Dynamikumfang der Kamera – Was genau ist das? [Fotografie]

Ist der Dynamikumfang der Kamera wichtig? Wie beeinflusst der Dynamikumfang meine Landschaftsfotos? Der Dynamikbereich in der Fotografie beschreibt das Verhältnis zwischen der maximal und minimal messbaren Lichtintensität (weiß bzw. schwarz). In der realen Welt trifft man nie auf echtes Weiß oder Schwarz – nur unterschiedliche Grade der Lichtquellenintensität und des Reflexionsvermögens des Motivs.

Kurz gesagt, ist der Dynamikbereich der Unterschied zwischen den hellsten und dunkelsten Tönen in einem Foto – von reinem Weiß bis zu reinem Schwarz.

Dynamikumfang in der Fotografie

Der Dynamikbereich einer Szene ist das Verhältnis zwischen den hellsten und den dunkelsten Teilen eines Motivs. Der Dynamikumfang ist wichtig, da jede Kamera einen Sensor hat, der Bildinformationen in Tönen oder Graustufen aufzeichnet. Einige Sensoren können nur die Details von dunklen Grautönen bis zu hellen Grautönen erkennen – aber nicht ganz reines Weiß und Schwarz.

Blendenstufen sind die Maßeinheit, die in der Fotografie verwendet wird, um zu messen und zu steuern, wie viel Licht eine Kamera sehen kann. Beachte, dass die Fähigkeit eines Kamerasensors, einen größeren Dynamikbereich zu erfassen, von der Qualität des Bildsensors abhängt. Grundsätzlich haben Kameras mit Vollformat-Sensoren einen besseren Dynamikumfang als Kameras mit APS-C Sensor. Dies liegt daran, dass der Vollformat-Sensor mehr Pixel umfasst und mehr Details aufnehmen kann.

Wie wir den Dynamikumfang sehen

In der Werbung für eine Kamera wird in der Regel angegeben, wie viele Blendenstufen der Dynamikbereich der Kamera umfasst. Dies muss jedoch ein wenig über das Verkaufsargument hinaus erweitert werden.

Im Durchschnitt erfasst eine System- oder Spiegelreflexkamera zwischen 12 und 15 Blendenstufen an Dynamikumfang bei der Basis-ISO-Stufe, die in der Regel bei 100 liegt. Allerdings müssen für die Messung der Kapazität perfekte Lichtverhältnisse herrschen – keine dunklen Schatten und keine Spitzlichter.

Wenn sich die Lichtverhältnisse verbessern oder verschlechtern, verringert sich die Fähigkeit der Kamera, 15 Blendenstufen des dynamischen Bereichs zu erfassen. Wird der ISO-Wert der Kamera erhöht, sinkt der Dynamikbereich erheblich. Deshalb wird immer empfohlen, die ISO so gering wie Möglich zu halten.

Während Vollformat-Systemkameras einen Dynamikbereich von bis zu 15 Blendenstufen erkennen, kann das menschliche Auge fast 20 Blendenstufen erkennen. Aber wie bei den Kameras gilt auch hier, dass dies nur bei perfekten Lichtverhältnissen möglich ist.

Für welche Motive spielt Dynamikumfang eine Rolle?

Primär ist der Dynamikumfang in der Landschafts- und der Architekturfotografie ein Thema. Landschaftsfotografien sind immer auf der Suche nach dem besten Licht. Meistens sind dies die dramatischen Lichtstimmungen rund um den Sonneauf- oder Sonneuntergang. Dabei passiert es, dass der Himmel im Vergleich zum Vordergrund sehr hell ist. Je mehr Dynamikumfgang die Kamera hat, desto besser kann die Szene eingefangen werden.

Das Problem dabei ist, dass der Dynamikumfang für solche Motive oft nicht ausreichend ist. Hierbei wird meistens mit Verlaufsfiltern gearbeitet, um primär den Himmel abzudunkeln. Dadurch wird der Dynamikumfang minimiert und das Histogramm wieder ausgeglichen. Auch Belichtungsreihen sind hier eine häufig verwendete Technik.

