Eines der wichtigesten Objektive in der Landschaftsfotografie sind Weitwinkelobjektive (bei Objektiven für Vollformat von 12-20mm oder APS-C (z.B. Sony A6000, Nikon D3400) von 8-14mm) Das liegt daran, dass die (Ultra)Weitwinkel-Objektive eine Perspektive bieten, mit der Sie die weiten Ausblicke z.B. auf Island oder in den Dolomiten bestens fotografisch festhalten können. Ein zusätzlicher Vorteil der Verwendung von Weitwinkelobjektiven für die Landschaftsfotografie ist, dass Sie damit alles scharfstellen und unglaubliche Fotos auf engstem Raum aufnehmen können.

Während meiner Workshops und Fototouren höre ich jedoch manchmal Leute sagen, dass sie Probleme mit der Verwendung von Weitwinkelobjektiven haben, einfach weil sie es ermöglichen, so viel von der umgebenden Szene einzubeziehen. Einige Leute finden es schwierig, eine Komposition mit einem Weitwinkelobjektiv zu erstellen, während andere einfach nicht wissen, wie man sie effektiv einsetzt oder wo sie überhaupt anfangen sollen.

Die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs für die Landschaftsfotografie kann anfangs etwas schwierig sein, da es einen ganz anderen Ansatz erfordert als die Verwendung Ihres Standard-Kit-Objektivs oder eines der anderen Objektive.

Tipp 1 – Nutze das LCD-Display deiner Kamera

Viele meiner Workshop-Teilnehmer fotografierten zuvor nur durch den Sucher. Bei Sonnenschein ist das die bessere Option, da das Sonnenlicht die Beurteilung des Bildes verfälschen kann. Wenn du zum ersten Mal ein Weitwinkelobjektiv verwendest, versuchen, die Landschaft im Live-Vorschaumodus über das LCD Ihrer Kamera zu betrachten und den Bildaufbau einzurichten. Mit der Live-Vorschau kannst du den Bildschirm der Kamera anstelle des kleinen Suchers verwenden, wodurch eine viel größere Darstellung des Bildes möglich ist als Du mit bloßem Auge sehen könntest.

Bei aktivierter Live-Vorschau können Sie die Kamera halten und bewegen, während Sie die Landschaft auf dem Bildschirm Ihrer Kamera betrachten. Auf diese Weise erhalten Sie eine hervorragende visuelle Darstellung des Effekts, den ein Weitwinkelobjektiv beim Ändern der Perspektive auf die Landschaft ausübt. In der Landschaftsfotografie ist es äußerst wichtig, das Motiv durch das Weitwinkelobjektiv effektiv beobachten zu können, da Du so die Kompositionen verfeinern und die Objekte im Vordergrund optimal nutzen kannst. Dies liegt daran, dass bei Verwendung eines Weitwinkelobjektivs kleine Objekte wie Steine ​​oder Pflanzen im Vergleich zum Hintergrund möglicherweise viel größer erscheinen, was interessante Motive ergibt.

Tipp 2 – Bodennah Fotografieren

Bei einem Weitwinkel-Objektiv spielt die Perspektive eine wichtige Rolle. Das bringt mich sofort zu meinem zweiten Tipp für das Fotografieren mit einem Weitwinkelobjektivs. Bei dem es darum geht, auf die kleinen Details in der Nähe zu achten sobald Du einen schönen Hintergrund gefunden hast. Wenn Sie jedoch die Perspektive ändern, werden Objekte wie Stöcke, Muster im Sand oder Texturen im Eis hervorgehoben, die als Objekte in Ihrem Vordergrund verwendet werden können.

Natürlich wird es Zeiten geben, in denen Sie donnernde Wasserfälle und majestätische Berge fotografieren, die kleinere Details überdecken, obwohl Objekte im Vordergrund immer noch als wirksame Führungslinien oder Kompositionselemente fungieren können, die dazu beitragen, eine weitere interessante Ebene zu schaffen für einen viel dynamischeres Foto.

Tipp 3 – Verzerrungsfotografie

Obwohl es auf den ersten Blick sehr seltsam sein mag, sich neben ein Motiv zu setzen, damit es im Vergleich zu anderen Objekten in Ihrer Umgebung übertrieben und groß erscheint, besteht der Vorteil der Verwendung eines Weitwinkelobjektivs darin, dass Sie diese Verzerrung ausnutzen können. Ein Effekt, um absichtlich einen interessanten Vordergrund zu schaffen. Je nachdem, wie Sie das Objektiv neigen, können Sie die Verzerrung nutzen, um beispielsweise Eisbrocken oder Pfützen viel größer erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind. Dies kann sich hervorragend zum Fotografieren von Reflexionen eignen.

Tipp 4 – Das Bild füllen

Wenn Sie ein Weitwinkelobjektiv verwenden, ist es am schwierigsten, die Bildfläche zu füllen. Versuchen Sie, mit Entfernungen zu experimentieren und Kamera und Objektiv so zu manövrieren, dass die Elemente das gesamte Bild ausfüllen, anstatt sich für eine Aufnahme zurückzuziehen oder nur einen kleinen Teil des Rahmens zu verwenden. Die kompositorische Drittelregel ist in dieser Hinsicht sehr nützlich, da diese dabei hilft, den Vordergrund, den Mittelweg und den Hintergrund auszugleichen.

Wenn Sie den Rahmen des Bildes ausfüllen, erhalten Sie ein ansprechenderes Foto, mit dem Sie den Blick des Betrachters auf sich ziehen können. Du kannst den Rahmen füllen, indem du einfach näher an das Motiv gehst.

Tipp 5 – Vignettierung

Vignettierung erscheint als abgedunkelter Bereich, der allmählich in Richtung der Ecken eines Rahmens zu strahlen scheint. Dies wird hauptsächlich dadurch verursacht, dass Licht in das Objektiv eintritt und den Sensor Ihrer Kamera unter verschiedenen Winkeln erreicht. Weitwinkelobjektive sind besonders anfällig für Vignettierung, insbesondere wenn Sie die Objektive mit der weitwinkligsten Brennweite nutzen. Sie können versuchen, den Vignettierungseffekt zu verringern, indem Sie einfach ein wenig zoomen oder das Foto später während der Nachbearbeitung nachbearbeiten.

Die Vignettierung wird in der Landschaftsfotografie noch problematischer, wenn Sie Filter mit Weitwinkelobjektiven kombinieren, insbesondere aufschraubbare Filter. Die Dicke dieser Filter kann, insbesondere wenn sie gestapelt sind, sehr dunkle Vignetten erzeugen. Der Trick, um dieses Problem zu umgehen, besteht darin, ein Filtersystem zu verwenden, das speziell für Weitwinkelobjektive entwickelt wurde, um das Risiko einer Vignettierung zu verringern.

Eine Vignettierung kann auch jedoch auch als Gestatltungselement genutzt werden.

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