Langzeitbelichtung fotografieren – Mein Workflow

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Was ist eine Langzeitbelichtung? Welche Ausrüstung brauche ich? Welche Filter eignen sich hierfür? Fragen über Fragen und hier findest du die Antworten. Grundlegend sollten einige Kleinigkeiten beachtet werden, damit auch deine Langzeitbelichtungen gut aussehen.

Was ist eine Langzeitbelichtung?

Bevor wir uns der Langzeitbelichtung widmen, lass uns einen Blick auf die Belichtung im Allgemeinen werfen. Unter Belichtung versteht man in der Fotografie die Verteilung der Lichtmenge welche auf den Sensor der Kamera trifft. Die Belichtung ist abhängig von folgenden Faktoren:

  • Helligkeit vor Ort
  • Blende
  • ISO-Wert
  • Belichtungszeit

Wie das Wort Langzeitbelichtung schon sagt, möchten wir eine lange Zeit belichten. Im Gegensatz zu einem normalen Foto ist eine Langzeitbelichtung viel dynamischer; Anstatt den Bruchteil einer Sekunde in der Zeit einzufangen, gibt es uns einen Überblick darüber, wie sich eine Landschaft über Sekunden oder Minuten hinweg verändert.

Bei der Langzeitbelichtung ist der Entscheidende aus diesen Faktoren die Belichtungs- oder auch Verschlusszeit.

Vorteile einer Langzeitbelichtung

  • Bringt mehr Ruhe in ein Foto
  • Belebte Plätze leeren (durch lange Belichtungszeiten)
  • Dynamischere Landschaftsfotos

Langzeitbelichtung einfach fotografieren

Einen ausführlichen Guide über Langzeitbelichtungen kannst du Dir hier als eBook ansehen. Dort lernst Du alle Grundlagen zum Fotografieren von Langzeitbelichtungen, der Ausrüsung sowie dem passenden Workflow.

Bildkomposition & Bildgestaltung

Eine großartige Location allein reicht nicht aus. Da das Foto sichtbare Bewegungen zeigen soll, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Welchen Effekt kann die Langzeitbelichtung bewirken?
  • In welche Richtung fließt das Wasser?
  • Wohin ziehen die Wolken?

Sind Wolken oder Wasser in deinem Motiv vorhanden, hat es eine besondere Wirkung, wenn sich diese auf deine Kamera hinzu oder weg bewegen.

Die Grundlage für ein gelungenes Foto besteht darin, die Komposition der Bilder gründlich zu durchdenken. Teile das Bild beim Komponieren in drei Teile: Vordergrund, Mitte und Hintergrund.

Ein gutes Stativ

Kurzum: Ohne Stativ geht es nicht! Bei einer Langzeitbelichtung arbeiten wir mit Belichtungszeiten ab 1/2 Sekunde bishin zum zweistelligen Minutenbereich. Wenn Du verhindern willst, dass lange Belichtungszeiten unscharfe Bilder verursachen, nimm ein gutes Stativ zur Hand. Seit vielen Jahren nutze ich das Rollei Rock Solid Beta und bin sehr zufriden damit.

Das Stativ sollte stabil auf dem Untergrund stehen. Bevor du die Kamera auf das Stativ klemmst, solltest du die Mittelsäule wieder einfahren. Damit erhältst du etwas mehr Stabilität und damit eine bessere Aufnahme.

Neben dem Stativ solltest du auch einen Kabelauslöser oder einen Timer mit einer Mindestverzögerung von fünf Sekunden nutzen. Damit kannst du auch Belichtungen über 30 Sekunden erstellen.

Mehrere ND-Filter nutzen + App

Auch bei Tageslicht wird selbst ein ND1000 (10 Blendenstufen) zu wenig sein. Um eine längere Belichtungszeit zu erhalten, kombiniere ich verschiedene Filter miteinnander. Bei Grundeinstellungen von ISO 100, f10 und einer Verschlusszeit von 1/160 Sekunde würde ich die Belichtungszeit mit einem ND1000 auf 6 Sekunden verlängern. In manchen Situationen kann das zu wenig sein und ich nutze zusätzlich einen ND64. Insgesamt liegt nun die Belichtungszeit bei 6 Minuten und 40 Sekunden. Wie ich das ausgerechnet habe? Im App-Store sind zahlreiche Apps zu finden um die Belichtungszeiten mit Filter zu berechnen.
Nachdem du die Belichtungszeit perfekt eingestellt hast, kannst du die Fitler auf die Kamera schauben. Da die Kamera mit Filter keinen Fokus findet, solltest du zuvor den Auslöser halb durchdrücken bis das Motiv fokussiert ist. Anschließend schalte den Autofokus ab. Solange du die Brennweite nicht änderst, musst du nicht nach jedem Foto fokussieren.

Mein Workflow an der Location

1. Passender Blickwinkel finden – Zunächst suche ich mir eine gute Bildkomposition und baue anschließend das Stativ auf, montiere die Kamera mit dem Fernauslöser. Dabei achte ich auf einen stabilen Untergrund, damit bei den langen Belichtungszeiten nichts wackelt.

2. Einstellungen der Kamera wählen – Bevor ich die ND-Filter auf die Kamera montiere, stelle ich die Blende, ISO und Belichtungszeit passend zur Lichtsituation vor Ort ein (Histogramm beachten!).

3. Testfoto fotografieren – Nun fotografiere ich mein Motiv mit den passenden Einstellungen (ohne ND-Filter) und prüfe anschließend die Schärfe sowie das Histogram. Mithilfe des Histogramms kann ich beurteilen, ob das Foto richtig belichtet wurde.

4. Autofokus deaktivieren – Passen die Einstellungen, deakiviere ich den Autofokus, da die Kamera mit einem starken ND-Filter keinen Fokus finden würde.

5. Belichtungszeit berechnen – Hast du die korrekte Belichtungszeit gefunden, musst du in der App deinen Filter auswählen und die Belichtungszeit angeben. Anschließend erhältst du die Belichtungszeit mit Filter und kannst den ND-Filter montieren.

6. Belichtungszeit auf Kamera ändern – Liegt die berechnete Belichtungszeit (auch Verschlusszeit genannt) unter 30 Sekunden kannst du diese direkt an der Kamera einstellen. Liegt die Zeit über 30 Sekunden musst du die Belichtungszeit am Fernauslöser/Timer einstellen.

7. Fotografieren & Kontrolle – Nachdem alles eingestellt ist, kannst du die Belichtung starten. Nach der Belichtungszeit kontrolliere ich die Schäfe des Fotos und das Histogramm.

 

Fazit

Langzeitbelichtungen sind eine kreative Möglichkeit, um auch am Tage langweilige Motive gekonnt zu fotografieren. Möchtest du die Fotografie und das fotografieren von Langzeitbelichtungen lernen? Besuche eine meiner Fotoreisen oder Fotoworkshops.

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