Die hyperfokale Distanz ist sowohl für Anfänger und für fortgeschrittene Fotografen ein wichtiges Thema. Damit deine Landschaftsfotos vom Vordergrund bis in den Hintergrund scharf sind, gebe ich dir in diesem Blog die wichtigesten Fakten zur Hyperfokalen Distanz mit auf den Weg.

Hyperfokale Distanz erklärt:

1. Was ist die Hyperfokale Distanz:

Die Hyperfokaldistanz ist eine bestimmte Fokussierungsentfernung, die deinem Landschaftsfoto eine große Tiefenschärfe gibt. Betrachte zum Beispiel eine Landschaft, in der alles – Vorder- und Hintergrund – scharf abgebildet werden soll. Fokussierst du auf den Vordergrund, ist der Hintergrund unscharf. Und umgekehrt ist der Vordergrund unscharf. Wie kannst du das umgehen? Die Lösung: Damit sowohl die Vorder- als auch die Hintergrundelemente des Motives scharf abgebildet werden, wähle den Fokuspunkt zwischen den beiden Elementen. Dieser Fokuspunkt wird als hyperfokale Distanz bezeichnet.

Wichtige Faktoren bei der Hyperfokalen Distanz ist die Blende sowie die Brennweite des Objektives. Bei einer Blende von z.B. f/2, musst du recht weit entfernt fokussieren, damit Objekte im Unendlichen scharf erscheinen. Die optimale Blende in der Landschaftsfotografie ist von f/8 bis f/13. Dann sind entfernte Objekte weiterhin scharf, auch wenn dein Objektiv auf ein näheres Bildelement fokussiert ist. In diesem Fall rückt also die hyperfokale Entfernung bei kleinere Blende näher an dein Objektiv heran.

Ein weiterer Faktor im Bezug auf die Hyperfokale Distanz ist deine gewähle Brennweite. Je mehr Du zoomst, je weiter entfernt sich deine hyperfokale Distanz. Bei einem 14mm-Objektiv kann das Vordergrundelement nach Situation nur wenige Zentimeter entfernt liegen. Bei Telefotos (z.B. mit einem 200mm-Objektiv) kann die Hyperfokale Distanz mehrere Hundert Metern betragen.

2. Wann solltest du die Hyperfokale Entfernung verwenden?

Nicht alle Situationen erfordern, dass du dein Objektiv auf die hyperfokalen Entfernung fokussierst. Der hyperfokale Abstand ist nur dann wichtig, wenn du Vordergrund wie z.B. einen Wasserfall sowie entferne Berge auf deinem Bild zu sehen sind. Schließlich möchtest du sowohl den Vordergrund als auch den Hintergrund scharf fotografieren. Du solltest dir bewusst sein, dass du nur auf einen Punkt zwischen dem Vordergrund und Hintergrund fokussierst. Ein perfekt scharfes Bild zu fotografieren ist nur schwer möglich.

Ebenso kommt selbst eine Hyperfokale Distanz nicht zur Rettung, wenn du  Objekte hast, die zu nah an deiner Linse sind. Damit du dennoch ein scharfes Landschaftsbild fotografieren kannst gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Du kannst das Fokus-Stacking verwenden (du nimmst mehrere Fotos in unterschiedlichen Fokusentfernungen auf und blendest sie in der Nachbearbeitung zusammen), oder du stellst deine Kamera um 1-2 Meter nach hinten damit auch der Vordergrund schaf abgebildet wird. Die Technik des Fokus Stacking habe ich in einem anderen Blog zusammengefasst.

3. Fokussieren mit dem LiveView

Eine beste und einfachste Methode zur Ermittlung der Distanz ist das Fokussieren mit dem Live-View. Fotografiere deine Landschaft und vergrößere die Ansicht auf der Kamera auf 100 Prozent. Scrolle nun vom Himmel in den Vordergrund. Der letzte scharfe Punkt ist deine Hyperfokale Distanz. Diese Methode ist nicht immer zu 100 Prozent perfekt, jedoch nutze ich sie häufig. Damit das Vorschaubild beurteilbar ist, solltest du die schärfe deines LCD-Display der Kamera einstellen. Stelle dazu die Schärfe des Displays nach unten. Oft wird dies nicht beachtet und unschafe Bilder können scharf wirken.

4. Hyperfokaldistanz mit PhotoPills berechnen

In der Landschaftsfotografie nutze ich viele Apps zur Planung meiner Fotos. Einer der häufiggenutzten App ist PhotoPills.

Ein wichtiger Grund warum ich PhotoPills benutze ist, dass die Tabelle der Hyperfokalentfernung eine Augmented-Reality-Funktion (AR) eingebaut hat. Diese nutzt die Kamera deines Smartphones, um dir zu zeigen, wo die Hyperfokalentfernung in deiner Szene liegt. Die Genauigkeit des Feature habe ich mit einem Maßband getestet und festgestellt, dass sie bis auf wenige Zentimeter genau ist. Im Zweifelsfall stelle ich die Schärfe auf einen Wert ein, der knapp über dem liegt, was die PhotoPills AR als Hyperfokaldistanz angibt. Das BIld sollte dennoch nach jedem Auslösen überprüft werden.

So nutzt du PhotoPills zur Messung der Hyperfokalen Distanz:

  1. PhotoPills öffnen
  2. Klicken auf “Hyperfokaltabelle”
  3. Geben nun deine Kamera in der oberen Registerkarte ein
  4. Scrollen nach unten, um deine Brennweite auf der linken Spalte zu finden
  5. Blättern Sie nach links, um deine eingestellte Blende zu finden
  6. Klicke auf den Wert für den hyperfokalen Abstand in der Tabelle – das Kästchen wird blau, wenn es ausgewählt ist.
  7. Klicken nun auf AR im unteren mittleren Menübereich
  8. Das Augmented-Reality-Overlay wird durch die Kamera des Smartphones angezeigt.

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