Eine ND-Filter Tabelle ist für viele Landschaftsfotograf:innen die schnellste Möglichkeit, um herauszufinden, welche Verschlusszeit sich aus einem ND-Filter ergibt. Besonders bei Langzeitbelichtungen von Wasser, in Städten oder bei ziehenden Wolken spart eine solche Übersicht enorm viel Zeit. Ich nutze ND-Filter seit vielen Jahren, sei es auf den Lofoten, im Alpenvorland oder bei meinen Workshops, und habe schnell gemerkt, wie wertvoll eine gut strukturierte Tabelle sein kann. Sie hilft nicht nur bei der Planung der Aufnahme, sondern auch dabei, Fehler zu vermeiden und das gewünschte Ergebnis zuverlässiger zu erreichen.

Gleichzeitig möchte ich ehrlich sein: Eine ND-Filter-Tabelle ist ein guter Ausgangspunkt, aber in der Praxis arbeite ich fast ausschließlich mit Apps. Sie sind genauer, individueller einstellbar und berücksichtigen den exakten Messwert deiner Kamera. Dennoch ist die Tabelle ideal, um ein Gefühl für die Belichtungszeiten zu entwickeln und genau deshalb findest du sie hier.

Was ist ein ND-Filter? Und warum brauchst du ihn überhaupt?

Ein ND-Filter (Neutral Density Filter) reduziert das einfallende Licht und ermöglicht dadurch längere Belichtungszeiten. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn du Bewegungen sichtbar machen möchtest, beispielsweise glattes Wasser, weich ziehende Wolken, fließende Menschenströme oder sogar aufgelöste Wellenstrukturen an der Küste.

Ohne ND-Filter stößt du schnell an technische Grenzen. Selbst bei ISO 64 und Blende 16 kommst du bei Tageslicht vielleicht auf 1/20 s, aber nicht auf mehrere Sekunden oder gar Minuten. Ein ND-Filter verlängert die Belichtungszeit so weit, dass ein kreativer Effekt entsteht. Genau hier kommt die ND-Filter-Tabelle ins Spiel.

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ND-Filter Tabelle – die Übersicht für schnelle Verschlusszeiten

Die ND-Filter Tabelle zeigt dir, um welchen Faktor sich die Belichtungszeit bei Verwendung eines ND-Filters verlängert. Sie dient als Orientierung und hilft dir, die passende Verschlusszeit einzustellen, bevor du die Aufnahme startest.

Wichtig: Ich nutze die Tabelle nur als grobe Orientierung, in der Praxis arbeite ich mittlerweile fast ausschließlich mit Apps wie „NDTimer“ oder „Long Exposure Calculator“. Diese Apps sind genauer, berücksichtigen Zwischenwerte und reduzieren Fehler, insbesondere bei sehr langen Zeiten.

Diese Werte reichen in den meisten Fällen vollkommen aus. Wenn du jedoch mit Zwischenwerten oder deutlich variierenden Lichtverhältnissen arbeitest, ist eine App definitiv zuverlässiger.

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ND-Filter in der Praxis – wie du die ND-Filter Tabelle richtig nutzt

Die ND-Filter-Tabelle ist ein guter Ausgangspunkt, ihre wahre Stärke zeigt sich jedoch erst in der Praxis. Für mich beginnt jede Langzeitbelichtung damit, das Motiv ohne Filter korrekt einzumessen. Dazu wähle ich die gewünschte Blende, stelle ISO 64 oder 100 ein und ermittele die von der Kamera vorgegebene Verschlusszeit. Erst dann entscheide ich, welcher ND-Filter sinnvoll ist: Für weiches Wasser oder leichte Bewegungen greife ich meist zu einem ND64 mit sechs Blendenstufen, für ziehende Wolken oder extrem lange Belichtungen dagegen fast immer zu einem ND1000.

Bevor der Filter aufgesetzt wird, fokussiere ich das Motiv. Sobald der ND-Filter montiert ist, funktioniert der Autofokus nämlich nur noch bedingt oder gar nicht mehr. Danach verlängere ich die gemessene Verschlusszeit mithilfe der ND-Filter-Tabelle oder – noch genauer – einer App. Gerade bei Zeiten von zwei, vier oder mehr Minuten lohnt es sich, lieber einmal nachzurechnen, statt nach Gefühl zu arbeiten.

Am Ende mache ich fast immer ein Testbild. Das Licht kann sich schnell ändern, besonders bei wechselnder Bewölkung oder tief stehender Sonne. Ein kurzer Check spart später viel Frust und hilft dabei, die Belichtung fein nachzujustieren. In meinen Workshops sehe ich immer wieder, wie viel sicherer und entspannter die Teilnehmer fotografieren, sobald sie mit einer Tabelle oder App arbeiten. Das reduziert den Ausschuss enorm und vermittelt ein viel besseres Verständnis dafür, wie ND-Filter die Bildwirkung beeinflussen.

