Wenn man über Filter in der Landschaftsfotografie spricht, wird schnell deutlich, wie sehr sich die Fotografie verändert hat. Früher war eine volle Filtertasche fast Pflicht. ND-Filter, Graufilter, Polfilter und Verlaufsfilter waren damals unverzichtbar, um viele Situationen sauber zu belichten. Heute sind die Sensoren moderner Kameras jedoch so gut, dass viele dieser Werkzeuge nicht mehr zwingend notwendig sind.

Trotzdem habe ich über die Jahre gemerkt, dass Filter nicht einfach „aussterben”. Sie verändern lediglich ihre Rolle. Manche Filter nutze ich heute kaum noch, einige sogar gar nicht mehr. Andere, wie der Polfilter oder bestimmte ND-Filter, sind für bestimmte Motive nach wie vor unverzichtbar. Genau hier beginnt die spannende Frage: Welche Filter braucht man wirklich noch und welche sind inzwischen überflüssig?

Dieser Beitrag soll dir genau das zeigen – basierend auf echter Erfahrung aus Fotoreisen, Workshops und meiner täglichen Arbeit in der Natur. Ohne Theorie, sondern aus der Praxis heraus.

Warum Filter früher unverzichtbar waren

Blickt man ein paar Jahre zurück, versteht man schnell, warum Filter in der Landschaftsfotografie früher eine so große Bedeutung hatten. Die Sensoren hatten einen deutlich geringeren Dynamikumfang, das Rauschverhalten war schwächer und Belichtungsreihen waren technisch oft umständlicher. Wer dramatische Lichtstimmungen fotografieren wollte, kam um Filter wie Graufilter oder Verlaufsfilter kaum herum.

Gerade in der digitalen Anfangszeit waren gute ND-Filter oder Graufilter die wichtigsten Werkzeuge, um Wasser weichzuzeichnen, Wolken zu verwischen oder lange Belichtungen überhaupt erst zu ermöglichen. Ein Polfilter war (und ist bis heute) die beste Möglichkeit, Reflexionen zu reduzieren und Farben kräftiger wirken zu lassen. Kurz gesagt halfen die Filter der Kamera dabei, technische Grenzen zu überwinden.

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Auch die großen Filterhersteller wie Kase Filter oder NiSi entwickelten Systeme, die über viele Jahre hinweg zum Standard wurden – besonders in der professionellen Landschaftsfotografie. Ein kompletter Filterhalter mit drei bis vier Filtern war für viele Motive völlig normal – und damit hat man auch großartige Ergebnisse erzielt.

Heute sind die technischen Voraussetzungen jedoch andere. Moderne Kameras meistern extreme Kontraste viel besser und durch RAW-Dateien lassen sich viele Situationen problemlos in der Nachbearbeitung ausgleichen. Gleichzeitig ist es aber wichtig zu verstehen: Filter waren nicht nur technische Hilfsmittel, sondern prägten auch den Look vieler klassischer Landschaftsbilder. Genau deshalb haben sie in bestimmten Bereichen bis heute ihre Berechtigung.

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Welche Filter heute kaum noch sinnvoll sind

In der modernen Landschaftsfotografie hat sich viel verändert. Viele klassische Filter, die früher fast schon Pflicht waren, spielen heute kaum noch eine Rolle. Der Hauptgrund dafür ist der enorme technische Fortschritt aktueller Kameras. Ihr Dynamikumfang ist inzwischen so groß, dass selbst bei harten Kontrasten oft eine einfache Belichtungsreihe bessere Ergebnisse liefert als ein Verlaufsfilter.

Gerade Grauverlaufsfilter gehören für mich mittlerweile zu den Filtern, die man getrost zu Hause lassen kann. Ihre Übergänge sind selten exakt dort, wo sie in der Natur benötigt würden. Zudem lassen sich moderne RAW-Dateien in Lightroom oder Capture One so sauber anpassen, dass ein Verlaufsfilter in vielen Situationen eher einschränkt als hilft. Auch starre Abstufungen wirken auf Bergen, Hügelketten oder komplexen Landschaften schnell unnatürlich.

Ähnlich sieht es bei einigen ND-Abstufungen aus. Früher benötigte man für jede kleine Belichtungsverlängerung einen anderen Filter. Heute reichen ein guter ND1000-Filter und eventuell ein ND64-Filter völlig aus. Die feinen Abstufungen, die früher für jede Situation notwendig waren, können heute durch ISO, Blende und die Dynamikreserven moderner Sensoren ausgeglichen werden. Viele Fotografen überladen ihr System und damit auch ihren Rucksack unnötig.

