Hält RapidRAW im Test, was es verspricht? Das Programm sorgt aktuell bei vielen Fotografen für Aufmerksamkeit, da es als kostenlose und Open-Source-basierte Lightroom-Alternative beworben wird. Gerade seit der Preiserhöhung von Adobe beschäftigen sich immer mehr Fotografen mit anderen Möglichkeiten für die RAW-Bildbearbeitung. Genau aus diesem Grund wollte ich mir RapidRAW einmal genauer anschauen.
Gerade bei meinen Workshops und Fotoreisen fällt mir immer häufiger auf, dass viele Fotografen aktiv nach günstigeren Alternativen zu Lightroom suchen. Insbesondere Anfänger möchten oft zunächst ausprobieren, ob Fotografie und Bildbearbeitung langfristig das richtige Hobby für sie sind, bevor sie ein teures Abo abschließen.
RapidRAW wirkt auf den ersten Blick genau für diese Zielgruppe interessant. Das Programm ist kostenlos, vergleichsweise modern aufgebaut und konzentriert sich vor allem auf die grundlegende RAW-Bildbearbeitung. Allerdings merkt man schnell, dass RapidRAW aktuell noch deutlich weniger Funktionen bietet als Lightroom.
Als Landschaftsfotograf sind für mich nämlich nicht nur Farben oder Belichtung wichtig, sondern auch ein stabiler Workflow, Bildverwaltung sowie Funktionen wie Belichtungsreihen, Panoramen oder Fokus-Stacking. Genau deshalb war es für mich besonders interessant, wie sich RapidRAW im direkten Vergleich zu Lightroom im Alltag schlägt.
Warum RapidRAW aktuell so viel Aufmerksamkeit bekommt
Der Hauptgrund für das aktuelle Interesse an RapidRAW ist vermutlich die Kombination aus Open Source, kostenloser Nutzung und moderner Oberfläche. Gerade viele Fotografen, die sich von den steigenden Adobe-Preisen gestört fühlen, suchen aktuell gezielt nach Programmen, die Lightroom zumindest teilweise ersetzen können.
RapidRAW wirkt dabei deutlich moderner als viele andere kleinere RAW-Programme. Die Oberfläche ist relativ aufgeräumt und der Einstieg gelingt auch ohne lange Einarbeitung vergleichsweise schnell. Gerade Anfänger dürften sich dort schneller zurechtfinden als in vielen komplexeren Programmen.
Hinzu kommt, dass Open-Source-Programme in den letzten Jahren generell deutlich beliebter geworden sind. Viele Fotografen möchten unabhängiger von großen Abomodellen werden und suchen deshalb nach Alternativen, die langfristig kostenlos bleiben.

Dadurch entsteht oft sehr schnell ein gewisser Hype rund um neue Programme. Gerade in den sozialen Medien wird RapidRAW teilweise bereits als vollständiger Lightroom-Ersatz dargestellt. Genau hier sollte man allerdings etwas genauer hinschauen, denn aktuell unterscheidet sich RapidRAW in vielen Bereichen noch deutlich von Lightroom.
Mein erster Eindruck von RapidRAW
Mein erster Eindruck von RapidRAW im Test war insgesamt durchaus positiv. Insbesondere die moderne, aufgeräumte Oberfläche, die deutlich weniger überladen wirkt als die vieler anderer Programme für die Bildbearbeitung, hat mich überzeugt. Besonders Anfänger dürften sich dort relativ schnell zurechtfinden, da die wichtigsten Funktionen übersichtlich angeordnet sind und viele Werkzeuge selbsterklärend sind.
Auch die grundlegende RAW-Bildbearbeitung funktioniert überraschend gut. Belichtung, Farben, Kontraste oder Weißabgleich lassen sich schnell anpassen, und die Ergebnisse können sich häufig bereits sehen lassen. Gerade für Fotografen, die bisher noch wenig Erfahrung mit Bildbearbeitung gesammelt haben, dürfte RapidRAW deshalb zunächst vollkommen ausreichen.
Allerdings merkt man schnell, dass RapidRAW aktuell eher als RAW-Converter denn als vollständiger Workflow für Fotografen konzipiert ist. Genau darin liegen für mich aktuell die größten Unterschiede zu Lightroom.

