Ist der Dynamikumfang der Kamera wichtig? Wie beeinflusst der Dynamikumfang meine Landschaftsfotos?

Kurz gesagt, ist der Dynamikbereich der Unterschied zwischen den hellsten und dunkelsten Tönen in einem Foto – von reinem Weiß bis zu reinem Schwarz.

Was ist der Dynamikumfang in der Fotografie?

Dynamikumfang ist wichtig, da jede Kamera einen Sensor hat, der Bildinformationen in Tönen oder Graustufen aufzeichnet. Einige Sensoren können nur die Details von dunklen Grautönen bis zu hellen Grautönen erkennen – aber nicht ganz reines Weiß und Schwarz.

Blendenstufen sind die Maßeinheit, die in der Fotografie verwendet wird, um zu messen und zu steuern, wie viel Licht eine Kamera sehen kann. Beachte, dass die Fähigkeit eines Kamerasensors, einen größeren Dynamikbereich zu erfassen, von der Qualität des Bildsensors abhängt. Grundsätzlich haben Kameras mit Vollformat-Sensoren einen besseren Dynamikumfang als Kameras mit APS-C Sensor. Dies liegt daran, dass der Vollformat-Sensor mehr Pixel umfasst und mehr Details aufnehmen kann.

Wie wir den Dynamikumfang sehen

In der Werbung für eine Kamera wird in der Regel angegeben, wie viele Blendenstufen der Dynamikbereich der Kamera umfasst. Dies muss jedoch ein wenig über das Verkaufsargument hinaus erweitert werden.

Im Durchschnitt erfasst eine System- oder Spiegelreflexkamera (z.B. Nikon Z6* oder Sony A6400*) zwischen 12 und 15 Blendenstufen an Dynamikumfang bei der Basis-ISO-Stufe, die in der Regel bei 100 liegt. Allerdings müssen für die Messung der Kapazität perfekte Lichtverhältnisse herrschen – keine dunklen Schatten und keine Spitzlichter.

Wenn sich die Lichtverhältnisse verbessern oder verschlechtern, verringert sich die Fähigkeit der Kamera, 15 Blendenstufen des dynamischen Bereichs zu erfassen. Wird der ISO-Wert der Kamera erhöhen, sinkt der Dynamikbereich erheblich.

Während hochwertige Digitalkameras einen Dynamikbereich von bis zu 15 Blendenstufen erkennen können, kann das menschliche Auge fast 20 Blendenstufen erkennen. Aber wie bei den Kameras gilt auch hier, dass dies nur bei perfekten Lichtverhältnissen möglich ist.

Szenen mit großem Dynamikumfang fotografieren

Besonders bei Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang kann der Dynamikumfang der Kamera nicht ausreichen. In solchen Fällen muss man mit verschiedenen Techniken arbeiten. Zum einen können Verlaufsfilter genutzt oder eine Belichtungsreihe erstellt werden. Meinen Workflow, um den Sonnenuntergang mit einer Belichtungsreihe zu fotografieren findest du hier.

Dynamikumfang der Kamera verbessern

1. Verwende ein gutes Stativ.

Ein gutes solides Stativ ist eines der nützlichsten Werkzeuge in der Landschaftsfotografie, aber noch mehr bei Mehrfachbelichtungen. Unabhängig davon, welche Nachbearbeitungssoftware Du verwendest, möchtest du, dass alle deine Aufnahmen korrekt ausgerichtet sind. In Photoshop und anderen Nachbearbeitungsprogrammen gibt es Funktionen zur automatischen Ausrichtung, die jedoch nicht immer gut funktionieren. Ein solides Stativ sorgt dafür, dass die Kameraausrüstung zwischen den Aufnahmen perfekt stillsteht.

2. Nutze den Blendenprioritätsmodus oder den manuellen Modus

Ich verwende bei Belichtungsreihen fast immer den M-Modus. Alternativ ist auch der Blenden-Prioritäts-Modus geeignet. Normalerweise möchte ich während meiner Belichtungen eine durchgehende Blende (meist Blende 10 oder 11). Dies stellt sicher, dass ich die erforderliche Schärfentiefe habe, damit sowohl der Vordergrund als auch der Hintergrund im Foto scharf ist. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, bei Mehrfachbelichtungen entweder die Blendenpriorität oder den manuellen Modus zu verwenden. Ich empfehle, den manuellen Modus auszuprobieren, sobald Du dich mit der Blendenpriorität wohl fühlst.

3. Bracketing-Funktion deiner Kamera verwenden

Viele moderne Kameras bieten eine Bracketing-Funktion. Mit dieser Funktion nimmt deine Kamera eine Reihe von Aufnahmen auf. Zum Beispiel eine Blende zwischen jeder Aufnahme. Vorallem bei Sonnenunter- oder aufgang können sich die Lichtverhältnisse schnell ändern. Deshalb sollten die Belichtungsreihen binnen weniger Sekunden abgeschlossen sein. Mit der Bracketingfunktion werden meist 3, 5 oder 7 Fotos aufgenommen.

Beispiel: Du stellt deine Kamera auf 1/30 Sek, Blende 8 und ISO 100 ein. Bei einer 5er-Belichtungsreihe wird zunächst das Foto mit den eingestellten Einstellungen gefertigt. Anschließend fotografiert die Kamera jeweils zwei Fotos die über- und unterbeblichtet sind. Zwischen jeder Aufnahme liegt eine Blendenstufe. Umgerechnet auf die Belichtungszeit ist eine Blendenstufe mehr die Hälfte der Belichtungszeit (in diesem Beispiel 1/15 Sek statt 1/30 Sek). Am Ende der Belichtungsreihe hast du 5 Fotos mit der Blende 8, ISO 100 und fünf verschiedenen Belichtungszeiten (1/30 Sek, 1/60 Sek, 1/125 Sek, 1/15 Sek und 1/8 Sek). Diese Belichtungsreihe kann bequem in Lightroom über die HDR-Funkion zusammengefügt werden. Der Vorteil ist, dass dadurch alle Details in den Lichtern und Schatten erhalten bleiben.

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