Selbst klassische Filter wie der UV-Filter dienen heute kaum noch einem Zweck. Zwar schützen sie die Frontlinse, können aber Reflexionen verursachen oder die Bildqualität leicht beeinflussen. Die meisten Profis verzichten darauf, da moderne Objektive über robuste Beschichtungen verfügen, die im Alltag problemlos standhalten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Filter aussterben. Es bedeutet lediglich, dass sich ihre Rolle verändert hat. Einige Filter sind heute verzichtbar, andere hingegen sind wertvoller denn je. Und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Welche Filter heute wirklich noch wichtig sind

Auch wenn moderne Kameras eine enorme Dynamik bieten und wir heute vieles in Lightroom korrigieren können, gibt es zwei Filter, die in der Landschaftsfotografie nach wie vor unverzichtbar sind: den Polfilter und ausgewählte ND-Filter. Beide erfüllen Aufgaben, die keine Software zuverlässig ersetzt. Genau deshalb gehören sie für mich zu den wenigen Werkzeugen, die ich wirklich auf jeder Tour dabei habe.

In den letzten Jahren konnte ich das immer wieder auf Workshops und Fotoreisen beobachten. Sobald wir mit Reflexionen, Wasserkanten, feuchten Oberflächen oder langen Belichtungszeiten arbeiten, reichen Kamera und Software allein nicht mehr aus. Manche Effekte müssen direkt beim Fotografieren entstehen und dafür braucht es optische Filter.

Bevor wir tiefer in die Details einsteigen, ist es wichtig zu verstehen, warum ausgerechnet diese beiden Filter die Zeit überdauert haben, während viele andere praktisch ausgedient haben.

Polfilter – der wichtigste Filter überhaupt

Der Polfilter ist der einzige Filter, den man nicht „irgendwie später“ simulieren kann. Seine Wirkung beruht auf physikalischen Prinzipien, nicht auf Software. Er reduziert Reflexionen auf Wasser, Blättern, Steinen, feuchten Wiesen und Glas. Genau diese spiegelnden Flächen lassen sich im Nachhinein jedoch nicht sauber entfernen. Reflexionen sind im Rohbild vorhanden und alles, was Lightroom erzeugen kann, ist ein künstlicher Look, aber keine echte Entspiegelung.

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Ohne Polarisationsfilter
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Mit Polarisationsfilter

Darüber hinaus verstärkt ein Polfilter die Farben, sorgt für mehr Klarheit und bringt Strukturen in der Landschaft deutlicher zur Geltung. Besonders am Meer, im Wald, an Seen oder nach Regen wirkt ein Motiv mit Polfilter sofort aufgeräumter und hochwertiger. Für mich ist er deshalb der wichtigste Filter für die Landschaftsfotografie überhaupt.

Meine Kaufempfehlung:

💡 Polfilter in der Landschaftsfotografie: Wenn du noch stärker ins Detail gehen möchtest, findest du hier meinen kompletten Guide zum Polfilter – inklusive Anwendungsbeispielen: Polfilter in der Landschaftsfotografie

ND-Filter und Graufilter für Langzeitbelichtungen

Während klassische Verlaufsfilter heute kaum noch nötig sind, sind ND-Filter (Graufilter) nach wie vor essenziell, wenn du Bewegungen kreativ gestalten möchtest. Ohne ND-Filter sind lange Belichtungszeiten bei Tageslicht schlicht unmöglich. Egal, ob du fließendes Wasser, ziehende Wolken oder minimalistische Langzeitaufnahmen fotografieren möchtest – du brauchst in jedem Fall eine starke optische Abdunkelung.

Ich selbst arbeite zu 90 % mit zwei Filtern:

  • ND64 für mittlere Verlängerungen, perfekt für dynamische Wasserstrukturen
  • ND1000 für weiche, lange Belichtungen und minimalistische Looks.
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Moderne Marken wie Kase oder NiSi liefern heute extrem farbneutrale Filter. Das ist eine echte Verbesserung gegenüber früheren Modellen. Mein Testbericht zum Kase-System findest du weiter unten im Blog (den Link fügst du selbst ein).

Kurz gesagt: Viele Filter sind optional, aber Polfilter und ND-Filter sind die Basis, wenn du dich ernsthaft und hochwertig mit der Landschaftsfotografie beschäftigen möchtest.

💡 Alles über Graufilter & ND-Filter: Wenn du tiefer in das Thema ND-Filter einsteigen möchtest, findest du hier meine ausführlichen Beiträge inklusive Belichtungstabellen, Empfehlungen und Praxisbeispielen: ND- und Graufilter für die Fotografie

Diese Graufilter kann ich Dir uneingeschränkt weiterempfehlen:

Braucht man in der Landschaftsfotografie heutzutage noch Verlaufsfilter?