Dynamikumfang der Kamera verbessern

Tipp 1: Verwende ein gutes Stativ

Ein gutes solides Stativ ist eines der nützlichsten Werkzeuge in der Landschaftsfotografie. Unabhängig davon, welche Nachbearbeitungssoftware Du verwendest, möchtest du, dass alle deine Aufnahmen korrekt ausgerichtet sind. In Photoshop und anderen Nachbearbeitungsprogrammen gibt es Funktionen zur automatischen Ausrichtung, die jedoch nicht immer gut funktionieren. Ein solides Stativ sorgt dafür, dass die Kameraausrüstung zwischen den Aufnahmen perfekt stillsteht und du mit niedriger ISO fotografieren kannst. Dies ist wichtig, um den Dynamikumfang der Kamera zu behalten. Mehr zur ISO.

Tipp 2: Nutze den Blendenprioritätsmodus oder den manuellen Modus

Verwende bei Belichtungsreihen den M-Modus. Alternativ ist auch der Blenden-Prioritäts-Modus geeignet. Normalerweise möchte ich während meiner Belichtungen eine durchgehende Blende (meist Blende 10 oder 11). Dies stellt sicher, dass ich die erforderliche Schärfentiefe erhalte, damit sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund im Foto scharf ist. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, bei Mehrfachbelichtungen entweder die Blendenpriorität oder den manuellen Modus zu verwenden. Ich empfehle, den manuellen Modus auszuprobieren, sobald Du dich mit der Blendenpriorität wohl fühlst.

Tipp 3: Bracketing-Funktion deiner Kamera verwenden

Viele moderne Kameras bieten eine Bracketing-Funktion. Mit dieser Funktion nimmt deine Kamera eine Reihe von Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten auf. Vorallem bei Sonnenunter- oder aufgang können sich die Lichtverhältnisse schnell ändern. Die Belichtungsreihe hilft dir dabei, den gesamten Dynamikumfang einer Szene veteilt auf 3-5 Fotos festzuhalten. Damit das Zusammenfügen der Bracketingreihe problemlos funktioniert, sollten die Belichtungsreihen binnen weniger Sekunden abgeschlossen sein.

Kurzes Beispiel: Du stellt deine Kamera auf 1/30 Sek, Blende 8 und ISO 100 ein. Bei einer Belichtungsreihe mit 5 Fotos wird zunächst das Foto mit den eingestellten Einstellungen gefertigt. Anschließend fotografiert die Kamera vier weitere Fotos – davon sind zwei Fotos überbelichtet und zwei unterbeblichtet. Der Vorteil ist, dass dadurch alle Details in den Lichtern und Schatten erhalten bleiben. Zwischen den Belichtungen liegt meistens ein Abstand von einer Blendenstufe.

Am Ende der Belichtungsreihe hast du 5 Fotos mit der Blende 8, ISO 100 und fünf verschiedenen Belichtungszeiten (1/30 Sek, 1/60 Sek, 1/125 Sek, 1/15 Sek und 1/8 Sek). Diese Belichtungsreihe kann bequem in Lightroom über die HDR-Funkion zusammengefügt werden.

Fazit

Der Dynamikbereich ist nichts Mysteriöses. Es sagt dir einfach, wie groß der Unterschied zwischen den hellsten und dunkelsten Tönen ist. Vorallem bei dem Fotografieren gegen die Sonne wird deine Kamera an Grenzen stoßen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich mit Belichtungsreihen sowie dem Fotografieren mit Filtern auseinandersetzt. Dies hilft dir dabei, die gesamten Details einer Szene zu erhalten.

Hat dir dieser Artikel gefallen?


Hinterlasse gerne einen Kommentar und melde Dich zum kostenlosen Newsletter an. Dort erhältst Du Informationen über neue Artikel und wirst auch über neue Workshops & Angebote informiert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert