Polarlicht fotografieren. Viele reisen in die Nördlichen Länder um das Polarlicht (auch Polarlichter genannt) zu sehen und fotografieren. Dabei spielt es keine Rolle ob du mit den Hurtigruten oder Mietwagen unterwegs bist. In diesem Blog möchte ich euch Tipps zum fotografieren des Polarlichtes geben. Theoretisch lassen sich die Polarlichter auch mit einem Smartphone (z.B. einem iPhone 11) und einem Stativ fotografieren, jedoch ist eine Kamera besser geeignet.

Mit etwas Glück kann man im Winter im hohen Norden die Polarlichter erleben. Ein wunderschönes Himmelsereignis, für das man unter Umständen nur wenige Versuche hat, es auch zu fotografieren. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es deshalb wichtig ist sich auf dieses Ereignis vorzubereiten, um die Polarlichter auch fotografisch eindrucksvoll einzufangen. Polarlichter lassen sich gelegentlich auch aus Deutschland fotografieren. Voraussetzung dafür ist, man befindet sich weit im Norden Deutschlands und hat um sich wenig bzw. keine Lichtverschmutzung.

Polarlichter sind schwer vorauszusagen und man benötigt manchmal auch etwas Glück, um sie zu erleben. Zum anderen treten die Polarlichter jedes Mal in einer anderen Intensität auf. Manchmal nur kurz, ein anderes Mal sind sie lange zu sehen. Währenddessen können sie in unterschiedlicher Intensität und verschiedenen Farben über den Himmel tanzen oder auch mal länger und gleichbleibend wie ein grünes Band am Himmel stehen.

Polarlicht fotografieren – Tutorial

Tipp 1 – Die richtige Location und Zeit

Die Frage nach der richtigen Location dürften sich sehr viele vor dem Fotografieren stellen. Beliebte europäische Länder sind Norwegen, Schweden, Finnland und Island. Wobei die nördliche Region Lapplands, die sich über alle drei skandinavischen Länder spannt, tendenziell mehr „Polarlicht-Sichtungen“ verzeichnen sollte, als das sehr beliebte Reiseland Island.

Da es dort in den Sommermonaten aber nie ganz dunkel wird, kann man die Polarlichter meistens von Oktober bis März sehen. Du planst eine Reise nach Island? Hier sind die besten Fotospots zum Polarlicht fotografieren.

Tipp 2 – Die Polarlicht Vorhersage und Wetter

Bei dem Polarlicht fotografieren ist das wichtigste das Wetter! Bei bedecktem Himmel ist es unmöglich Polarlichter zu fotografieren. Die wichtigten Grundvoraussetzungen sind das Wetter und die aktuellen KP- Werte. Das Wetter ist gerade in den Nörlichen Ländern sehr abwechslungsreich. Die KP-Werte lasssen sich auf polarlicht-vorhersage.de einsehen. Ziemlich am Ende der Seite seht Ihr das “Aurora Oval”. Leicht zu erkennen ist die Ausbreitung der aktuellen Nordlichter.

Zur Wettervorhersage nutze ich die Wettermodelle von kachelmannwetter.com. Dort das jeweilige Land eingeben und nach dem Bedeckungsgrad für die entsprechenede Uhrzeit wählen. Das Wettermodell nutze ich auf Island und das Modell lag zu 85% richtig.

Tipp 3 – Das Equipment

Um das Polarlicht ordentlich fotografieren zu können benötigst du definitiv ein Stativ. Während meiner Tour durch Island im Februar 2018 sah ich viele, die vergeblich versuchten die magischen Lichter aus der Hand zu fotografieren. Das wird nur sehr schwer gelingen. Das Stativ gibt der Kamera die nötige Standfestigkeit damit längere Belichtungszeiten möglich sind.

Für die Fotografie bei Nacht lohnt sich eine Vollformat-Kamera da diese deutlich weniger rauscht als eine APS-C Kamera. Natürlich lassen sich auch mit den APS-C Kamera die Nordlichter fotografieren. Hierzu kann ich die Sony Alpha A6000 für Einsteiger empfehlen.

Um die Polarlichter zu fotografieren solltest Du ein möglichst lichtstarkes (Weitwinkel-) Objektiv (Blende 1.4-3.5) verwenden damit du die ISO so gering wie nötig und keine große Verschlusszeit einstellen musst. Denn die Verschlusszeiten spielen bei der Fotografie der Lichter eine große Rolle. Auch mit einer 50mm Festbrennweite lassen sich spektakuläre Bilder fotografieren. Dazu später mehr!

Tipp 4 – Die Kleidung

Es kann sehr kalt sein! Ich hatte Glück und hatte es Mitte Februar 300 km südlich des Polarkreises abends „nur“ zwischen mit -1 bis -6 Grad zu tun. Thermounterwäsche, richtige Schneeklamotten, Thermosocken und Schneestiefel waren da ein Muss. Dazu eine Mütze und warme Fingerhandschuhe. Die Kälte sollte nicht unterschätzt werden!

Tipp 5 – Die Einstellungen an der Kamera

Zunächst sollte wie bereits erwähnt die Kamera mit dem lichtstärksten Objektiv montiert werden. In der Bei den Nordlichten gibt es zwei Arten der Belichtung. Bei den “Beams” sollte die Belichtung nicht länger als 2-6 Sekunden sein und je nach Geschwindigket des Nordlichts angepasst werden. Im Gegenzug sollte die Blende auf die Lichtstärkste Stufe gestellt sein. Die ISO stelle ich meist zwischen 1600 und 3200 ein. Bei den längern Streifen am Himmel sind Belichtungszeiten von 15-25 Sekunden möglich. Dann sollte die ISO zwischen 800 und 2200 gestellt werden da bereits mehr Licht durch die Verschlusszeit auf den Sensor fällt.

Bei Polarlichtern ähnelt sich der Ablauf wie bei dem Fotografieren der Milchstraße. Das manuelle Fokussieren die beste Methode das Bild scharf zu bekommen (mehr dazu im Blog: Milchstraße fotografieren)

In der vorhergesagten Polarlicht-Nacht stellst du deine Kamera mit Stativ auf und fotografierst nach Norden. Wenn die ersten Nordlichter zu sehen sind, kannst du den Bildaufbau gestalten und auf die ersten Nordlichter warten (mehr zum Bildaufbau und der Landschaftsfotografie in meinen eBook).

Pro-Tipp: Bei Nordlichtern und der Milchstraße lohnt es sich zwei Belichtungen zu erstellen. Eine (2-6 Sekunden) für die Polarlichter und eine jeweilige für den Vordergrund. Bei starkem Polarlicht genügt meist eine Belichtung von 40 – 60 Sekunden und bei schwächerem Polarlicht zwischen 90 – 120 Sekunden. Das sind nur Pauschalwerte die nicht während jeder Situation angewendet werden können. Die Bilder lege ich in der Nachbearbeitung mit Photoshop zusammen. Dennoch sind 90 Prozent meiner Nordlicht Bilder nur in Lightroom entwickelt worden mit geringen Korrekturen.

Manchmal sollte man einfach die Intervall-Funktion nutzen, die Kamera arbeiten lassen und die Show der Polarlichter genießen!

Viel Spaß beim Beobachten und Fotografieren der Polarlichter!

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