Typische Fehler beim ND-Filter – und wie du sie vermeidest

Viele Probleme mit ND-Filtern entstehen nicht durch das Equipment selbst, sondern durch kleine Timing- oder Handhabungsfehler. Einer der häufigsten Fehler ist, dass Fotograf:innen direkt mit einem starken ND-Filter starten, ohne vorher die Belichtung einzumessen. Die Kamera „sieht” dann kaum noch etwas, der Autofokus pumpt, die Belichtungsautomatik arbeitet unzuverlässig und das Ergebnis ist frustrierend. Wenn man dagegen vorher ohne Filter fokussiert und die Grundbelichtung festlegt, spart man sich sehr viel Ärger.

Ein weiterer Klassiker sind zu lange Belichtungszeiten, obwohl die Lichtsituation gar nicht stabil genug ist. Gerade bei schnell ziehenden Wolken oder wechselnder Sonne ändern sich die Lichtverhältnisse während einer zwei- oder dreiminütigen Belichtung deutlich. Das führt zu überbelichteten Bereichen oder zu Bildern, die flacher wirken als geplant. Hier hilft es, die Belichtungszeit etwas kürzer zu wählen oder die ND-Filter-Tabelle flexibel anzupassen.

Auch das Thema Farbstiche begegnet mir oft. Viele günstigere Graufilter neigen dazu, Bilder wärmer oder magentafarben erscheinen zu lassen. Gute Filter reduzieren dieses Problem, aber auch sie sind nicht völlig immun dagegen. Wer im RAW-Format fotografiert, kann leichte Farbstiche später gut korrigieren. Es lohnt sich trotzdem, den Weißabgleich bewusst vorzunehmen und auf gleichmäßige Lichtquellen zu achten.

Und schließlich sehe ich immer wieder, dass Filter nicht richtig gereinigt werden. Ein einzelnes Staubkorn oder ein winziger Fingerabdruck wird durch lange Belichtungszeiten sofort sichtbar und kann die Bildqualität spürbar verschlechtern. Deshalb sollte man den Filter vor jeder Aufnahme kurz abwischen, um viel Nachbearbeitung zu sparen und unschöne Reflexe zu verhindern.

Die meisten dieser Fehler lassen sich vermeiden, wenn man den Prozess bewusst und Schritt für Schritt angeht. Mit etwas Routine wird die Arbeit mit ND-Filtern schnell zu einer der kreativsten und zuverlässigsten Techniken in der Landschaftsfotografie.

Meine Erfahrungen mit ND-Filtern

Im Laufe der Jahre habe ich viele ND-Filter ausprobiert: günstige Einsteigermodelle, Schraubfilter, Stecksysteme und hochwertige Glasfilter. Die Unterschiede fallen besonders dann auf, wenn die Lichtverhältnisse schwierig werden. So erzeugen manche Filter Farbstiche, andere mindern die Schärfe oder sorgen für eine ungleichmäßige Abdunklung. Genau das möchte man bei Langzeitbelichtungen natürlich vermeiden.

Heute nutze ich fast ausschließlich das Kase Armour Set, ein magnetisches Filtersystem, das ND-Filter und Polfilter kombiniert. Die Filter sind farbneutral, extrem robust und lassen sich innerhalb von Sekunden wechseln, was besonders dann von Vorteil ist, wenn Wolken ziehen oder das Licht plötzlich kippt. In meinem ausführlichen Testbericht auf der Webseite erkläre ich, warum sich das System für mich bewährt hat und in welchen Situationen es besonders hilfreich ist.

Natürlich gibt es weitere gute Hersteller. Doch wer regelmäßig Langzeitbelichtungen fotografiert oder auf Reisen wenig Zeit für Experimente hat, spart mit einem hochwertigen System viel Frust und Ausschuss. Gerade dann, wenn das Motiv nur einen kurzen Moment perfekt ist, ist absolute Zuverlässigkeit entscheidend.

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Fazit – Die ND-Filter Tabelle spart Zeit und Nerven

Die ND-Filter-Tabelle ist ein kleines Werkzeug mit großer Wirkung. Sie hilft dir, Verschlusszeiten schnell und zuverlässig zu berechnen, sodass du unterwegs nicht lange nachdenken musst. Gerade in der Landschaftsfotografie, wenn das Licht nur wenige Sekunden perfekt ist, ist das entscheidend dafür, ob du das Bild aufnehmen kannst – oder eben nicht.

In Kombination mit einem hochwertigen ND-Filter wie dem „Armour Set” von Kase wird die Arbeit noch einfacher und zuverlässiger. Die Tabelle liefert die Orientierung und das Filtersystem die nötige Qualität. Beides zusammen sorgt dafür, dass du dich voll auf das Motiv konzentrieren kannst.

Es geht nicht darum, alles auswendig zu können, sondern effizient zu fotografieren. Eine gute ND-Filter-Tabelle, etwas Routine und ein zuverlässiger Filter reichen völlig aus, um jederzeit kontrolliert mit langen Belichtungen zu arbeiten. Und genau das macht Langzeitbelichtungen so angenehm planbar.


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Eine Meinung zu “ND-Filter Tabelle – Welche Verschlusszeiten du wirklich brauchst

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