Die wohl meistdiskutierte Frage im Zusammenhang mit Landschaftsfotografie und Filtern lautet: „Brauche ich überhaupt noch Verlaufsfilter?“

Meine klare Antwort lautet: In den meisten Situationen nicht. Moderne Kameras haben einen so großen Dynamikumfang, dass du mit einer sauber aufgenommenen Belichtungsreihe fast immer bessere Ergebnisse erzielst. Vor allem bei Sonnenauf- und -untergängen liefern Sensoren wie die der Nikon Z8, Canon R5 oder Sony A7RV eine beeindruckende Zeichnung in Lichtern und Schatten.

Viele Jahre lang waren Verlaufsfilter unverzichtbar, da die Sensoren schlicht überfordert waren. Heute ist es jedoch oft so, dass ein harter oder weicher Verlauf den natürlichen Look zerstört, besonders wenn Berge, Bäume oder Gebäude in den Himmel ragen. Eine Belichtungsreihe bietet dir viel mehr Freiheit.

Verlaufsfilter sind nur in sehr speziellen Situationen sinnvoll, zum Beispiel:

  • am Meer bei horizontnahem Sonnenstand
  • bei absolut flacher Landschaft
  • wenn sehr starker Wind Belichtungsreihen unmöglich macht.
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Die Wahrheit ist jedoch: 90 Prozent meiner Landschaftsbilder entstehen inzwischen ohne Verlaufsfilter. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen vieler Workshop-Teilnehmer. Wer sauber arbeitet, erzielt mit einer Belichtungsreihe ein natürlicheres Ergebnis als mit einem aufgesetzten Verlaufsfilter. Die Vorteile zwischen Filter und Belichtungsreihe kannst du hier nachlesen.

💡 Der große Vergleich der Filterherstellter: Welche Filtermarken ich selbst verwende und wie sie sich im Alltag schlagen, kannst du in meinem Testbericht zu NiSi, Haida und Kase nachlesen -> NiSi, Haida, Kase Filter im Test

Geld sparen, da kein Filter gekauft werden muss

Einer der deutlichsten Vorteile des Verzichts auf Filter in der Landschaftsfotografie ist die Kostenersparnis. Filter, insbesondere hochwertige Verlaufsfilter, können sehr teuer sein. Ein Satz verschiedener Verlaufsfilter kann leicht mehrere hundert Euro kosten, sodass schnell klar wird, dass es sich hierbei um einen erheblichen finanziellen Aufwand handelt.

Dank moderner Bildbearbeitungstechniken ist es jedoch möglich, auf diese Filter zu verzichten und trotzdem beeindruckende Ergebnisse zu erzielen. Das gesparte Geld könnt ihr in andere wichtige Ausrüstungsgegenstände investieren, zum Beispiel in eine bessere Kamera, ein hochwertiges Objektiv oder sogar in eine mehrtägige Fotoreise. Mit dem gesparten Geld könnt ihr eure Fotografie auf andere Weise verbessern, ohne Kompromisse bei der Bildqualität eingehen zu müssen.

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Fazit – welche Landschaftsfotografie Filter heute wirklich zählen

Nach all den Jahren in der Natur, auf Workshops und Fotoreisen hat sich meine Sicht auf Filter in der Landschaftsfotografie stark verändert. Viele Filter, die früher unverzichtbar waren, spielen heute kaum noch eine Rolle. Moderne Kameras holen aus schwierigen Lichtsituationen so viel heraus, dass sich viele Probleme inzwischen komfortabel in der Nachbearbeitung lösen lassen.

Doch zwei Filter sind für mich auch heute unverzichtbar: der Polfilter und ausgewählte ND-Filter. Beide erzeugen Effekte, die keine Software der Welt ersetzen kann. Der Polfilter sorgt für klare Farben, reduziert Reflexionen und bringt Struktur in die Landschaft. ND-Filter ermöglichen lange Belichtungen, fließende Bewegungen und kreative Motive, die ohne optische Abdunkelung schlicht nicht machbar wären.

Alles andere ist optional und hängt von deinem Stil, deinen Motiven und deiner Arbeitsweise ab. Für viele Fotografen reicht heute eine kleine, leichte Filtertasche statt eines kompletten Systems aus. Wichtig ist nicht die Menge der Filter, sondern zu wissen, wann welcher Filter wirklich sinnvoll ist.

Wenn du deine Ausrüstung bewusst reduzierst und dich auf die Filter konzentrierst, die dir fotografisch echten Mehrwert bringen, wirst du draußen freier arbeiten und gleichzeitig bessere Ergebnisse erzielen. Genau darin liegt für mich der größte Vorteil der modernen Landschaftsfotografie: weniger Ballast, mehr Fokus auf das Licht, die Szene und den Moment.


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4 Meinungen zu “Landschaftsfotografie Filter – welche heute wirklich noch sinnvoll sind

  1. Pingback: 5 Tipps zur Langzeitbelichtung - Florian Orth Photography

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