Besonders bei größeren Bildmengen oder komplexeren Arbeitsabläufen fallen die vielen fehlenden Funktionen auf, die in Lightroom mittlerweile selbstverständlich sind. Als Landschaftsfotograf fallen mir solche Unterschiede relativ schnell auf, da Belichtungsreihen, Panoramen oder umfangreiche Bildarchive dort häufig eine wichtige Rolle spielen.
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RapidRAW vs Lightroom – die größten Unterschiede im Alltag
Meiner Meinung nach zeigen sich die größten Unterschiede zwischen RapidRAW und Lightroom weniger bei der eigentlichen RAW-Bearbeitung, sondern vielmehr beim gesamten Workflow rund um die Organisation, Verwaltung und Weiterverarbeitung der Bilder.
RapidRAW funktioniert im Grunde aktuell vor allem als klassischer RAW-Converter. Belichtung, Farben und Kontraste lassen sich damit problemlos bearbeiten. Für einfache Bildentwicklungen reicht das Programm häufig vollkommen aus. Lightroom geht allerdings deutlich weiter, da es Bildbearbeitung mit Archivierung, Verwaltung und zusätzlichen Funktionen für komplexere Workflows kombiniert.
Gerade in der Landschaftsfotografie ist das für mich ein entscheidender Unterschied. So kann ich in Lightroom beispielsweise Panoramen erstellen, große Bildarchive sauber organisieren und unterschiedliche Bearbeitungsschritte direkt innerhalb eines stabilen Workflows umsetzen.
Belichtungsreihen in RapidRAW zusammenfügen
In RapidRAW lassen sich zwar ebenfalls Belichtungsreihen zusammenfügen, im direkten Vergleich zu Lightroom habe ich dabei allerdings deutliche Unterschiede festgestellt. So wurde das zusammengefügte HDR-Bild bei meinem Test beispielsweise deutlich zu dunkel dargestellt, obwohl sich dieselben Dateien in Lightroom problemlos kombinieren ließen. Auch durch die anschließende Bearbeitung konnte ich das Foto nicht auf eine ausgewogene Helligkeit bringen.


Woran das genau liegt, kann ich aktuell noch nicht sagen. Eventuell finde ich in Zukunft eine Lösung oder bestimmte Einstellungen, die das Problem beheben. Im direkten Vergleich fällt allerdings schnell auf, dass Lightroom bei solchen Funktionen deutlich ausgereifter ist. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass RapidRAW noch ein sehr junges Projekt ist und sich die Software Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Hinzu kommt, dass wichtige Funktionen, wie die Beseitigung von Geistereffekten, komplett fehlen. Gerade bei Wasser, bewegten Wolken oder anderen dynamischen Motiven ist diese Funktion in der Landschaftsfotografie sehr wichtig, um Belichtungsreihen sauber zusammenzufügen.
Bildverwaltung mit RapidRAW
Bei der Bildverwaltung fallen die Unterschiede zu Lightroom relativ schnell auf. Zwar lassen sich in RapidRAW ganze Ordner importieren, Bilder mit Farben markieren, bewerten oder taggen, der Workflow wirkt aber insgesamt noch deutlich einfacher.
Interessant ist, dass RapidRAW automatisch auch Unterordner lädt. Wird beispielsweise der Hauptordner „Landschaften“ ausgewählt, werden auch die darin enthaltenen Unterordner „2025“ und „2026“ geladen. Die enthaltenen Unterordner werden anschließend automatisch mitgeladen. Zusätzlich lassen sich häufig genutzte Ordner anpinnen, was den Arbeitsablauf etwas angenehmer macht.
Trotzdem fehlen aktuell noch einige Funktionen, die ich aus Lightroom gewohnt bin. Insbesondere Smart-Sammlungen oder komplexere Filtermöglichkeiten für große Bildarchive vermisse ich relativ schnell. Gerade wenn über viele Jahre Tausende Bilder entstehen, wird eine flexible Organisation irgendwann extrem wichtig.

Praktisch ist, dass sich Ordner direkt innerhalb von RapidRAW umbenennen oder neu erstellen lassen, ohne dass man dafür extra in den Finder oder Windows Explorer wechseln muss. Genau solche kleinen Funktionen erleichtern die Arbeit im Alltag deutlich.
