Viele möchten eine Langzeitbelichtung fotografieren, da ihnen dieser weiche, fließende Effekt bekannt ist, bei dem Wasser beruhigt oder Wolken zu langen Linien geformt werden. In der Praxis merkt man jedoch schnell, dass es nicht ausreicht, die Belichtungszeit zu verlängern. Eine Langzeitbelichtung verändert das Verhältnis von Zeit und Licht und zwingt dich, bewusster zu sehen. Sie zeigt dir, wie sich ein Moment streckt und wie Bewegungen, die du vor Ort kaum wahrnimmst, auf dem fertigen Foto plötzlich sichtbar werden.

Gerade in der Landschaftsfotografie entsteht so ein Gefühl für Ruhe, Geduld und Licht. Die Technik ist wichtig, doch der eigentliche Reiz liegt in der Art und Weise, wie du eine Szene erlebst, während die Kamera arbeitet. Manchmal reicht schon eine halbe Sekunde, um ein Bild völlig zu verändern; manchmal braucht es hingegen Minuten, in denen du nur das leise Klicken des Verschlusses hörst.

In diesem Guide zeige ich dir Schritt für Schritt, was du dafür brauchst und wie du eine Langzeitbelichtungen fotografieren kannst, dass sie deine Bilder nicht nur korrekt belichten, sondern auch die Atmosphäre des Motivs einfangen.

Was eine Langzeitbelichtung eigentlich ist und wann man lange Belichtungen fotografiert

Eine Langzeitbelichtung fotografieren bedeutet in der Praxis, dass du deine Aufnahme länger belichtest, als du sie aus der Hand halten kannst. Ab diesem Punkt wird ein Stativ notwendig, da selbst kleinste Bewegungen das Bild sonst verwackeln würden.

Viele denken dabei sofort an Zeiten von 10 oder 30 Sekunden, doch eine Langzeitbelichtung beginnt oft viel früher. Bereits eine halbe Sekunde kann ausreichen, um Wasser weicher erscheinen zu lassen oder erste Bewegungen in Wolken sichtbar zu machen. Entscheidend ist nicht die Zahl auf dem Display, sondern ob sich das Motiv in dieser Zeit sichtbar verändert.

Damit eine Langzeitbelichtung ihren Effekt zeigt, braucht es immer Bewegung im Bild. Ein Wasserfall, der an Ort und Stelle bleibt, erzeugt bei einer kurzen Belichtung harte Strukturen und feine Details. Verlängerst du die Belichtungszeit, verschwimmen diese Strukturen und der Fluss wirkt weicher oder sogar nebelartig. Bei Wolken ist es ähnlich. Ein klarer Himmel zeigt auch nach langer Zeit kaum Veränderungen, während ziehende Wolken die gesamte Stimmung verändern.

Wenn du verstehst, wie sich Bewegung und Belichtungszeit gegenseitig beeinflussen, erkennst du schnell, wann sich eine Langzeitbelichtung lohnt und wann du einfach nur länger am Stativ stehst, ohne dass sich im Bild etwas tut.

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Warum Langzeitbelichtungen so viel mehr sind als nur „längere Zeiten“

Wenn du eine Langzeitbelichtung fotografieren möchtest, veränderst du nicht nur die Verschlusszeit. Du veränderst auch die Art, wie Bewegung wahrgenommen wird. Die Kamera sammelt über einen längeren Zeitraum Licht und fasst viele kleine Veränderungen zu einer einzigen Aufnahme zusammen. Dadurch entsteht ein Bild, das es in der Realität so nicht gibt, das aber genau die Stimmung transportiert, die du vor Ort gespürt hast. Das macht die Langzeitbelichtung zu einem Werkzeug, das weniger technisch als vielmehr gestalterisch wirkt.

In der Landschaftsfotografie eröffnet dir diese Technik Möglichkeiten, die eine normale Belichtung nicht bietet. Wasser wirkt ruhiger, Wolken erhalten eine Richtung, Verkehr verwandelt sich in weiche Spuren und selbst das chaotischste Licht erhält eine Form.

Das Entscheidende ist: Du nutzt Zeit als Gestaltungsmittel und nicht nur als technische Einstellung. Genau deshalb fühlen sich Langzeitbelichtungen oft emotionaler an. Sie zeigen nicht den Moment selbst, sondern das, was er mit dir gemacht hat.

Welche Kameraeinstellungen du für Langzeitbelichtungen wirklich brauchst

Bei einer Langzeitbelichtung arbeiten Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit enger zusammen als bei jeder anderen Art der Aufnahme. Der wichtigste Schritt ist, die Kamera in einen Modus zu bringen, der dir echte Kontrolle ermöglicht. In der Praxis ist das fast immer der manuelle Modus. Dort kannst du die Belichtungszeit selbst wählen und damit bestimmen, wie stark die Bewegung im Bild sichtbar wird. Die Belichtungszeit ist also die gestalterische Größe. Alles andere ordnet sich ihr unter.

Wenn du eine weiche Wasserstruktur erzielen möchtest, arbeitest du mit mehreren Sekunden. Wenn du hingegen ziehende Wolken fotografieren möchtest, brauchst du eine deutlich längere Zeit. Erst wenn die Zeit feststeht, entscheidest du dich für Blende und ISO.

Bei Langzeitbelichtungen nutze ich die Blende in erster Linie, um die Schärfentiefe zu kontrollieren. In der Landschaftsfotografie liegt sie deshalb oft zwischen f/8 und f/13, da dies die Bereiche sind, in denen die meisten Objektive am schärfsten abbilden. Gleichzeitig lässt eine geschlossene Blende weniger Licht hinein, wodurch längere Belichtungszeiten möglich werden. Die ISO sollte möglichst niedrig bleiben, meist ISO 64 oder ISO 100, da ein niedriger ISO-Wert das Rauschen gering hält. Das ist besonders wichtig, wenn du lange belichtest.

Wenn du mit diesen Einstellungen arbeitest, wirst du schnell merken, dass die gewünschte Belichtungszeit ohne zusätzliche Hilfsmittel oft nicht erreichbar ist. Selbst bei geschlossener Blende und niedriger ISO-Zahl bleibt die Zeit oft zu kurz, um Wasser weich zu zeichnen oder Wolken sichtbar zu ziehen.

Hier kommt dein Stativ ins Spiel, denn erst damit kannst du längere Zeiten sauber nutzen. Doch selbst das reicht nicht immer. An hellen Tagen bleibt die Belichtung trotz optimaler Einstellungen zu hell, weil zu viel Licht in die Kamera fällt. Genau deshalb brauchst du ND-Filter, die das Licht dämpfen und es dir ermöglichen, die Zeit auf mehrere Sekunden oder sogar Minuten zu verlängern. Die Kameraeinstellungen bilden also die Grundlage, aber ohne Filter erreichst du in vielen Situationen nicht die gewünschte Bildwirkung.

Warum ND-Filter für Langzeitbelichtungen unverzichtbar sind

Wenn du tagsüber länger belichten möchtest, stößt du ohne ND-Filter sehr schnell an die technischen Grenzen deiner Kamera. Selbst bei geschlossener Blende und niedrigster ISO genügen bereits wenige Lichtquellen, um das Bild zu überbelichten, bevor die Verschlusszeit lang genug ist, um eine sichtbare Bewegung im Motiv zu erzeugen.

Ein ND-Filter reduziert das einfallende Licht und gibt dir so wieder Spielraum bei der Belichtungszeit. Erst dadurch kannst du Wasser weichzeichnen, Wolkenbewegungen sichtbar machen oder den Stadtverkehr glätten, ohne dass helle Bereiche ausfressen. Der Filter ist also kein Zubehör für Spezialfälle, sondern eine Grundvoraussetzung für kontrollierte Langzeitbelichtungen bei Tageslicht.

Wichtig ist zu verstehen, dass sich ohne ND-Filter lediglich „Zufalls-Langzeitbelichtungen“ ergeben würden. Du müsstest mit extrem kleinen Blendenwerten arbeiten, was die Bildqualität sichtbar reduziert, ohne die nötige Verschlusszeit zu liefern. Ein 3- oder 6-Blenden-ND-Filter ist für moderate Verlängerungen geeignet, während ein 10-Blenden-Filter den klassischen Effekt erzeugt, den viele mit Langzeitbelichtungen verbinden.

Um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen, benötigst du also nicht nur die richtigen Kameraeinstellungen, sondern auch den passenden Filter. Erst das Zusammenspiel aus Belichtungszeit und Lichtreduktion ermöglicht kreative Kontrolle statt Kompromisse.

Wie du Bewegungen in Wasser und Wolken kreativ steuerst

Bei einer Langzeitbelichtung bestimmst du nicht nur die Helligkeit, sondern auch, wie Bewegung im Bild dargestellt wird. Jede Belichtungszeit erzeugt eine andere Stimmung. Es lohnt sich deshalb, bewusst mit verschiedenen Zeiten zu arbeiten und die Wirkung Schritt für Schritt auszuprobieren. Wasser reagiert dabei oft am direktesten.

Eine kurze lange Zeit von einer halben Sekunde hält noch viel Struktur fest. Die Strömung bleibt erkennbar und das Bild wirkt lebendig. Bei zehn oder dreißig Sekunden verschwimmen die Details. Das Wasser erscheint weich und nebelartig, was besonders an Wasserfällen oder Küstenlinien sehr atmosphärisch wirkt. Beides hat seinen Reiz, doch du solltest genau wissen, welche Bildwirkung du erreichen willst.

Gerade bei Wasserfällen spielt die Fließgeschwindigkeit eine große Rolle. Ein kräftiger, schneller Wasserfall wirkt bereits nach einer Achtel- oder Fünftelsekunde sehr weich, während ein kleiner Kaskadenlauf erst bei längeren Zeiten sichtbare Veränderungen zeigt. In solchen Situationen starte ich fast immer mit einer Verschlusszeit von etwa 1/8 Sekunde, da dieser Wert einen guten Ausgangspunkt bietet, um Struktur und Flussverhalten zu beurteilen. Erst danach entscheide ich, ob ich feiner dosiere oder bewusst in den nebelartigen Bereich gehe. In den beiden Beispielbildern wird genau dieser Unterschied deutlich, sodass du ein Gefühl für die Wirkung entwickeln kannst.

1/5 Sekunde Belichtungszeit
5 Sekunden Belichtungszeit

Da Wolken sich langsamer verändern als Wasser, brauchst du hier deutlich längere Belichtungszeiten. Erst ab etwa einer halben Minute beginnen sie sich sichtbar zu ziehen und je länger du belichtest, desto stärker ist die Bewegung zu sehen. An ruhigeren Tagen kann eine Minute kaum reichen, während bei schnell ziehenden Wetterfronten schon zwanzig Sekunden deutliche Spuren hinterlassen. Langzeitbelichtungen eignen sich gut, um Himmel und Landschaft stärker miteinander zu verbinden. Du zeigst nicht nur einen Moment, sondern eine kleine Zeitspanne, wodurch das Bild an Tiefe gewinnt.

Ein Sonderfall sind sehr lange Belichtungszeiten nach Sonnenuntergang oder in der Nacht. In solchen Momenten kannst du das Licht selbst formen. Für meine Aufnahme der Frankfurter Skyline habe ich zum Beispiel achtzehn Minuten belichtet, da ich ruhiges Wasser und sanft verlaufendes Licht wollte. Solche Belichtungen können jedoch auch Nachteile haben. Der Sensor erwärmt sich, das Rauschen nimmt zu und einzelne Hotpixel werden sichtbar. Du musst also abwägen, ob die gewünschte Wirkung den technischen Aufwand wert ist. Sobald du diese Zusammenhänge verstehst, kannst du Bewegung gezielt steuern, statt dich auf Zufall oder Automatik zu verlassen.

Frankfurt Skyline Sonnenuntergang

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Langzeitbelichtung am Tag vs. Langzeitbelichtung bei Nacht

Bei Langzeitbelichtungen am Tag fällt zu viel Licht auf den Sensor. Selbst bei geschlossener Blende und niedrigster ISO-Einstellung reichen die Verschlusszeiten kaum aus, um Bewegungen sichtbar zu machen. Deshalb benötigst du fast immer ND-Filter, um das einfallende Licht zu reduzieren. Erst damit erreichst du Zeiten, in denen Wolken weicher werden oder Wasser seine Struktur verliert.

