Die besten Voraussetzungen, um die Milchstraße zu fotografieren

Oft werde ich gefragt, wo man am besten die Milchstraße fotografieren kann. Bei uns in Deutschland (sowie Österreich, Schweiz und BeNeLux) eignen sich die Monate Mai bis Oktober am besten das das Zetrum der Milchstraße über dem Horizont zu sehen ist. Jedoch wird es im Juni / Juli durch die späten Sonnenuntergänge sowie frühen Sonnenaufgang nicht dunkel genug, um die Milchstraße zu fotografieren. Sehr gute Monate sind Mai, September und Oktober. Damit ihr ein schönes Bild des Galaktischen Zentrums erstellen könnt, empfehle ich euch für eure Reiseplanung auf jeden Fall eine Astronomie-App zu nutzen, die euch den Stand der Sterne in Abhängigkeit von Zeit und Ort anzeigt.

Zu Beachten ist auch das Umgebungs- und Mondlicht. Durch die Lichtverschmutzung der Städte und Dörfer ist es nur selten möglich, in dessen Nähe die Milchstraße zu fotografieren. Neben der Lichtverschmutzung muss auch das Mondlicht beachtet werden. Da der Mond von der Sonne angeleuchtet wird, kann der Mond ein großer Störfaktor sein. Deshalb checke ich mithilfe von PhotoPills immer vor dem Fotografieren die Mondauf- und Monduntergangszeiten sowie Sonnenauf- und Sonnenuntergang.

Milchstraße fotografieren – Tutorial

Kamera, Objektiv und weiteres Equipment

Um die Milchstraße zu fotografieren, ist nicht unbedingt eine teure Vollformat-Kamera nötig. Das erste Bild der Milchstraße fertigte ich mit einer Nikon D3300 und dem Kit-Objektiv. Grundsätzlich sollte die Kamera mit ISO-Werten zwischen 800 und 4500 umgehen können. Die heutigen APS-C Kameras können gut mit den ISO-Werten bis zu 2200 umgehen.

Neben der Kamera spielt auch das Objektiv eine wichtige Rolle. Emfehlenswert ist ein Objektiv mit einer Brennweite zwischen 10-20mm (bei APS-C Kamera) und 12-24mm an einer Kamera mit Vollformat-Sensor. In der Nachtfotografie sollte das Objektiv über eine hohe Lichtstärke verfügen. Meistens fotografiere ich mit einer f2.8er Blende. Je kleiner die Blende desto besser! Nachdem ich in den ersten 1-2 Jahren mit dem Kit-Objektiv und einer Offenblende von f3.5 fotografierte kaufte ich mir für 400€ das 14mm 2.8 von Samyang. Im Bezug auf den Preis und die Offenblende kann ich das Objektiv uneingeschränkt weiterempfehlen.

Neben der Kamera ist das Staiv einer der wichtigsten Gegenstände. Derzeit nutze ich Rock Solid Beta von Rollei. Zwar kostet das Stativ rund 400€, jedoch kann ich das Stativ uneingeschränkt weiterempfehlen. Das Stativ sollte einen sehr guten Stand haben, damit nicht der kleinste Windstoß das Stativ bewegt. Dadruch können die Bilder sehr schnell unscharf werden.

Bei Langzeitaufnahmen nutze ich meist einen Fernauslöser/Timer. Daruch besteht nicht die Gefahr, dass die Kamera bewegt wird und somit das Bild unscharf wird.

Fokussieren bei Nacht

Damit die Bilder scharf werden, sollte der Fokus auf Unendlich eingestellt werden. Hierzu schalte ich die Kamera auf den Live-View und zoome digital auf z.B. einen Stern oder auf einen hellen Punkt in weiter Entfernung. Mithilfe des Fokusring könnt ihr nun den Fokus optimal einstellen. Der Stern sollte hierbei so klein wie Möglich sein.

Milchstraße Allgäu

Die Kameraeinstellungen

Das Fotografieren der Milchstraße ist kein Hexenwerk. Meistens verwende ich folgende Einstellungen:

  • ISO 1600 – 3200
  • Offenblende (wir haben ja kein Licht zu verschenken)
  • 25 Sekunden bei 14 mm, bei längeren Brennweiten, entsprechend kürzer. Dann muss ggf. die ISO Zahl erhöht werden.

Als Faustregel für die längste “scharfe” Belichtungszeit bei einem APS-C-Sensor könnt ihr euch 300/Brennweite merken. Bei einer Kamera mit Vollformat-Sensor nutze ich 500/Brennweite.

Bsp: An meiner Nikon D800 (Vollformat-Sensor) möchte ich ein Objektiv mit 20mm nutzen. In diesem Fall greift die Formel 500/20 (Brewnnweite) und ich könnte maximal 25 Sekunden belichten. Bei einer Kamera mit APS-C Sensor könnte ich durch die Formel 300/20 nur 15 Sekunden belichten.

Selbst die Formel liefert manchmal nur Anhaltspunkte. Dem Ergebniss dieser Formel zeieh ich meist nur 2-3 Sekunden zur Sicherheit ab. Nachdem ich die erste Testaufnahme gefertigt habe, zoome ich in das Bild hinein und schaue, ob die Sterne scharf zu sehen sind und nicht zu Strichen werden.

Damit ich in der Nachbearbeitung das beste aus dem Bild herausholen kann, fotografiere ich im RAW-Format. Dadruch kann ich ggf. auch den Weißabgleich nachträglich ändern.

Fazit

Eigentlich ist das Fotografieren der Milchstraße kein Hexenwerk  und denoch verzweifeln viele Fotografen an diesem Motiv. Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Blog weiterhelfen konnte!

Um die Milchstraße zu fotografieren muss man nicht tausende Kilometer um die Welt reisen. Oft lassen sich auch in Deutschland viele wunderbare Locations finden. Besonders kann ich den Pfälzer Wald und den Schwarzwald empfehlen ????

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