Die richtigen Einstellungen für die Drohne sind entscheidend dafür, ob ein Luftbild nur nett aussieht oder als Landschaftsfotografie funktioniert. Gerade bei Drohnen wird häufig unterschätzt, wie stark Automatikprogramme die Bildwirkung einschränken. Für Social Media mag das ausreichen, für hochwertige Landschaftsfotografie jedoch nicht. Wer ernsthaft mit der Drohne fotografieren möchte, kommt um manuelle Einstellungen nicht herum.

Zwar liefern moderne Drohnen wie die DJI Mini- oder Mavic-Serie technisch sehr gute Sensoren, doch ihr volles Potenzial entfalten diese erst, wenn du die Kontrolle über Belichtung, Dynamikumfang und Bildaufbau selbst übernimmst. Besonders bei hohem Kontrast, zum Beispiel bei Sonnenauf- und -untergängen oder Küstenlandschaften, sind Einzelbilder oft zu limitiert. Deshalb arbeite ich in der Luft fast ausschließlich mit manuellen Panoramen und Belichtungsreihen. Nur so entstehen Dateien, die sich später wirklich sauber weiterverarbeiten lassen.

In diesem Artikel zeige ich dir, welche Einstellungen sich in der Praxis bewährt haben, warum automatische Modi für Landschaftsfotografen kaum sinnvoll sind und wie du mit Drohne, Histogramm und Belichtungsreihen Bilder erzeugst, die auch abseits von Instagram bestehen. Der Fokus liegt klar auf der Fotografie, ergänzt um die wichtigsten Grundlagen für die Videografie, falls du mit deiner Drohne auch filmen möchtest.

Warum die richtigen Drohnen-Einstellungen über Bildqualität entscheiden

In der Landschaftsfotografie beeinflussen die richtigen Einstellungen der Drohne oft stärker die Bildqualität als die Drohne selbst. Zwar liefern moderne Drohnen technisch gute Sensoren, doch ohne passende Einstellungen bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Wer sich ausschließlich auf die Automatik verlässt, verschenkt Dynamikumfang, Detailzeichnung und Kontrolle.

Gerade bei typischen Landschaftsszenen wie Sonnenauf- und -untergängen, Küsten oder Stadtpanoramen stößt die Automatik schnell an ihre Grenzen. Die Drohne versucht, ein Mittelmaß zu finden, wodurch es zu ausgefressenen Lichtern, dunklen Schatten oder uneinheitlich belichteten Aufnahmen kommt. Gute Landschaftsfotografie aus der Luft entsteht jedoch nicht durch Zufall, sondern durch bewusst gewählte Einstellungen für die Drohne.

Die wichtigste Grundlage ist die Kontrolle über Belichtung, ISO und Verschlusszeit. Wer diese Parameter manuell einstellt und das Histogramm dauerhaft aktiviert, erhält konsistente Dateien, die sich später sauber bearbeiten lassen. Genau hier liegt der Unterschied zwischen „Drohne fliegen“ und mit der Drohne fotografieren.

Besonders wichtig: Die richtigen Einstellungen der Drohne sorgen nicht nur für bessere Einzelbilder, sondern sind auch die Voraussetzung für Belichtungsreihen, manuelle Panoramen und hochwertige Landschaftsfotos, die auch bei großen Drucken oder anspruchsvoller Nachbearbeitung überzeugen.

In den nächsten Abschnitten gehen wir deshalb Schritt für Schritt durch die wichtigsten Drohnen-Einstellungen für Landschaftsfotografen – mit klarem Fokus auf Kontrolle statt Automatik.

Grundlegende Kameraeinstellungen für Drohnenfotografie

Bevor du dich mit speziellen Techniken wie Belichtungsreihen oder Panoramen beschäftigst, müssen zunächst die grundlegenden Kameraeinstellungen der Drohne stimmen. Diese Basis entscheidet nämlich darüber, ob deine Dateien überhaupt brauchbar sind. Viele Probleme entstehen nicht in der Nachbearbeitung, sondern bereits hier.

Der wichtigste Schritt ist, immer im RAW-Format zu fotografieren. JPEG-Dateien, die direkt von der Drohne kommen, sind stark vorbearbeitet und komprimiert. Sie lassen dir kaum Spielraum bei Lichtern und Schatten. RAW-Dateien hingegen enthalten deutlich mehr Bildinformationen und sind die Voraussetzung für professionelle Landschaftsfotografie aus der Luft.

Ebenso wichtig ist der manuelle Modus. Automatische Belichtungsprogramme reagieren ständig auf kleinste Helligkeitsänderungen im Bildausschnitt. Das führt zu wechselnden Belichtungen, was besonders bei Serien, Panoramen oder Belichtungsreihen problematisch ist. Im manuellen Modus bleibt die Belichtung hingegen konstant und reproduzierbar.

Das Histogramm sollte dauerhaft aktiviert sein. Es ist das einzige verlässliche Werkzeug, um zu beurteilen, ob Lichter ausfressen oder Schatten absaufen. Gerade bei Drohnen, deren Displays sich bei Sonnenlicht oft nur schwer ablesen lassen, ist das Histogramm wichtiger als das Vorschaubild.

einstellungen dji mini

Bei der ISO-Einstellung gilt eine einfache Regel: so niedrig wie möglich. Drohnensensoren sind klein, daher zeigt sich Rauschen schneller als bei Vollformatkameras. ISO 100 sollte der Standard sein, höhere Werte sollten nur verwendet werden, wenn es technisch nicht anders geht.

Die Verschlusszeit steuerst du abhängig vom Motiv. Bei Fotos spielt sie vor allem eine Rolle, um Verwacklungen durch Wind oder die Eigenbewegung der Drohne zu vermeiden. Es ist besser, eine etwas kürzere Zeit zu wählen und dafür die Blende oder den ISO-Wert bewusst anzupassen.

Diese grundlegenden Drohnen-Einstellungen bilden das Fundament. Erst wenn sie sauber gesetzt sind, machen fortgeschrittene Techniken wie Belichtungsreihen oder manuelle Panoramen wirklich Sinn. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Kostenloses E-Book: Die 5 größten Fehler in der Landschaftsfotografie

Vermeide die typischen Stolperfallen bei Komposition, Motivwahl und Licht – mit meinem kompakten Guide.

Die besten Foto-Einstellungen für Landschaftsfotografie mit der Drohne

In der Landschaftsfotografie mit der Drohne geht es nicht so sehr um spektakuläre Perspektiven, sondern um saubere, konsistente Bilddaten. Die besten Fotoeinstellungen sind deshalb diejenigen, die dir maximale Kontrolle und den größtmöglichen Spielraum in der Nachbearbeitung bieten.

Ich arbeite bei Drohnenaufnahmen grundsätzlich immer manuell. Blende, ISO und Verschlusszeit werden bewusst gesetzt und nicht der Automatik überlassen. Nur so bleibt die Belichtung über mehrere Aufnahmen hinweg identisch, was eine Grundvoraussetzung für Belichtungsreihen, Panoramen und professionelle Bildbearbeitung ist.

Die ISO-Einstellung bleibt dabei auf dem niedrigsten nativen Wert, in der Regel ISO 100, da Drohnensensoren empfindlich auf Rauschen reagieren und jede ISO-Erhöhung den Dynamikumfang reduziert. Ich passe lieber die Verschlusszeit an, als die ISO unnötig zu erhöhen.

Die Verschlusszeit dient hauptsächlich der Stabilisierung. Auch wenn die Drohne scheinbar ruhig schwebt, wirken Wind und Mikrobewegungen. Zu lange Zeiten können vor allem bei Tele-Brennweiten oder höherer Flughöhe feine Unschärfen erzeugen. Ein guter Richtwert ist daher, nicht unter 1/80 s zu gehen, sofern die Lichtverhältnisse es zulassen.

Ganz entscheidend ist, dass das Histogramm immer aktiviert ist. Das Vorschaubild ist besonders bei starkem Gegenlicht oder tief stehender Sonne trügerisch. Ich belichte grundsätzlich so, dass die Lichter nicht ausfressen, auch wenn das Bild auf dem Display etwas dunkel wirkt. Schatten lassen sich retten, verlorene Lichter nicht.

Diese Fotoeinstellungen sorgen dafür, dass jede Aufnahme technisch einwandfrei ist. Sie bilden die Grundlage für Belichtungsreihen und manuelle Panoramen, die Drohnen in der Landschaftsfotografie so wirkungsvoll machen. Darauf werden wir im nächsten Abschnitt näher eingehen.

