Timeblending – ein Beriff der neuen Art von Fotografieren. Vor 4-5 Jahren kannte ich diesen Beriff nicht. Während der Photokina 2016 in Köln sah ich einen sehr informativen Vortrag von Elia Locardi über die Möglichkeit des Timeblending. Was genau ein Timeblending ist und wieman die Szene am besten als Timeblending festhält, zeige ich euch in diesem Blog.

Was ist ein Timeblending?

Timeblending ist im Prinzip das Mischen von Bildern aus verschiedenen Zeiten. Bei diesem Thema scheiden sich die Geister und Freunde der Analogen Fotografie sagen, dies hätte nichts mehr mit Fotografie zu tun. Doch letztlich kombinierere ich nur Momente, die sich wirklich an exakt diesem Ort ergeignet haben und setze keinen fremden Himmel darüber. Da sind auch meine “moralischen” Grenzen der Bildbearbeitung erreicht. Aber dazu später mehr 🙂

Warum ein Timeblending? Nachdem Du einen passenden Fotospot und eine schöne Perspektive gefunden hast, kannst du beobachten, wie sich das Licht verändert und die Wolken beim Sonnenuntergang dramatisch färben. Später tönt sich der Himmel tiefblau und die warmen Orangetöne der einsetzenden künstlichen Beleuchtung lässt die Stadt leuchten.

Dabei gibt es nur ein Problem. Meistens sind die Lichter der Stadt bei Sonnenuntergang bzw. dem Abendrot kurz nach dem Sunset noch nicht eingeschaltet wershalb die funkelnden Lichter der Stadt fehlen.

Bei dem Foto in der Blauen Stunde wirkt der Himmel leblos und der hohe Kontrastumfang zwischen der hellen Beleuchtung und den dunklen Schatten bereitet Dir darüberhinaus Schwierigkeiten, die Detailzeichnung in allen Tonwertbereichen zu erhalten.

Die Timeblend-Methode ermöglicht Dir in diesen und ähnlichen Situationen nicht nur die genannten technischen Schwierigkeiten zu umgehen, sondern auch ein optisch ansprechendes und einzigartiges Resultat zu erzielen. Mit diesem sehr wichtigen Thema muss man sich mit der Bildgestaltung viel intensiver und aufmerksamer auseinandersetzen da du dich auf eine Komposition festlegen musst.

Timeblending fotografieren

Bei dem Fotografieren vor Ort müssen einige Dinge beachtet werden, damit die Aufnahmen zum Schluss ordentlich in Photoshop kombiniert werden können. Mein erster Tipp ist, sei mindenstens 30-45 Minuten vor Sonnenuntergang vor Ort, damit du den perfekten Bildausschnitt suchen kannst und keine Hektik entsteht. Nachdem du die ideale Position gefunden hast, kannst du die Kamera auf dem windfesten Stativ befestigen und die Schraben festdrehen damit sich die Kamera und der Bildausschnitt nicht verändern. Damit deine Kamera bei der Auslösung nicht bewegt wird, empfehle ich einen Fernauslöser, welcher schon ab 10-15€ bei Amazon für jedes Modell erhältlich ist.

Ich fotografiere im RAW-Format und im Manuellen Modus (M-Modus). Die Bildstabilisation des Objektivs oder der Kamera sollte ausgeschaltet werden. Nun wähle ich die ISO (meistens ISO 100) und meine Blende (zwischen 8 und 13) sowie die Belichtungszeit. Da ich zunächst eine Belichtung ausschließlich für den Himmel anfertige, darf das Histogramm auch nach Links (Schwarz und Tiefen) ausschlagen. Der Himmel muss korrekt belichtet sein und das Histogramm darf nicht wenig oder nicht nach rechts ausschlagen (Lichter und Weiß-Werte).

Nachdem die Sonne untergegangen ist, beginnen die Lichter der Stadt zu leuchten. Nachdem alle Lichter der Gebäue und Straßen eingeschaltet sind, widme ich der Belichtung für die Stadtlichter. Auch bei diesem Blid beachte ich das Histogramm damit ich nicht oder nur wenig nach Rechts ausschlägt. Bei einem kleinen Ausreiser in den Lichtern und den Weiß-Werten ist das kein Problem da dies in der Nachbearbeitung angepasst werden kann.

Pro-Tipp: Nutze einen ND-Filter bei der Belichtung für den Himmel und Du kannst eine Langzeitbelichtung realisieren sowie diese später mit den Lichtern der Stadt kombinieren.

Während des Sonnenuntergang

Nach dem Sonnenuntergang

Timebledung aus beiden Belichtungen

Die Nachbearbeitung

Bei dieser Fotografie-Technik ist Photoshop unumgänglich. Zunächst importiere ich die Bilder von meiner Speicherkarte auf meine externe Festplatte, wovon ich alle meiner Bilder bearbeite, in einen extra Ordner. Nach dem Import in Lightroom entwickle ich bei Bilder. Bei dem Bild mit dem Abendrot nur den Himmel und bei dem Bild mit den Stadtlichtern nur die Stadt. Dabei achte ich auf die Tönung den Weißabgleich, damit bei am Ende in Photoshop zusammenpassen. Nachdem beide bearbeitet sind, währe ich beide Bilder mit der Strg-Taste aus, und wähle mit dem Rechtsklick -> Bearbeiten in -> in Photoshop als Ebenen öffnen aus.

Bevor die Bilder in Photoshop kombibiert werden, möchte ich die Bilder ausrichten und pixelgenau übereinanderlegen. Dazu wähle ich -> Bearbeiten -> Ebenen automatisch ausrichten und bei Projektion nutze ich “Auto”. Dannach mit OK bestätien. Nun werden die BIlder genau Übereinandergelegt. Manchmal bleibt ein weißer Rand übrig, da die Kamera bei der Aufnahme ein wenig bewegt wurde. Um den Rand zu entfernen nutze ich das Freistellungswerkzeug. Damit kann ich das Bild minimal mit den originalen Proportionen croppen und den leeren Rand entfernen.

Zunächst lege ich das Bild mit der Belichtung des Abendrots auf die untere Ebene und wähle die erste Ebene mit den Stadtlichtern aus. Nun nutze ich das Schnellauswahlwerkzeug und wähle damit den Himmel aus, welchen ich tauschen möchte. Nachdem der Himmel grob ausgewählt wurde, klicke ich bei den Ebenen auf das Rechteck mit dem Kreis in der Mitte und maskiere das Bild. Gegebenfalls muss die Maskierung umgekehrt werden. Anschließend sollte mit dem Pinsel die letzten Feinheiten der Maskierung verbessert werden. Dazu einfach in das Bild hineinzoomen, auf die Maskierung klicken, das Pinselwerkzeug auswählen, die Pinselfarbe einstellen, die Pinselgroße mit einem Rechtklick wählen und die Ebenenmaske anpassen.

Es gibt viele Möglichkeiten die beiden Bilder zu Kombinieren, doch diese hat sich bei mir aufgrund der Genauigkeit durchgesetzt und nutze ich bei fast jedem meiner Fotos mit Timeblending-Technik.

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