Was mir als Landschaftsfotograf bei RapidRAW fehlt
Gerade als Landschaftsfotograf merke ich bei RapidRAW relativ schnell, an welchen Stellen mir aktuell noch Funktionen fehlen. Für einfache RAW-Bearbeitungen funktioniert das Programm bereits erstaunlich gut, sobald der Workflow allerdings etwas komplexer wird, stößt RapidRAW momentan noch relativ schnell an seine Grenzen.
Insbesondere bei Belichtungsreihen wünsche ich mir langfristig einen deutlich ausgereifteren Workflow. Zwar funktioniert das Zusammenfügen grundsätzlich, im direkten Vergleich zu Lightroom wirkt die Umsetzung aktuell allerdings noch deutlich einfacher und weniger stabil. Gerade Funktionen wie eine zuverlässige Beseitigung von Geistereffekten fehlen mir.
Auch lokale Anpassungen spielen in meiner Landschaftsfotografie eine große Rolle. In Lightroom nutze ich Verlaufs- und Radialfilter sehr häufig, um Licht gezielt zu lenken, Kontraste aufzubauen oder um bestimmte Bildbereiche ruhiger wirken zu lassen. Genau dort wünsche ich mir langfristig deutlich mehr Möglichkeiten und einen insgesamt flexibleren Workflow in RapidRAW.

Zusätzlich arbeite ich in Lightroom häufig mit Luminanzbereichen, um bestimmte Helligkeitsbereiche innerhalb eines Bildes gezielt anzupassen. Das ist für mich extrem hilfreich, gerade beim Herausarbeiten von Lichtstimmungen oder beim Aufbau von Kontrast. Genau solche Funktionen fehlen in RapidRAW aktuell noch.
Auch bei der Bildverwaltung wünsche ich mir langfristig einen stärkeren Katalog-Workflow, wie er in Lightroom verwendet wird. Gerade bei großen Bildarchiven, die sich über Jahre hinweg ansammeln, sind strukturierte Sammlungen und flexible Organisationsmöglichkeiten extrem wichtig. Eigene Sammlungen oder intelligentere Verwaltungsmöglichkeiten würden den Workflow meiner Meinung nach deutlich verbessern.
Trotzdem finde ich die Entwicklung von RapidRAW spannend. Wenn sich das Programm in den nächsten Jahren weiterentwickelt und nach und nach zusätzliche Funktionen erhält, könnte daraus langfristig eine interessante Lightroom-Alternative entstehen.
Für wen RapidRAW trotzdem eine interessante Lightroom Alternative ist
Trotz der aktuell noch fehlenden Funktionen halte ich RapidRAW für Anfänger nach wie vor für eine sehr interessante Lightroom-Alternative. Gerade wenn man sich zunächst ohne laufende Kosten mit der RAW-Bildbearbeitung beschäftigen möchte, bietet das Programm einen überraschend guten Einstieg.
Die Oberfläche wirkt modern. Viele grundlegende Funktionen sind schnell verständlich und auch die ersten Ergebnisse sehen häufig bereits sehr ordentlich aus. Genau deshalb dürfte RapidRAW für viele Fotografen einfacher zu handhaben sein als komplexere Programme mit unzähligen Funktionen und Menüs.
Besonders sinnvoll ist RapidRAW für alle, die zunächst herausfinden möchten, ob Fotografie und Bildbearbeitung langfristig das richtige Hobby sind. Dafür halte ich ein kostenloses Open-Source-Programm für deutlich sinnvoller, als direkt mehrere hundert Euro in Software-Abos zu investieren.
Gleichzeitig merkt man bereits jetzt, dass RapidRAW mehr sein will als nur ein einfacher RAW-Converter. Gerade deshalb bin ich gespannt, wie es sich in den nächsten Jahren noch entwickeln wird.
Für meinen persönlichen Workflow reicht RapidRAW aktuell allerdings noch nicht aus. Trotzdem finde ich, dass das Programm als kostenlose Einstiegsmöglichkeit in die RAW-Bildbearbeitung überraschend gut ist und deutlich interessanter als viele andere Lightroom-Alternativen.
Warum Bildbearbeitung alleine keine starken Landschaftsbilder erzeugt
Meiner Meinung nach wird die Bedeutung der Bildbearbeitung gerade in der Landschaftsfotografie häufig überschätzt. Neue Programme, KI-Funktionen oder Presets wirken oft wichtiger, als sie tatsächlich sind. Dabei entsteht die eigentliche Bildwirkung meist bereits vor Ort und nicht erst später am Computer.
