Wildes Schottland – Reisebericht Teil II

WIllkommen zum zweiten Teil des Reisebericht meiner Fotoreise nach Schottland. Hast du den ersten Teil meines Reisebericht nach Schottland bereits gelesen? Nein? Bevor du in den zweiten Teil startest, solltest du dir den ersten Teil des Reiseberichts ansehen. Schottland hat mich schon immer fasziniert, doch oft kam einfach etwas dazwischen. Lange gewartet, doch im Februar endlich die Flüge sowie den Mietwagen gebucht. Am 19. September 2022 ging es gemeinsam mit Michael nach Schottland.

Halbzeit der Fototour nach Schottland

Wie gut kann diese Fototour stimmungstechnisch noch werden? Nun ja, Michael und ich sind eigentlich sehr zuversichtlich, doch schauen auch der Realität ins Auge. Der Wetterbericht sieht nicht optimal aus, aber wir geben die Hoffnung nicht auf und werden auch bei Wind und Regen am Fotospot stehen und auf gutes Licht hoffen. Um 6 Uhr klingelte am sechsten Tag der Wecker und wir liefen müde durch die dunklen Morgenstunden zum Fotospot. Angekommen erstmal mein Setup aufgebaut und die Kompostion eingerichtet. Die Bildkomposition testete ich bereits am Vortag um morgens schneller mein Bild einzurichten. Während Michael seine Kamera aufbaute, passierte etwas, was mich sprachlos machte. Eine kleine Unachtsamkeit und der Rucksack von Michael fiel über 25 Meter den steilen Hang hinunter. Fuck!!! Dachten wir uns beide.

Die gesamte Ausrüstung war im Rucksack und irgendwie musste er den steilen grasbewachsen rutschigen Hang hinunter klettern. Aufgrund seiner alpinen Erfahrungen gelang es ihm, den Rucksack nach wenigen Minuten zu retten. „Wow, das war knapp!“ dachte ich mir. Zwar interessant für den Schottland Reisebericht, aber sicherlich etwas, worauf man verzichten kann. Das Wetter sah zunächst sehr vielversprechend aus und nach wenigen Minuten färbte ich der Himmel ganz leicht. Leider kein Spektakel an Farben, aber dennoch freute ich mich, während der Tour endlich einen Sonnenaufgang zu sehen, der in Ordnung ist. Während sich der Himmel färbte startete ich meine DJI Mini 3 Pro um die wunderschöne Landschaft von Oben zu fotografieren. Nebenbei auch meine Nikon Z7 bedient. An diesem Morgen war Multitasking gefragt!

Zurück am Auto kochte Michael wieder Wasser auf und gab es frischen Kaffee. Währenddessen schaute ich nach einem Hotel für die nächsten zwei Nächte, da Sonntags regen vorhergesagt ist. Über die gängigen Buchungsportale wie Expedia oder Booking.com nur Hotels ab 200€/Nacht gefunden. Ganz ehrlich, mir ist das einfach zu teuer. Eine kurze Suche über Google Maps war erfolgreich. Ein schickes kleines Bed & Breakfast für 230€ für 2 Personen / 2 Nächte? Klingt gut 🙂 Nach dem kleinen Einkauf in Portree sind wir in die Unterkunft eingecheckt und haben erstmal alle Akkus an die Steckdose gestöpselt und die Daten gesichert. Nach einer warmen Dusche ging es langsam zum Fotomotiv für den Sonnenuntergang. Eine Stunde hingefahren, die Blaue Stunde fotografieren und direkt wieder zurück. Nichts spektakuläres gesehen und einfach den Abend ohne große Erwartungen genossen.

Manchmal einfach das beste, um im Nachhinein nicht enttäuscht zu sein. Bisher hatte ich nicht die Motivation ein Foto von diesem Abend zu bearbeiten, da die gesamte Stimmung nicht besonders gewesen. Mein Reisebericht der Reise nach Schottland schreibt sich nicht ganz so leicht, da die Fototour im gesamten nicht wirklich gut läuft.