Belichtungsreihen mit der Drohne: Pflicht für saubere Landschaftsfotos

In der Landschaftsfotografie sind Belichtungsreihen mit der Drohne keine Option, sondern Pflicht. Der Dynamikumfang aus der Luft ist fast immer zu hoch für eine einzelne Aufnahme, insbesondere bei Sonnenauf- und -untergängen, Aufnahmen von Küstenlinien, Städten oder Motiven mit Himmel und dunklem Vordergrund.

Ich arbeite bei Drohnenaufnahmen daher konsequent mit Belichtungsreihen, meist mit 7er- oder 9er-Reihen und einem Blendenabstand von einer ganzen Blendenstufe. So sind sowohl die Lichter als auch die tiefen Schatten sauber abgedeckt. Alles, was darunter liegt, ist oft zu knapp und lässt in der Nachbearbeitung wenig Spielraum.

Wichtig ist dabei, dass die Belichtungsreihen immer im manuellen Modus erstellt werden. Die Kamera darf zwischen den Aufnahmen nichts selbstständig verändern. ISO und Blende bleiben fix, lediglich die Verschlusszeit variiert. Nur so entstehen saubere, konsistente Serien, die sich später problemlos zusammenfügen lassen.

Gerade bei Drohnen ist es entscheidend, während der Belichtungsreihe das Histogramm im Blick zu behalten. Das Ziel ist nicht ein „schönes“ Vorschaubild, sondern eine saubere Abdeckung des gesamten Tonwertumfangs. Die hellste Aufnahme darf ruhig dunkel wirken, solange die Lichter erhalten bleiben.

belichtungsreihe drohne dji

Diese Arbeitsweise ist die Grundlage für hochwertige Drohnenfotos. In der professionellen Landschaftsfotografie reichen Einzelaufnahmen nur selten aus. Wer tiefe Farben, kontrollierte Kontraste und natürliche Lichtstimmungen erzielen möchte, kommt um Belichtungsreihen nicht herum.

Wie diese später sauber zusammengeführt und verarbeitet werden, erkläre ich ausführlich in meinem Guide zur Belichtungsreihe. Im nächsten Abschnitt gehen wir noch einen Schritt weiter und kombinieren Belichtungsreihen mit manuellen Panoramen – eine Technik, die das Maximum aus der Drohne herausholt.

Belichtungsreihe mit der DJI Mini 5 Pro

Für die Landschaftsfotografie solltest du bei der DJI Mini 5 Pro bewusst den 12-MP-Modus statt 50 MP wählen. Der 50-MP-Modus mag zwar verlockend klingen, führt in der Praxis jedoch zu deutlich längeren Speicher- und Verarbeitungszeiten nach jeder Aufnahme.

Gerade bei Belichtungsreihen oder mehreren aufeinanderfolgenden Aufnahmen bremst dich das aus und erhöht das Risiko von Verwacklungen oder Positionsänderungen der Drohne. Mit 12 MP arbeitet die Mini 5 Pro spürbar flüssiger und zuverlässiger. In Kombination mit Panoramen erreichst du trotzdem eine extrem hohe Gesamtauflösung. Warum das gerade bei manuellen Panoramen entscheidend ist, erkläre ich im nächsten Abschnitt.

Manuelle Panoramen mit der Drohne: Mehr Auflösung, mehr Kontrolle

Wenn ich mit der Drohne ernsthaft Landschaftsfotografie betreibe, fotografiere ich Panoramen grundsätzlich manuell. Nicht, weil die Automatik schlecht wäre, sondern weil sie mir zu wenig Kontrolle über Belichtung, Dynamikumfang und Bildwirkung lässt.

Mein Workflow ist dabei immer gleich: Ich stelle die Drohne vollständig manuell ein, aktiviere eine Belichtungsreihe (in der Regel 7er- oder 9er-Reihen mit einem EV-Abstand) und schwenke die Kamera Bild für Bild selbst über die Szene. Hierbei achte ich auf eine Überlappung von 30% zwischen jeder Bildausschnitt. Jedes einzelne Teilbild des Panoramas besteht also bereits aus einer Belichtungsreihe. Das Ergebnis ist kein klassisches Panorama, sondern ein hochaufgelöstes, dynamikstarkes Landschaftsbild, das sich später sauber zusammensetzen lässt.

panorama drohne dji mini

Der große Vorteil dabei ist, dass du maximale Auflösung mit maximalem Dynamikumfang kombinierst. Das ist besonders bei Sonnenauf- oder -untergängen, Gegenlicht oder Nebelstimmungen entscheidend. Einzelbilder aus der Drohne stoßen hier schnell an ihre Grenzen, Panoramen mit Belichtungsreihen hingegen nicht.