Licht, Wetter, Nebel oder die richtige Perspektive beeinflussen ein Bild deutlich stärker als die Wahl der Software. Genau deshalb bringen selbst die besten Lightroom-Alternativen wenig, wenn das Motiv oder die Bedingungen nicht stimmen.
In meinen Workshops stelle ich immer wieder fest, dass viele Fotografen zunächst sehr viel Zeit mit Technik oder Bildbearbeitung verbringen. Gleichzeitig wird häufig unterschätzt, wie wichtig Geduld, Lichtbeobachtung und bewusste Bildkomposition sind.
Natürlich kann gute Bildbearbeitung ein Foto verbessern und bestimmte Stimmungen verstärken. Die Grundlage eines starken Landschaftsbildes entsteht für mich allerdings fast immer bereits in dem Moment, in dem das Foto aufgenommen wird.

Genau darum geht es auch in meinem E-Book „Licht in der Landschaftsfotografie“. Darin zeige ich ausführlich, wie Licht, Wetter und unterschiedliche Bedingungen die Wirkung eines Motivs verändern und warum gute Landschaftsbilder häufig schon lange vor der eigentlichen Bildbearbeitung entstehen.
Fazit – Lohnt sich RapidRAW wirklich?
RapidRAW ist für mich aktuell eine überraschend spannende Lightroom-Alternative, besonders, wenn man bedenkt, dass das Programm kostenlos und Open Source ist. Gerade für Anfänger oder Fotografen, die sich zunächst ohne laufende Kosten mit der RAW-Bildbearbeitung beschäftigen möchten, bietet RapidRAW einen sehr guten Einstieg.
Im direkten Vergleich zu Lightroom merkt man allerdings relativ schnell, dass RapidRAW aktuell noch deutlich reduzierter aufgebaut ist. Insbesondere bei komplexeren Workflows, der Archivierung, lokalen Anpassungen oder Funktionen wie dem Panorama-Stitching sehe ich Lightroom derzeit weiterhin klar im Vorteil.
Trotzdem finde ich die Entwicklung von RapidRAW äußerst interessant. Gerade wenn man berücksichtigt, wie jung das Projekt noch ist, wirkt vieles bereits erstaunlich durchdacht. Genau deshalb halte ich RapidRAW aktuell für deutlich mehr als nur ein Nischenprogramm.
Für meinen persönlichen Workflow reicht RapidRAW aktuell noch nicht vollständig aus. Trotzdem werde ich die Entwicklung des Programms definitiv weiterverfolgen. Gerade weil sich RapidRAW aktuell Schritt für Schritt weiterentwickelt, könnte sich in den nächsten Jahren noch sehr viel verändern. Daher werde ich diesen Beitrag in Zukunft immer wieder aktualisieren, sobald größere Neuerungen oder wichtige Funktionen hinzukommen.
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Danke für deinen Testbericht!
RapidRAW unterstützt bereits das Laden mehrerer Ordner (auch Bilder Tagging, Labeln und Raten). Dafür musst du einfach einen übergeordneten Ordner auswählen. Die gesamte, ein- und ausklappbare Ordnerstruktur erscheint dann auf der linken Seite. Zusätzlich lassen sich verschiedene Ordner durch ein Rechtsklick anpinnen. Panorama Stitching, HDR Stacking etc gibts natürlich auch, einfach mehrere Bilder rechts klicken und auf „Productivity -> HDR Merge“ oder „Productivity -> Stitch Panorama“ klicken.
Liebe Grüsse
Timon
Danke dir für die Rückmeldung 🙂 Ursprünglich hatte ich die HDR-Funktion nicht erwähnt, weil mein erstes Ergebnis deutlich dunkler wirkte als dieselben Dateien in Lightroom. Vielleicht lag das aber auch einfach an bestimmten Einstellungen oder meinem bisherigen Workflow. Weißt du zufällig, woran das liegen könnte?
Insgesamt finde ich RapidRAW extrem spannend, gerade weil die Software noch vergleichsweise jung ist. Viele meiner Workshop-Teilnehmer entscheiden sich bewusst gegen Lightroom, möchten aber eine unkomplizierte Bearbeitungssoftware, die nicht vollständig KI-basiert ist. Deshalb empfehle ich RapidRAW gerne weiter 🙂
Welche größeren Funktionen für die nächsten Monate noch geplant?