Neuer Tag, neues Glück? Wir werden sehen. Unser Morgen am achten Tag begann wieder sehr ruhig mit einem klassischen schottischen Frühstück. Hab ich schon mal erwähnt dass ich dieses Frühstück liebe? 🙂 Da wir bereits um 10:00 Uhr unser Zimmer verlassen mussten, packten wir unsere sieben Sachen und fuhren erstmal Richtung Süden. Sollen wir weiter in die Highlands fahren oder weiter Richtung Edinburgh? Diese Frage stellten wir uns stundenlang da wir nicht genau wussten wo das Wetter wirklich besser wird. Dabei dachte ich mir, dass es wettertechnisch sowieso nicht mehr schlimmer werden kann. Kurz entschlossen fuhren wir hinauf in die Highlands und wollten einem kleinen Wasserfall einen Besuch abstatten. Problem war, dass zu wenig Wasser vorhanden gewesen ist und die Wirkung des Motivs völlig uninteressant gewesen ist. Kurz darauf überlegte ich meine Drohne starten zu lassen. Doch bei 60 km/h Windböen unterließ ich dies 🙂


Wir fuhren zu einem kleinen Wanderparkplatz südlich des Loch Meree und ließen dort unserer Drohne starten. Anschließend kochen wir etwas zu Mittag. Es gab saftiges Rindfleisch mit Gemüse. Einfaches Gericht, aber in dieser Landschaft schmeckt es einfach doppelt gut. Für den Sonnenuntergang hatte ich ein klares Motiv im Kopf. Die Landschaft um das Loch ist übersät mit Bäumen. Einer dieser Bäume wollte ich mit dem imposanten Berg in Szene setzen. Das Licht wurde immer besser und ich lief langsam mit Michael auf die Wiesen um einen geeigneten Spot zu finden. Ehrlich gesagt war diese Wiese eher ein Moor. Ich entschied mich für Wanderschuhe und hätte besser die Gummistiefel mitgenommen. Pünktlich vor Sonnenuntergang zog ein tiefes Wolkenband hinein und bescherte uns eine wunderschöne goldene Stunde.

Der Wetterbericht ist manchmal kein guter Freund. Aufgrund des bisherigen Verlaufs der Reise bin ich nicht wirklich mit den fotografischen Ergebnissen zufrieden. Bereits am Nachmittag entschieden wir uns, den Sonnenaufgang am kommenden Tag an der Aussichtslocation des Vormittags zu fotografieren. Am Abend sahen jedoch die Wettermodelle für den südlichen Teil der Isle of Skye besser aus. Michael und ich sind uns nicht einig gewesen. Ich wollte in den Highlands bleiben, aber Michael weiter in den Süden. Die Meinungsverschiedenheit führte zu eine stillen Autofahrt zurück auf die Isle of Skye. Da sah der Wetterbericht für Morgens deutlich besser aus. Eigentlich wollte ich unbedingt einen Fotospot im Norden der Highlands besuchen, doch daraus wird vermutlich nichts mehr.

Zurück nach Edingburgh

Eine sehr unruhige Nacht liegt hinter uns. Stürmische Boen mit 70-80 km/h zwangen und dazu, das Dach einzufahren und in der unteren Ebene des Camper zu schlafen. Sonst hätten wir kein Auge zubekommen. Der Wecker klingelte, doch wir schliefen weiter das es regnete und stürmte. War wieder nichts mit einem guten Sonnenaufgang. Meine Laune war im Keller. 9 von 11 Tagen und noch keine Lichtstimmung erlebt, die es wert war. Wir fuhren weiter zu Co-op um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Nachmittags fuhren wir auf Michis Wunsch zu einer kleinen Schlossruine. Da ich absolut keine Motivation zum fotografierten hatte, blieb ich am Campervan und Michi ging fotografieren. Währendessen schrieb ich an meinem Reisebericht der Tour nach Schottland.

Im Laufe des Nachmittags entschieden wir, langsam zurück Richtung Edinburgh zu fahren. Zweieinhalb Stunden nach Glencoe um einen interessanten Berg, den ich bei Google Maps gesehen hab, bei Sonnenuntergang zu fotografieren. Binnen einer halben Stunde durch den schlammigen Untergrund den Berg hinaufgerannt um kein Licht zu verpassen. Und was war?

Wieder schob sich ein Wolkenband davor und versaute diesen Sunset. Wow, wenn du denkst es geht nicht schlimmer, setzt das Wetter einen drauf. Meine Motivation geht ins Bodenlose. Meine Motivation war so tief im Keller, dass ich Michael alle weiteren Entscheidungen überlassen hatte. Jetzt im Rückblick, hätte ich mich einfach nicht aufregen sollen. Schließlich konnte ich sowieso nichts an der Situation ändern. Nach einem kleinen Abendessen ging es weiter zum Loch Awe.

Eine Stunde vor Sonnenaufgang suchte ich nach einer passenden Perspektive auf das Kilchurn Castle . Während dessen zeigte sich der Nebel von seiner schönsten Seite. Wunderschön hing der Nebel zwischen den Bergen und Wäldern. Dadurch entstand eine wunderschöne Stimmung zur blauen Stunde. Mithilfe meines Tamron 100-400mm* konnte ich die weiter entfernten Berge besser in eine Komposition packen. Bisher der beste Sonnenaufgang, zumindest das die fotografische Ausbeute angeht.