Gleichzeitig musst du die Belichtung sehr genau einstellen, da helle Bereiche schnell überbelichtet werden. Am Tag geht es also vor allem darum, das Licht zu kontrollieren, starke Kontraste in den Griff zu bekommen und die Verschlusszeiten gezielt zu verlängern.

Bei Nacht ist es genau umgekehrt: Du kämpfst nicht mit zu viel Licht, sondern mit zu wenig. Die Langzeitbelichtung wird hier zu einem Werkzeug, das es dir überhaupt erst ermöglicht, die Szene sichtbar zu machen. Für Sterne, Milchstraße oder Polarlichter benötigst du keine Filter, sondern Geduld und eine stabile Basis. Die Herausforderung liegt weniger in den hellen Bereichen als in einem sauberen Fokus, geringem Rauschen und dem Umgang mit Hotpixeln bei sehr langen Belichtungen. Während am Tag der ND-Filter für Zeit sorgt, liefert bei Nacht das fehlende Licht dieselbe Wirkung.

Dadurch verändert sich auch die Bildsprache: Strukturen verschwimmen nicht nur durch Bewegung, sondern auch durch das Zusammenspiel aus gedämpftem Licht, langen Belichtungszeiten und der Empfindlichkeit des Sensors.

Langzeitbelichtung fotografieren: Der praktische Ablauf Schritt für Schritt

Eine magische Formel für die perfekte Langzeitbelichtung zu fotografieren gibt es nicht. Aber es gibt einen klaren Ablauf, der dir Sicherheit gibt und Fehler vermeidet. Mit der Zeit entwickelst du deinen eigenen Workflow, doch am Anfang ist es hilfreich, strukturiert vorzugehen. So arbeite ich in der Praxis, wenn ich eine Langzeitbelichtung fotografieren möchte.

1. Passendes Motiv / Komposition finden – Es klingt ziemlich offensichtlich, aber dieser Schritt wird als das Herzstück der Langzeitbelichtungsfotografie angesehen. Zunächst überlege ich, welche Motive Bestandteil meines Fotos sein sollen. Ziehende Wolken oder abfließendes Wasser am Meer? Dies ist wichtig, damit eine Langzeitbelichtung Sinn ergibt. Anschließend suche ich mir eine gute Bildkomposition, baue mein Stativ auf und montiere die Kamera mit dem Fernauslöser. Dabei achte ich auf einen stabilen Untergrund, damit bei den langen Belichtungszeiten nichts wackelt.

2. Einstellungen der Kamera wählen – Bevor ich den Graufilter auf die Kamera montiere, stelle ich Blende, ISO und Belichtungszeit passend zur Lichtsituation vor Ort ein, als würde ich ein Foto ohne Filter machen. Dabei achte ich auf das Histogramm, damit die Tonwerte in den Lichtern nicht ausbrennen. Zusätzlich solltest du die Bildstabilisierung deaktivieren. Wenn die Einstellungen passen, kann ich mit dem nächsten Schritt fortfahren.

3. Autofokus deaktivieren – Wenn die Einstellungen für die Szene passen, deaktiviere ich den Autofokus, da viele Kameras mit einem starken ND-Filter oder einer Kombination aus zwei Filtern keinen Fokus finden würden.

4. Belichtungszeit berechnen – Ich berechne, wie lange ich mit dem gewählten Graufilter belichten muss, indem ich die Zeit des Testfotos als Grundlage nehme. Liegt die Belichtungszeit des Testfotos bereits im gewünschten Bereich, ist kein Graufilter (auch ND-Filter genannt) erforderlich. Wenn du mit Filter fotografieren musst, kannst du Apps nutzen oder eine kleine Tabelle in der Fototasche haben, um die finale Belichtungszeit zu ermitteln.

In der App kannst du nun zwischen den Filterstärken wählen und dabei die Belichtungszeit mit Filter im Auge behalten. Wenn du denkst, dass 10 Sekunden passen würden, wähle den passenden Filter aus, um die Belichtungszeit mit Filter auf 10 Sekunden zu bringen. Anschließend kannst du den Filter auf das Objektiv montieren und ggf. deinen Fernauslöser anschließen.

5. Belichtungszeit auf Kamera ändern – Nun stellt du nur noch die Verschlusszeit an. der Kamera Passend. Ein. Bei Belichtungszeiten von bis zu 30 Sekunden stelle ich die Kamera auf eine Auslöseverzögerung von fünf Sekunden und verzichte dabei auf den Fernauslöser. Liegt die Zeit darüber, musst du die Belichtungszeit an der Kamera auf „Bulb” stellen und die Belichtungszeit am Fernauslöser bzw. Timer einstellen.

Nachdem das Foto aufgenommen wurde, prüfe ich die Bildwirkung, die Schärfe sowie das Histogramm. Wenn etwas nicht passt, passe ich die Belichtungszeit an und fotografiere das Motiv erneut.

Häufige Fehler bei Langzeitbelichtungen und wie du sie vermeidest

Beim Fotografieren von Langzeitbelichtungen entstehen viele Fehler nicht durch die Technik selbst, sondern durch kleine Details, die leicht übersehen werden. Einer der häufigsten Fehler ist ein unsauberes Setup. Wenn das Stativ wackelt, der Boden nachgibt oder die Mittelsäule ausgefahren ist, kann selbst eine perfekte Einstellung kein scharfes Bild mehr liefern. Jede noch so kleine Bewegung wird ab einer Belichtungszeit von ein oder zwei Sekunden sichtbar.

Achte deshalb darauf, das Stativ stabil aufzubauen, die Kamera fest zu verriegeln und den Bildstabilisator auszuschalten, sobald du auf dem Stativ arbeitest. Das klingt banal, macht in der Praxis aber den größten Unterschied.

Ein weiterer Klassiker sind falsch eingeschätzte Belichtungszeiten. Viele Fotograf:innen belichten zu lange, wodurch sie Struktur in Wasser oder Wolken verlieren, obwohl genau diese Struktur die Szene spannend gemacht hätte. Die beste Orientierung bieten Testbilder und das Histogramm.

Französische Alpen berge sommer

Wenn du siehst, dass die Lichter sauber bleiben und die Bewegung im Bild zu deiner Idee passt, hast du die richtige Zeit gefunden. Auch der Fokus wird oft vergessen. Sobald der ND-Filter montiert ist, kann die Kamera nicht mehr scharfstellen. Deshalb solltest du immer zuerst fokussieren, dann den Autofokus ausschalten und erst danach den Filter aufsetzen. Mit dieser einfachen Routine vermeidest du die häufigsten Probleme und erhältst verlässlich scharfe Ergebnisse.

Fazit: Langzeitbelichtungen helfen, ein Gefühl für Zeit und Licht zu entwickeln.

Langzeitbelichtungen zu fotografieren wirken auf den ersten Blick wie ein rein technisches Thema, doch mit der Zeit merkst du, dass es in Wirklichkeit viel mehr mit Wahrnehmung zu tun hat. Du beginnst zu verstehen, wie schnell sich Wolken bewegen, wie Wasser fließt und wie sich das Licht in einer Szene verteilt. Genau dieses Gefühl macht die Langzeitbelichtung so wertvoll. Du komponierst nicht nur ein Bild, sondern auch eine Zeitspanne. Du entscheidest bewusst, wie viel Bewegung auf dem Foto sichtbar bleibt und wo Ruhe entstehen soll. Dadurch entwickelt sich ein anderes Tempo in deinem Kopf: Du beobachtest genauer und arbeitest geduldiger, weil dir bewusst ist, dass jedes Foto ein kleiner Prozess ist.

Mit jeder Aufnahme wächst dein Verständnis dafür, wie sich Licht verändert und wie du darauf reagieren musst. Du lernst, welche Verschlusszeiten zu welchem Motiv passen, wann ein ND-Filter sinnvoll ist und welche Einstellungen du bewusst wählen musst, um die Szene so darzustellen, wie du sie empfindest. Genau darin liegt die Stärke der Langzeitbelichtung: Sie zwingt dich, Zeit bewusster wahrzunehmen und Licht nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Wenn du dich darauf einlässt, entstehen Bilder, die nicht nur technisch sauber wirken, sondern auch eine Stimmung transportieren, die im normalen Tempo der Fotografie leicht verloren geht.


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