Die Vorstellung, eine Landschaft mit einem Teleobjektiv zu fotografieren, ist für viele Fotografen ein Widerspruch. Schließlich werden die meisten Landschaftsaufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv gemacht. In den ersten Jahren fotografierte ich meistens nur mit einer Brennweite zwischen 14 und 70 Milimeter. Nach und nach merkte ich, dass die Fotos eintönig aussehen. Kurzum bestellte ich mir mein erstes Teleobjektiv. Dies war das Tamron 70-200mm.

Aber wie die Schönheit der Kunst ist, liegt die Wahl des Objektivs ganz bei Dir. Wenn Du mit einem Weitwinkelobjektiv fotografieren möchtest, ist das dein Vorrecht. Sowohl Weitwinkelobjektive als auch Teleobjektive geben dem Landschaftsfotografen wunderbare Möglichkeiten die Szene nach den eigenen Vorstellungen zu fotografieren.

Landschaftsfotografie mit Teleobjektiv

Zum Beispiel haben die meisten Landschaftsfotografen die unangenehme Angewohnheit, sich zu sehr auf Weitwinkelobjektive zu verlassen. Weitwinkel gelten als das “Landschaftsobjektiv”, weil sie viel von der Landschaft einfangen und die Größe und Wirkung von Objekten im Vordergrund und dramatischen Himmeln beeinflussen können. Wenn du jedoch immer nur einen Objektivtyp für die Landschaftsfotografie verwendest, werden die Fotos vorhersehbar und formelhaft. Auch wenn Weitwinkelobjektive immer zum Basic-Zeug im Rucksack eines Landschaftsfotografen sein werden, solltest du längere Brennweiten nicht übersehen.

Die Wahl der Brennweite hat in der Landschaftsfotografie einen großen Einfluss darauf, wie du die Landschaft fotografierst. Dadurch beeinflusst du auch wie Deine Aufnahmen aussehen und betont werden. Weitwinkelobjektive mögen in vielen Fällen die beste Wahl sein. Aber ihre Fähigkeit, die Perspektive zu strecken, ist nicht immer wünschenswert. Sie vermindern effektiv die Größe und Bedeutung weiter entfernter Landschaftselemente. Beispielsweise wird die Wirkung und Dominanz von Hügeln und Bergen erheblich verringert, wenn Du in dieser Szene ein Weitwinkelobjektiv nutzt.

Als Anfänger stellt man ich die Frage, was ein Teleobjektiv ist. Im Allgemeinen wird alles, was länger als 70 mm ist, als Teleobjektiv betrachtet. Aufgrund der Bauweise, ermöglichen sie es den Fotografen, Details innerhalb der Landschaft zu isolieren. Trotz dieser Fähigkeit werden Teleobjektive von Landschaftsliebhabern oft übersehen. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Landschaftsfotografen durch zahlreiche Fotobücher und Zeitschriftenartikel dazu konditioniert wurden, immer im Weitwinkel zu denken. Längere Brennweiten können sich jedoch für viele Szenen als effektiver erweisen.

Längere Objektive haben nicht nur die Fähigkeit, Details, Form und Gestalt in der Landschaft hervorzuheben, sondern sie scheinen auch die Perspektive zu komprimieren oder zu verkürzen. Obwohl (technisch gesehen) lange Objektive die Perspektive nicht wirklich komprimieren, können sie diesen Eindruck durchaus erzeugen. Die Perspektive ist einfach ein Effekt des Abstands zwischen Kamera und Motiv: Je weiter man vom Motiv entfernt ist, desto kleiner erscheint der Abstand zwischen dem Motiv und seinem Hintergrund. Um erfolgreich weiter entfernte Landschaften zu fotografieren, benötigt man ein längeres Objektiv, so dass Teleaufnahmen verständlicherweise eng mit dem visuellen Effekt der Verkürzung assoziiert werden.

Während Weitwinkelobjektive die Fähigkeit zugeschrieben wird, Tiefe zu erzeugen, sind Teleaufnahmen gut geeignet, um interessante Details, Wiederholungen und Muster in der Landschaft hervorzuheben. Sie sind eine gute Wahl, wenn du in einer chaotischen Umgebung Struktur oder Einfachheit festhalten möchtest. Mit einem Teleobjektiv ist es in der Landschaftsfotografie möglich, unnötige Elemente aus der Komposition auszuschließen und sich stattdessen auf Ebenen innerhalb der Landschaft, Form und Gestalt zu konzentrieren. Die Telekomprimierung trägt dazu bei, dass ein hügeliger oder gebirgiger Hintergrund größer und imposanter erscheint und einen “gestapelten” Effekt erzeugt. Eine Brennweite im Bereich von 70-200 mm ist ideal für Aufnahmen ländlicher Szenen und ermöglicht es den Fotografen, formschöne Bäume hervorzuheben oder interessante Gebäude und Sehenswürdigkeiten in der Landschaft hervorzuheben. Seit einigen Monaten fotografiere ich mit dem Tamron 100 – 400mm. Testbericht folgt 🙂

Eine Brennweite von 100 mm oder länger eignet sich auch gut für die Aufnahme von Silhouetten und ermöglicht die Isolierung von Objekten mit starken, sofort erkennbaren Umrissen – wie Bäume, Gebäude oder ikonische Wahrzeichen.

Fazit

Ein Teleobjektiv rechtfertigt mehr als einen Platz in deinem FotoRucksack und bietet die nötige Vielseitigkeit und unendliche kreative Möglichkeiten. Immer noch nicht überzeugt? Probieren Sie Landschaften mit langen Objektiven selbst aus, und Sie werden bald ein Teleobjektiv als integralen Bestandteil Ihrer Landschaftsausrüstung in Betracht ziehen. Die Landschaftsfotografie ohne Teleobjektiv wäre mich heutzutage nicht mehr möglich.

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