Anschließend liefe ich zurück zum Auto, gefrühstückt und weiter zum nächsten Aldi gefahren. Nochmal die wichtigsten Lebensmittel für die letzten beiden Tage gekauft und die restliche Route geplant. Wir entschieden, die Nacht vor dem Abflug im Hotel zu schlafen, um unsere Koffer ordentlich zu packen und uns frisch zu machen. Am Abend wollen wir uns noch Edinburgh ansehen und gemütlich Essen gehen. Doch bevor es zurück nach Edinburgh geht, haben wir uns eine kleine Burg auf dem Wasser herausgesucht. Dazu ging es wieder 1 Stunde Richtung Nordwesten nach Oban.

Reichlich vor Sonnenuntergang haben wir noch uns etwas zu essen gekocht und die Location ausgiebig angeschaut. Rechtzeitig vor Sonnenuntergang ganz entspannt die Kamera neben dem Auto aufgebaut, mein Teleobjektiv von Tamron montiert und die schöne goldene Stunde mit dem goldenen Licht fotografiert. Was eine Stimmung! Sowas hätten wir in den letzten Tagen gut gebrauchen können. Nun gut, das Wetter kann man nicht ändern und ich genoss den Abend. Neben meiner Nikon Z7 fotografierte ich auch aus der Luft. Wenige Wochen zuvor kaufte ich mir eine Drohne, nähmlich die DJI Mini 3 Pro. Aus der Luft konnte ich wieder wunderschöne Perspektiven finden und die feinen Strukturen am Boden fotografieren.

Gemeinsam überlegten wir, wo man morgen den Sonnenaufgang fotografieren könnte. Wir suchten über Google Maps ein Motiv für den Sonnenaufgang und fuhren weiter zum Loch Tulla, 2,5h vor Edinburgh.

Am Loch Tulla erwartete uns am Morgen eine ganz besondere Stimmung. Kein Nebel, aber wunderschöne Wolken die von der Morgensonne angeleuchtet wurden. Ich nutze meine Chance und ließ meine Drohne steigen. Mit ihr konnte ich eine völlig neue Perspektive finden und die magische Landschaft Schottlands fotografieren.

Zurück im Camper kochen wir Kaffee, frühstückten und planten den weiteren Tag. Wir entschieden noch an einem kurzen Wasserfall bei Edinburgh anzuhalten. Dieser liest sich nur schwer erreichen und ich entschied dort nicht mehr zu fotografieren. Auch fotografisch kein wirkliches Highlight gewesen.
Bevor wir den Camper abgeben, fuhren wir zum Hotel um unser Gepäck abzugeben. Kein gutes Gefühl, wenn man all sein Gepäck abgibt. Eine SSD mit Backup habe ich jedoch
mitgenommen zur Sicherheit. Unser Camper wurde freundlich von Roadsurfer empfangen und ohne Beanstandung zurückgenommen. Ich muss sagen, dass ich mit dem Verleih von Roadsurfer sehr zufrieden war 🙂

Zurück im Hotel den Koffer gepackt, das Stativ sowie die Schuhe gereinigt und frisch geduscht. Am Abend ging es noch nach Edinburgh, um gemütlich Abendessen zu gehen. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt ging es zu einem kleinen versteckten Burgerladen. In wundervollem Ambiente wurden die Burger serviert mit Süßkartoffel Pommes. Einfach herrlich so ein Essen nach zehn Tagen ohne richtiger Mahlzeit!

Das Ende der Fotoreise nach Schottland

Hat sich die Reise nach Schottland gelohnt? Diese Frage konnte ich am Abreisetag nicht beantworten. Ich wollte zunächst das erlebte verarbeiten und in Ruhe die Bilder sichten. Im Großen und Ganzen war dies eine schöne Fotoreise. Klar, ich hatte mir deutlich besseres Licht erhofft, aber das Wetter kann man eben nicht ändern. Würde ich nochmals nach Schottland fliegen? Ja, definitiv. Weitere Bilder aus Schottland findest du in meiner Galerie.

Eine Idee zu “Wildes Schottland – Reisebericht Teil II

  1. Anton Huber sagt:

    Guten Morgen Florian,
    ja leider war das Wetter auf deiner Fotoreise nicht so wie es sich Fotografen wünschen ,aber trotzdem hast Du
    super tolle Fotos gemacht,da erkennt man eben den Profi.

    Herzliche Grüße,
    Anton

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