Motivkontrast – Die Wirkung von Licht & Schatten – Landschaftsfotografie

Was ist der Motivkontrast? Licht und Schatten ist die Quintessenz der Landschaftsfotografie. Das richtige Licht bringt die Landschaft zum Leben und bestimmt den Alltag eines Fotografen. Im Studio kann das Licht wie gewünscht gesetzt werden, doch draußen in der Natur geht das nicht. Was nützt eine wunderschöne Location, wenn das Licht nicht passt? In diesem Blog möchte ich Dir erklären, welches Licht in der Landschaftsfotografie besonders wichtig ist.

Motivkontrast in der Landschaftsfotografie

Bei Motiven mit sehr starken Helligkeitsunterschieden kann es zur Über- bzw. Unterbelichtung von bestimmten Bildbereichen kommen, wenn der Kontrastumfang den Dynamikbereich der Kamera übersteigt. Helle Bildbereiche wie z. B. Wolken können als homogene weiße Fläche im Bild angezeigt werden, obwohl mit dem Auge deutlich eine Struktur vorhanden war. Der Grund hierfür ist die Überbelichtung dieser hellen Bildbereiche.

Um das Problem eines zu hohen Motivkontrasts zu lösen, gibt es verschiedene Antsätze. Einer der technischen ist eine Mehrfachbelichtung oder die verwendung von Verlaufsfilter. Solche Situationen lassen sich bei dem Fotografieren nicht vermeiden, doch man kann damit besser umgehen. In erster Linie ist es wichtig, ein grundlegendes Verständniss für Licht und Schatten zu haben. Klingt simple, ist es auch 😉

In der Fotografie wird grunsätzlich zwischen hartem und weichem Licht unterschieden. Das harte Licht entsteht bei hochstehender Sonne und das weiche Licht bei tiefstehender Sonne. Dementsprechend sind auch die Schatten bei tiefstehender Sonne weicher und besser zu fotografieren. Weichere Schatten bedeuten zwar nicht unbedingt einen niedrigeren Motivkontrast, jedoch fallen die Helligkeitesunterschiede nach der Bildbearbeitung nicht so stark ins Gewicht.

Persönlich bevorzuge ich das weiche Licht. Je nach Jahreszeit und Region entsteht dies meist eine Stunde vor Sonnenuntergang bzw. nach Sonnenaufgang. Die Zeit des weichen Lichts wird auch goldene Stunde genannt, da sich das Licht langsam golden/orange färbt. Um herauszufinden wie lange die Goldene Stunde dauert, nutze ich PhotoPills. Befindet man sich z.B. im Februar auf Island, beginnt die Goldene Stunde bereits 2-3 Stunden vor Sonnenuntergang, da die Sonne tagsüber nicht so hoch steigt wie in Deutschland.

Je nach Region (z.B. in Äquatornähe) kann es auch sein, dass die Goldene Stunde nur 15-30 Minuten dauert.

Fotografieren mit/gegen das Sonnenlicht

Um dem Motivkontrast natürlich zu verringern, gibt es auch eine weitere Möglichkeit. Bei einem typischen Sonnenuntergang wird meist Richtung Sonne fotografiert. Dies führt zu einigen Vor- und Nachteilen.

Mit dem Sonnenlicht fotografieren

  • Weiche Schatten
  • weniger Motivkontrast = oft keine Verlaufsfilter oder Mehrfachbelichtung nötig
  • Keine Sonne auf dem Landschaftsbild
  • weniger Kontrast/Dynamik

Gegen das Sonnenlicht fotografieren

  • Härtere Schatten im Vordergrund
  • hoher Motivkontrast = oft Verlaufsfilter oder Mehrfachbelichtung nötig
  • mehr Kontrast/Dynamik
  • Direktes Sonnenlicht in Komposition enthalten

Fazit

Der Motivkontrast ist ein zu nicht zu unterschätzender Faktor. In der heutigen Zeit ist es einfach, den Motivkontrast mithilfe von einer Belichtungsreihe oder Verlaufsfiltern zu bändigen. Dennoch solltest Du dir gut überlegen, wie Du das Licht in der Natur für deine Zwecke einsetzt und nicht ohne Plan losziehst.

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