Wichtig dabei ist, das Histogramm immer zu aktivieren. Ich kontrolliere vor jeder Reihe, ob die Lichter sauber liegen. Die Drohne verzeiht weniger als eine Vollformatkamera. Wenn Highlights ausfressen, sind sie weg. Deshalb belichte ich lieber minimal auf die Lichter und hole mir den Rest über die Belichtungsreihe zurück.

Ein weiterer Vorteil manueller Panoramen ist, dass du nicht an die vorgegebenen Panorama-Raster der Drohne gebunden bist. Du bist nicht an die vorgegebenen Panorama-Raster der Drohne gebunden. Ich entscheide selbst, wie viele Reihen ich brauche – manchmal nur eine horizontale Reihe, manchmal mehrere Ebenen. Gerade bei komplexen Landschaften gibt mir das deutlich mehr Freiheit.

Kurz gesagt: Für professionelle Landschaftsfotografie mit der Drohne sind manuelle Panoramen keine Zusatzoption, sondern die Basis. Einzelbilder funktionieren, wenn die Lichtverhältnisse einfach sind. Sobald es jedoch spannend wird, gehe ich immer diesen Weg.

DJI Mini & Mavic: Unterschiede, die du bei den Einstellungen kennen musst

Auch wenn sich die Bedienung der DJI Mini und Mavic auf den ersten Blick ähnelt, gibt es entscheidende Unterschiede bei den Einstellungen, die du kennen solltest – vor allem, wenn du die Drohne gezielt für die Landschaftsfotografie einsetzen möchtest.

Der größte Unterschied liegt im Sensor und im Dynamikumfang. Die Mavic-Modelle bieten in der Regel etwas mehr Reserven in den Lichtern und Schatten. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Mini-Modelle schlechter sind, sondern lediglich, dass sie weniger verzeihen. Genau deshalb ist sauberes Arbeiten bei der Mini noch wichtiger. Das Histogramm sollte immer aktiv sein, die Belichtung muss bewusst gesetzt werden und Belichtungsreihen müssen konsequent genutzt werden. Wer die Mini wie eine „kleine Spielzeugdrohne“ behandelt, verschenkt enorm viel Potenzial.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Arbeitsgeschwindigkeit. Die Mini-Modelle sind leichter, reagieren schneller auf Wind und benötigen etwas mehr Aufmerksamkeit beim Schweben. Dadurch werden manuelle Panoramen anspruchsvoller, aber nicht unmöglich. Mit kurzen Speicherzeiten (z. B. 12 MP statt 50 MP) und klaren Bewegungsabläufen lassen sich auch mit der Mini sehr präzise Panoramen fotografieren. Bei der Mavic ist das Ganze etwas entspannter, da sie ruhiger in der Luft liegt.

Auch bei den Videoeinstellungen gibt es Unterschiede. Während die Mavic-Modelle oft mehr Reserven bei Codecs und Profilen bieten, liefern auch die Mini-Drohnen in D-Log sehr brauchbares Material – vorausgesetzt, die Belichtung ist korrekt. Überbelichtete Lichter lassen sich weder bei der Mini noch bei der Mavic retten. Hier gilt: Lieber etwas zu dunkel filmen und anschließend kontrolliert nacharbeiten.

Video-Einstellungen für Landschaftsaufnahmen mit der Drohne

Auch wenn mein Fokus klar auf der Fotografie liegt, spielt die Videofunktion bei der Drohne eine wichtige Nebenrolle. Gerade kurze Sequenzen können eine Landschaft emotional ergänzen – vorausgesetzt, die Videoeinstellungen sind korrekt. Viele Probleme bei Drohnenvideos entstehen nicht durch fehlende Technik, sondern durch falsche Automatiken.

Der wichtigste Punkt zuerst: Immer manuell arbeiten! Die automatische Belichtung führt bei Drohnenvideos fast immer zu sichtbarem Pumpen, sobald sich Himmel, Boden oder die Lichtverhältnisse ändern. Stelle deshalb ISO, Blende (falls vorhanden) und Verschlusszeit bewusst ein und ändere sie während der Aufnahme nicht. So bleibt das Bild ruhig und gleichmäßig.

Für die Bildprofile gilt: Nutze D-Log bzw. D-Log M, wenn du das Material später bearbeiten willst. Diese Profile wirken auf den ersten Blick flach, enthalten aber deutlich mehr Reserven in Lichtern und Schatten. Das ist besonders bei Sonnenauf- oder -untergängen entscheidend. Aktiviere gleichzeitig das Histogramm, damit du überbelichtete Bereiche sofort erkennst. Was im Video ausgefressen ist, bleibt auch in der Nachbearbeitung verloren.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Verschlusszeit. Halte dich möglichst an die 180-Grad-Regel: Die Verschlusszeit sollte etwa doppelt so hoch sein wie die Bildrate (zum Beispiel 1/50 s bei 25 fps). Um Bewegungen natürlich wirken zu lassen, benötigst du fast immer ND-Filter, selbst bei bewölktem Himmel. Ohne ND-Filter wirkt das Bild schnell hektisch und unruhig.

einstellungen für die drohne

Bei der Bewegung gilt: Weniger ist mehr. Langsame, gleichmäßige Bewegungen wirken deutlich besser als schnelle Schwenks oder Richtungswechsel. Die Drohne ist kein Action-Tool, sondern ein schwebendes Stativ. Plane deine Bewegungen im Voraus und konzentriere dich auf eine klare Bildidee.

Auch die richtige Erwartungshaltung ist wichtig: Drohnenvideos sind kein Ersatz für die Fotografie, sondern eine Ergänzung. Wer versucht, alles zu filmen, verliert oft den Fokus. Ein sauber und ruhig gefilmtes Video von wenigen Sekunden ist wertvoller als mehrere Minuten hektisches Material.

Foto oder Video? Warum Landschaftsfotografen anders denken sollten

In der Landschaftsfotografie mit Drohnen stellt sich zwangsläufig die Frage: Foto oder Video? Wer versucht, beides gleichzeitig zu machen, bekommt am Ende weder starke Fotos noch überzeugende Videos. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Dateiformat, sondern in der Denkweise.

Landschaftsfotografen denken in Einzelbildern. Sie warten auf das richtige Licht, achten auf die Komposition, arbeiten mit Belichtungsreihen und kontrollieren den Dynamikumfang. Genau dieses Denken passt perfekt zur Drohnenfotografie. Ein gutes Drohnenfoto entsteht nicht durch Bewegung, sondern durch Position, Höhe und Perspektive. Wer sauber fotografiert, bewusst belichtet und das Histogramm im Blick behält, erhält Bilder, die sich problemlos in hochwertige Landschaftsserien integrieren lassen.

Video hingegen erfordert eine andere Herangehensweise. Bewegung wird zum Gestaltungsmittel, Timing ist entscheidend und Fehler fallen sofort auf. Für viele Landschaftsfotografen bedeutet das zusätzlichen Stress, der vom eigentlichen Erlebnis ablenkt. Deshalb arbeite ich persönlich nach dem folgenden klaren Prinzip: Erst fotografiere ich, dann nehme ich – wenn es passt – eine kurze Videosequenz auf. Nicht umgekehrt.

Gerade bei Drohnen ist diese Trennung wichtig. Wenn du versuchst, während einer idealen Lichtsituation gleichzeitig Fotos, Panoramen und Videos zu produzieren, verlierst du schnell den Überblick. Die Folge sind Kompromisse in allen Bereichen. Besser ist es, sich pro Flug klar zu entscheiden: Entweder den Fokus auf Fotografie legen oder sich auf ein kurzes Video konzentrieren.

Für die professionelle Landschaftsfotografie sind Fotos mit sauberem Dynamikumfang, hoher Auflösung und kontrollierter Belichtung nach wie vor deutlich vielseitiger einsetzbar als Videos. Sie lassen sich groß drucken, detailliert bearbeiten und erzählen oft eine stärkere Geschichte – ganz ohne Bewegung.

Häufige Fehler bei Drohnen-Einstellungen (und wie du sie vermeidest)

Die meisten Probleme bei Drohnenfotos entstehen nicht durch Wind, Reichweite oder Technik, sondern durch falsche Einstellungen. Viele dieser Fehler wiederholen sich immer wieder und lassen sich durch mehr Aufmerksamkeit leicht vermeiden.

Ein sehr häufiger Fehler ist beispielsweise das Arbeiten im Automatikmodus. Die Drohne versucht dabei ständig, einen Mittelwert zu finden, und reagiert auf jede kleine Helligkeitsänderung. Das führt zu schwankender Belichtung, ausgefressenen Lichtern und inkonsistenten Serien. Die Lösung ist simpel: Manuell arbeiten, das Histogramm aktivieren und die Belichtung bewusst setzen.

Ein weiterer Klassiker ist das ignorierte Histogramm. Viele verlassen sich auf das Displaybild, das je nach Umgebungslicht täuschen kann. Gerade bei hellem Himmel wirken Bilder oft korrekt, obwohl die Lichter bereits ausfressen. Wer das Histogramm konsequent nutzt, erkennt sofort, ob noch Zeichnung vorhanden ist. Das ist besonders wichtig bei Sonnenauf- und -untergängen.

Auch Einzelfotos in kontrastreichen Situationen sind ein häufiger Fehler. Landschaften von oben haben fast immer einen größeren Dynamikumfang als der Sensor abbilden kann. Ohne Belichtungsreihe gehen entweder Himmel oder Boden verloren. Deshalb nutze ich bei wichtigen Motiven nahezu immer 7er- oder 9er-Belichtungsreihen. Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema findet sich in meinem Beitrag zur Belichtungsreihe.

Ein oft unterschätzter Punkt ist die falsche Auflösungseinstellung. Gerade bei der Mini-Serie führt die 50-MP-Option zu langen Speicherzeiten, was Panoramen unnötig erschwert. In vielen Fällen sind 12 MP die bessere Wahl, da sie ein flüssigeres Arbeiten ermöglichen und die Bildqualität für Panoramen völlig ausreicht.

Zuletzt: zu viel Bewegung. Schnelle Schwenks, hektische Positionswechsel oder das gleichzeitige Filmen und Fotografieren führen selten zu guten Ergebnissen. Die Drohne ist kein Actiongerät, sondern ein schwebendes Stativ. Wer sich Zeit nimmt, die Drohne sauber positioniert und gezielt arbeitet, wird deutlich bessere Bilder mit nach Hause bringen. Hast du die richtigen Einstellungen für die Drohne ausgewählt, wirst du professionellere Landschaftsfotos fotografieren.

Fazit: Gute Drohnenfotos entstehen nicht durch Technik, sondern durch Kontrolle

Gute Drohnenfotos entstehen nicht dadurch, dass eine Drohne neu, teuer oder besonders leistungsfähig ist. Sie entstehen, weil du die Kontrolle über deine Einstellungen übernimmst. Wer manuell arbeitet, das Histogramm nutzt und bewusst entscheidet, wann ein Einzelbild ausreicht und wann eine Belichtungsreihe oder ein Panorama erforderlich ist, hebt sich sofort von der Masse ab.

Gerade in der Landschaftsfotografie ist die Drohne kein Spielzeug, sondern ein präzises Werkzeug. Sie erweitert deinen Blick, ersetzt aber nicht die Grundlagen der Fotografie. Licht, Komposition und Timing bleiben entscheidend, egal ob du vom Boden oder aus der Luft fotografierst. Technik hilft dir nur, wenn du sie gezielt einsetzt.

Wenn du beginnst, deine Drohne wie ein fliegendes Stativ zu behandeln, änderst du automatisch deine Arbeitsweise. Du wirst ruhiger, planst bewusster und nimmst dir mehr Zeit für jede Aufnahme. Genau hier entstehen Bilder, die langfristig überzeugen – nicht durch spektakuläre Flugmanöver, sondern durch saubere Entscheidungen.

Am Ende gilt: Die besten Drohnenfotos entstehen nicht durch mehr Technik, sondern durch mehr Kontrolle. Du musst die Einstellungen für die Drohne kennen und richtig anwenden.


Willst du Landschaften fotografieren wie ein Profi?

Du möchtest keine neuen Tutorials, Fotospots und Bildbearbeitungstricks mehr verpassen? Dann trag dich jetzt ein und mach den nächsten Schritt in deiner fotografischen Entwicklung.

Über 3.000 Fotografen sind bereits dabei, um regelmäßig meine besten Tipps, Tutorials und Geschichten direkt in ihr Postfach zu erhalten. Hol dir jetzt frische Inspiration für deine Landschaftsfotografie!

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Ich empfehle nur Produkte, die ich selbst getestet habe oder voll und ganz hinterstehe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert