziel gelöscht werden, die an der Quelle nicht mehr existieren. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn ein Laufwerk als langfristiges Archiv dienen soll und ältere Dateien bewusst erhalten bleiben sollen.
Wichtig: Eine Spiegelung ersetzt kein unabhängiges Backup mit älteren Dateiversionen. Wenn ich versehentlich eine Datei auf meiner SSD lösche und anschließend synchronisiere, wird sie auch auf dem NAS entfernt. Deshalb kontrolliere ich vor dem Start die von FreeFileSync angezeigten Änderungen. Zusätzlich behalte ich meine weiteren Sicherungen bei.
Warum ich FreeFileSync für meine Landschaftsfotos nutze
Nach einer Fotoreise kommen bei mir schnell viele Gigabyte an RAW-Dateien zusammen. Hinzu kommen regelmäßig Änderungen am Lightroom-Katalog, neue Bildbearbeitungen und exportierte Fotos. Wenn ich diese Daten jedes Mal von Hand kopieren würde, müsste ich ständig kontrollieren, welche Ordner bereits gesichert wurden und welche nicht.
Mit FreeFileSync kann ich meine Sicherungsaufgaben jedoch einmal einrichten und anschließend immer wieder verwenden. So bleibt meine Ordnerstruktur auf der Arbeits-SSD und dem NAS identisch, ohne dass ich bei jedem Backup sämtliche Dateien erneut kopieren muss.

Die Software nutze ich allerdings nicht für den ersten Import meiner Fotos. Wenn ich nach einem Shooting die Speicherkarte auf mein MacBook und meine SanDisk-SSD kopiere, erledige ich das weiterhin ganz normal über den Finder. FreeFileSync kommt erst dann zum Einsatz, wenn ich meine bestehenden Laufwerke miteinander abgleichen möchte.
Fotos auf Reisen sichern – mein Backup mit dem iPhone
Auch auf meinen Fotoreisen möchte ich nicht darauf verzichten, meine Bilder regelmäßig zu sichern. Es wäre besonders ärgerlich, wenn nach mehreren Tagen in Schottland plötzlich eine Speicherkarte ausfällt und die Fotos verloren sind. Deshalb habe ich einen Backup-Workflow für unterwegs eingerichtet, der auch ohne MacBook funktioniert.
Dazu verbinde ich meine Speicherkarte und meine externe 4-TB-SanDisk-SSD mit meinem iPhone. Über die Dateien-App kopiere ich die RAW-Dateien direkt von der Speicherkarte auf die SSD. Da meine Nikon Z8 die Aufnahmen bereits auf zwei Speicherkarten speichert, habe ich anschließend drei Kopien meiner Fotos.
Bei besonders wichtigen Aufnahmen sichere ich die Dateien unterwegs zusätzlich auf einer zweiten SanDisk-SSD mit 1 TB Speicherplatz. Das mache ich beispielsweise, wenn ich einen außergewöhnlichen Sonnenaufgang fotografiert habe und die Bilder auf keinen Fall verlieren möchte.
Sobald ich wieder zu Hause bin, gleiche ich meine 4-TB-SSD mit meinem Synology-NAS ab. Die Speicherkarten formatiere ich aber erst dann, wenn meine monatliche Sicherung auf der extern gelagerten Festplatte abgeschlossen ist.
Wie du die Speicherkarte und die SSD mit deinem iPhone verbindest und die Fotos anschließend über die „Dateien”-App überträgst, zeige ich dir in einer separaten Anleitung.
So sichere ich meine Zeitraffer und Videodateien
Bei meinen Zeitrafferaufnahmen und Videos sieht mein Backup-Workflow anders aus als bei meinen Landschaftsfotos. Der Grund dafür ist die deutlich höhere Datenmenge. Gerade bei längeren Zeitraffersequenzen kommen schnell mehrere Hundert Gigabyte zusammen. Deshalb verwalte ich diese Dateien bewusst getrennt von meinem Fotoarchiv.
Für die aktuelle Bearbeitung nutze ich eine 4-TB-SSD von Samsung*. Darauf befinden sich die Video- und Zeitrafferdateien, die ich gerade benötige. Ähnlich wie bei meinen RAW-Dateien arbeite ich also direkt von einer externen SSD, während mein NAS als zentraler Speicher für die langfristige Sicherung dient.
In meinem Synology-NAS habe ich dafür zwei separate 12-TB-Festplatten* im RAID 1 eingerichtet. Mit FreeFileSync übertrage ich neue und veränderte Dateien von der SSD auf das NAS. Anders als bei meinen Landschaftsfotos verwende ich hier allerdings nicht die Spiegelungsfunktion, sondern die Aktualisierungsfunktion.
Der entscheidende Unterschied: Wenn ich eine Videodatei von meiner Samsung-SSD lösche, weil ich sie für die aktuelle Bearbeitung nicht mehr benötige, bleibt sie auf dem NAS erhalten. So kann ich den Speicherplatz meiner Arbeits-SSD regelmäßig freigeben, ohne gleichzeitig ältere Video- oder Zeitrafferaufnahmen aus meinem Archiv zu entfernen.
Einmal im Jahr, meistens im Winter, nehme ich mir Zeit, um die gespeicherten Video- und Zeitrafferdateien gründlich durchzusehen und auszusortieren. Das erledige ich direkt auf dem NAS und unabhängig von meiner Samsung-SSD. Zusätzlich sichere ich dieses Archiv einmal im Monat auf einer separaten Festplatte, die außerhalb meiner Wohnung aufbewahrt wird.
Meine wichtigsten Speichermedien für die Datensicherung
Für meinen Backup-Workflow setze ich verschiedene Festplatten ein, die jeweils eine bestimmte Aufgabe übernehmen. Dabei unterscheide ich vor allem zwischen schnellen SSDs, auf denen ich meine Fotos bearbeite, und größeren HDDs, die hauptsächlich zur Datensicherung dienen. Nicht jede Festplatte muss besonders schnell sein. Für mich ist entscheidend, dass sie zuverlässig funktioniert und ausreichend Speicherplatz bietet.
Für meine tägliche Bildbearbeitung nutze ich eine SanDisk 4TB SSD*. Darauf liegen meine RAW-Dateien und mein Lightroom-Katalog. Die SSD ist schnell genug, um direkt mit den Bildern in Lightroom zu arbeiten, und bietet mir deutlich mehr Speicherplatz als mein MacBook. Für aktuelle Video- und Zeitrafferprojekte verwende ich eine separate 4-TB-SSD von Samsung.
Meine 5TB-HDD von LaCie* steht direkt auf dem Schreibtisch und dient als zusätzliche Sicherung meiner Fotos und des Lightroom-Katalogs. Da ich auf dieser Festplatte nicht aktiv arbeite, benötige ich dafür keine besonders schnelle SSD. Eine klassische HDD ist für diesen Zweck vollkommen ausreichend und bei größeren Speicherkapazitäten meist günstiger.
Für die regelmäßige Sicherung und Archivierung verwende ich außerdem ein Synology-NAS mit vier Festplatteneinschüben*. Zwei 8-TB-Festplatten sind für meine Fotos vorgesehen, während ich auf zwei weiteren Festplatten mit jeweils 12 TB meine Videos und Zeitraffer sichere. Beide Festplattenpaare laufen unabhängig voneinander im RAID 1.
Zusätzlich besitze ich externe Festplatten, die ich außerhalb meiner Wohnung aufbewahre und einmal im Monat aktualisiere. Sie sind ein besonders wichtiger Bestandteil meiner Datensicherung, da sie meine Fotos auch dann schützen, wenn zu Hause mehrere Geräte gleichzeitig beschädigt werden oder verloren gehen.
Welche Festplatten du für ein zuverlässiges Backup benötigst, hängt davon ab, wie viele Fotos du bereits hast und wie groß dein Archiv ist. Du musst nicht direkt mit einem NAS und mehreren großen Festplatten beginnen. Wichtiger ist, dass du von Anfang an mehrere unabhängige Kopien deiner Fotos anlegst und dein System nach und nach an deine Bedürfnisse anpasst.
Cloud-Backup – warum ich nur fertig bearbeitete Fotos online sichere
Neben meinen lokalen Backups nutze ich auch die Cloud, allerdings nicht für mein gesamtes Fotoarchiv. Dort sichere ich ausschließlich meine fertig bearbeiteten Fotos, die ich in voller Auflösung als TIFF-Dateien exportiere. Meine ursprünglichen RAW-Dateien und den Lightroom-Katalog speichere ich weiterhin auf meinen eigenen Festplatten.
Der wichtigste Grund dafür ist, dass ich die Kontrolle über meine Daten behalten möchte. Im Laufe der Jahre hat sich eine große Menge an RAW-Dateien angesammelt. Würde ich sämtliche Aufnahmen zusätzlich in die Cloud hochladen, müsste ich nicht nur entsprechend viel Speicherplatz bezahlen, sondern wäre bei der Sicherung und Wiederherstellung auch von meiner Internetverbindung und dem jeweiligen Anbieter abhängig.
Natürlich hat ein vollständiges Cloud-Backup auch Vorteile. Die Daten befinden sich an einem anderen Standort und können je nach Dienst automatisch sowie mit einer Versionshistorie gesichert werden. Gerade bei einem Brand, Diebstahl oder einem größeren technischen Problem zu Hause kann das eine zusätzliche Absicherung sein. Für meinen persönlichen Workflow habe ich mich dennoch entschieden, die vollständigen RAW-Dateien lieber auf eigenen Datenträgern zu sichern.
Dass ich meine fertig bearbeiteten Landschaftsfotos zusätzlich als TIFF-Dateien in der Cloud ablege, hat einen einfachen Grund: Diese Bilder sind das Ergebnis meiner gesamten Arbeit – von der Planung und Aufnahme bis zur Bildbearbeitung. Sollte ich tatsächlich einmal sämtliche lokalen Sicherungen verlieren, hätte ich zumindest meine fertigen Fotos in hoher Qualität noch zur Verfügung.
Das ist allerdings kein vollständiger Ersatz für meine RAW-Dateien. Zwar kann ich mit einer TIFF-Datei weiterhin arbeiten, sie bietet mir jedoch nicht dieselben Möglichkeiten wie das ursprüngliche RAW in Verbindung mit meinem Lightroom-Katalog. Deshalb dient die Cloud bei mir lediglich als zusätzliche Absicherung für fertige Bilder, während meine eigentliche Backup-Strategie auf SSDs, HDDs und dem NAS basiert.
Fotos langfristig archivieren und organisieren
Ein zuverlässiges Backup für Fotografen schützt Fotos vor Datenverlust. Allerdings bringt mir die beste Datensicherung wenig, wenn ich nach Jahren eine bestimmte Aufnahme suche und mich nicht mehr daran erinnere, wo sie gespeichert ist. Deshalb sind für mich eine durchdachte Organisation meiner Fotos und eine Datensicherung untrennbar verbunden.
Über die Jahre haben sich auf meinen Festplatten viele Tausend RAW-Dateien angesammelt. Gerade nach längeren Fotoreisen entstehen schnell mehrere hundert Aufnahmen, von denen ich längst nicht alle dauerhaft benötige. Trotzdem sortiere ich nicht direkt nach jedem Shooting sämtliche Bilder aus. Stattdessen nehme ich mir einmal im Jahr, bevorzugt im Winter, bewusst Zeit, um mein Fotoarchiv gründlich aufzuräumen.

Dabei arbeite ich ausschließlich über meinen Lightroom-Katalog und nicht direkt über den Finder meines MacBooks. Das ist mir besonders wichtig, da Lightroom sonst den Bezug zu verschobenen oder gelöschten Dateien verlieren kann. So kann ich Aufnahmen aussortieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass meine Bildverwaltung übersichtlich bleibt.
Nach einer größeren Aufräumaktion gleiche ich meine Arbeits-SSD wieder mit meinem NAS ab. Dadurch wird auch die aktualisierte Ordnerstruktur übernommen. Bevor ich Dateien endgültig aus meinen Sicherungen entferne, kontrolliere ich allerdings genau, was gelöscht werden soll.
Wie ich meine Fotos organisiere, welche Ordnerstruktur ich verwende und wie ich mit Lightroom langfristig Ordnung in mein Bildarchiv bringe, habe ich in einem separaten Artikel ausführlich beschrieben. Fotos organisieren – mehr Ordnung in 5 Schritten
Die häufigsten Fehler beim Backup von Fotos
Auch bei der Datensicherung mit mehreren Festplatten kann einiges schiefgehen. Besonders problematisch ist, dass man sich oft zu sicher fühlt, sobald die Fotos auf einer externen Festplatte gespeichert sind. Dabei gibt es einige Fehler, die sich durch einen durchdachten Backup-Workflow relativ einfach vermeiden lassen.
Speicherkarten zu früh formatieren
Früher habe ich meine Speicherkarten direkt nach dem Übertragen der Bilder teilweise wieder formatiert. Heute lasse ich die Aufnahmen bewusst länger darauf gespeichert. Bei meiner Nikon Z8 nutze ich zwei 512-GB-Speicherkarten. Dadurch habe ich genügend Platz, um mehrere Shootings zu fotografieren, ohne die Karten sofort löschen zu müssen.
Erst wenn mein monatliches Backup abgeschlossen ist, formatiere ich die Karten. So bleiben sie bis dahin eine zusätzliche Sicherung. Wichtig ist natürlich, regelmäßig zu kontrollieren, wie viel Speicherplatz noch verfügbar ist.
Ein RAID-System mit einem vollständigen Backup verwechseln
Mein Synology-NAS arbeitet mit gespiegelten Festplatten im RAID-1-Verbund, sodass im Falle eines Festplattenausfalls keine unmittelbaren Datenverluste auftreten. Allerdings schützt mich das nicht vor allen Problemen.
Wenn ich beispielsweise versehentlich eine Datei lösche oder bei der Synchronisierung einen Fehler mache, kann sich dieser Fehler auch auf dem NAS wiederfinden. Deshalb sichere ich meine Daten zusätzlich auf unabhängigen Festplatten und bewahre eine davon außerhalb meiner Wohnung auf.
Backups erstellen, aber niemals überprüfen
Eine Sicherung ist nur dann hilfreich, wenn sich die gespeicherten Dateien im Ernstfall auch wieder öffnen lassen. Deshalb sollte man sich nicht allein darauf verlassen, dass ein Kopiervorgang fehlerfrei abgeschlossen wurde.
Ich halte es für sinnvoll, regelmäßig stichprobenartig RAW-Dateien und Lightroom-Kataloge aus den Sicherungen zu öffnen. Besonders bei einem größeren Fotoarchiv lohnt es sich außerdem, gelegentlich eine vollständige Wiederherstellung einzelner Ordner zu testen. So merkt man rechtzeitig, ob der eigene Backup-Workflow tatsächlich funktioniert.
Fazit – mein Backup für Fotografen
Im Laufe der Jahre habe ich meinen Backup-Workflow immer wieder angepasst und erweitert. Heute beginnt meine Datensicherung bereits beim Fotografieren mit zwei Speicherkarten und endet mit einer zusätzlichen Festplatte, die ich außerhalb meiner Wohnung aufbewahre. Dazwischen nutze ich eine externe SSD, eine weitere HDD und ein Synology-NAS, um meine RAW-Dateien und den Lightroom-Katalog mehrfach zu sichern.
Natürlich könnte ich einige Schritte automatisieren oder mein gesamtes Fotoarchiv zusätzlich in der Cloud speichern. Für mich funktioniert die Kombination aus regelmäßigen Sicherungen und der Kontrolle über meine eigenen Daten allerdings sehr gut. Besonders wichtig ist mir, dass ich jederzeit weiß, wo meine Fotos gespeichert sind und welche Sicherung zuletzt aktualisiert wurde.
Mein System ist über die Jahre gewachsen und sicherlich nicht für jeden Fotografen in dieser Form notwendig. Wer gerade erst mit der Fotografie beginnt, benötigt weder ein großes NAS noch mehrere Festplatten mit jeweils acht oder zwölf Terabyte Speicherplatz. Zunächst ist entscheidend, dass wichtige Aufnahmen nicht nur auf einem einzigen Datenträger liegen und mindestens eine Sicherung räumlich getrennt aufbewahrt wird.
Mir hat diese Strategie schon mehrfach wichtige Dateien gerettet. Und genau deshalb gehört das Backup für mich inzwischen ganz selbstverständlich zur Fotografie dazu. Schließlich möchte ich meine Zeit lieber draußen beim Fotografieren oder bei der Bildbearbeitung verbringen als mich darüber zu ärgern, dass unwiederbringliche Aufnahmen verloren gegangen sind.
Ein zuverlässiges Backup für Fotografen muss nicht kompliziert sein, sondern vor allem regelmäßig durchgeführt werden.
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Hi, bei deinem Level3: spiegelt du da dein NAS oder gehst du da auch von deiner urspr. LACIE 4 TB aus
Danke u lg
Klaus
Hallo Klaus. Bei Level 3 werden die Daten von der LaCie 4TB (meine produktive Festplatte) auf die externe Festplatte gezogen, da die aktuellsten Daten auf der LaCie liegen und nicht auf dem NAS 🙂
Ah genau, weil du da ja nur monatlich sicherst, beim genauen Lesen….. sorry. Ich Bau mir mein Backup System ähnlich auf, aber vorerst lasse ich ein NAS weg, wegen der geringeren Datenmenge – noch- nicht notwendig. Und mein Gedanke ist, daß ich es ja bei Bedarf dazu einbauen kann. Lg
Hi Florian,
sehr aufschlussreicher Ansatzzu dem ich noch Fragen habe.
Wie handelst du deine Lightroomkataloge? Denn irgendwann ist ja auch eine 4TB SSD für die tägliche Arbeit oder die 5TB HDD für die tägliche Sicherung am Ende?
Hast du also z.B. eine 4TB / 5TB für jeweils ein fotojahr und einen entsprechenden Lightroomkatalog pro Jahr?
Und wenn ein neues Jahr beginnt einen neue 4TB SSD / 5TB HDD auf der auch ein eigenständiger LR Katalog liegt?
Zudem ist ja auch irgendwann mal die Performance eines einzigen LR-Katalogs mit 100% Bestand über die Jahre am Anschlag…
Wie gehst du dann mit den NAS Sicherungen um wenn du mehrere Kataloge oder Jahres-Festplatten haben solltest?
Vg Sven
Hi Sven,
vielen Dank für deinen Kommentar!
Ich arbeite tatsächlich nur mit einem einzigen Lightroom-Katalog, in dem mittlerweile über 25.000 Fotos liegen. Performanceprobleme hatte ich damit bisher keine. Man kann übrigens auch mehrere Lightroom-Kataloge später wieder zusammenführen.
Meine Fotos teile ich nicht nach Jahren auf. Stattdessen sortiere ich regelmäßig aus, sodass meine 4-TB-SSD bisher nie voll geworden ist. Sobald beispielsweise Kundenaufträge abgeschlossen sind, entferne ich die RAW-Dateien, die ich nicht mehr benötige. Ältere Aufnahmen liegen teilweise noch auf meinem NAS. Auch dort sortiere ich regelmäßig aus, vor allem zum Jahresende.
Daten die ich langfristig behalten möchte, aber nicht mehr regelmäßig brauche, archiviere ich auf externen HDDs, die trocken und außerhalb meiner Wohnung gelagert werden. Darunter sind auch Aufnahmen, die bereits sechs oder sieben Jahre alt sind. Bevor ich solche Daten vom NAS lösche, wandern sie also zunächst ins Langzeitarchiv.
Dadurch bleibt mein aktiver Datenbestand überschaubar und ich benötige bisher weder jährlich neue Festplatten noch zusätzliche Lightroom-Kataloge.
Viele Grüße
Florian